Lussekatts Blogg – Winterabend am Hjälmaren See bei Örebro in Schweden


Im Blog eines Landschaftsfotografen, dessen Arbeit ich sehr bewundere, habe ich neulich folgenden Satz gelesen: “In der Landschaftsfotografie geht es genauso sehr darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, wie um die Wahl der richtigen Blende, der Belichtungszeit, der Komposition und so 200 bis 300 anderen wichtigen Faktoren.” Seit ich in Schweden wohne, bin ich von diesem speziellen Winterlicht fasziniert. Diesem Licht, dass hauptsächlich in der kalten Jahreszeit vorkommt und bei dem der Sonnenuntergang diese hysterischen Bonbonfarben an den Himmel zaubert: rosa, orange, lila, hellblau. Genauso lange, wie ich hier wohne, habe ich versucht, ein schönes Bild davon zu machen. Und damit wären wir wieder bei dem klugen Satz des Landschaftsfotografen oben. Gestern abend, als die Sonne unterging, bin ich losgehetzt. Losgehetzt, weil ich vorher gearbeitet habe und erst kurz vor Sonnenuntergang fertig war. In aller Eile bin ich zum Hälmaren gefahren und kam genau im richtigen Moment an: der Mond ging auf und stand wie ein gigantischer Ball über dem Wasser. Das bedeutet für ein gutes Foto: etwa 20 Sekunden Zeit – danach ist es vorbei, der Mond sieht wieder normal aus. Da stand ich also auf dem Parkplatz, das perfekte Motiv direkt vor der Nase, das Licht herrlich – aber um zum Wasser zu kommen, musste ich noch um ein Haus herum- und über einen Hügel hinüber laufen. Und natürlich war der Mond dann schon wieder weg. Aber ich habe trotzdem noch ein paar Bilder gemacht. Die sind zwar nicht perfekt, aber immerhin habe ich das Licht mit drauf. Aber ich arbeite weiter dran, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Irgendwann. Irgendwann!