Erdoğan: Schelte für Olympia Sicherheitspersonal


OLYMPIA

Erdoğan: Schelte für Olympia Sicherheitspersonal

  |  30.07.12, 11:01

Kaum haben die Olympischen Spiele in London begonnen, gab es für den türkischen Premier Recep Tayyip Erdoğan einen unangenehmen Zwischenfall. Der Politiker bezeichnete einen der Sicherheitskräfte als „unverschämt“, nachdem er davon abgehalten wurde, nach einem Wettbewerb am vergangenen Samstag türkische Journalisten zu treffen.

Erdoğan und seine Gattin Emine Erdoğan wohnten am vergangenen Samstag dem Basketball-Match der türkischen Damen gegen Angola bei (Sie schlugen ihren Gegner mit einem 72:50 – mehr hier). Nach dem Spiel fand sich das Ehepaar in der Umkleidekabine der Sportlerinnen ein, um ihnen persönlich zu gratulieren. Nach diesem Treffen wollte der Premier eigentlich noch mit türkischen Journalisten sprechen, die ihm bereits gefolgt waren. Doch beim Versuch den VIP-Bereich zu verlassen, um mit den Reportern zu sprechen, wurden Erdoğan und seine Entourage, so berichten die türkischen Medien, von einem Sicherheitsangestellten gestoppt.

Darauf hin gerieten die Sicherheitskräfte des türkischen Premiers und die Londoner Securities aneinander. Auch Erdoğan mischte sich ein und schimpfte auf Türkisch in Richtung des Mannes, der ihn nicht passieren ließ: „Was sind Sie doch für ein unverschämter Mensch.“

Reporter und Erdoğan kommen nicht zueinander

Nicht nur dem Premier, so heißt es weiter, wäre es im Laufe der am vergangenen Freitag eröffneten Spiele derweil so ergangen. Auch türkische Reporter berichten von ähnlichen Problemen, als sie Erdoğan sprechen wollten. So erzählte etwa Deniz Gökçe, dass er den Premier gebeten habe, zu ihnen rüber zu kommen, da die Security die Reporter nicht durchlasse. Worauf hin dieser antwortete, dass er auch nicht kommen dürfe. Nach einigem Hin und Her gelang es schließlich doch und türkische Beamte sorgten dafür, dass sich die Journalisten und Erdoğan doch noch trafen.

Während des Gesprächs brachte der Premier erneut die Frage auf, warum die Olympischen Spiele eigentlich noch niemals in ihrer Geschichte von einem muslimisch geprägten Land ausgetragen worden seien (Istanbuls Chancen auf 2020 sind so groß wie nie – mehr hier). Selbst Istanbuls Konkurrenten für 2020 ,Tokio und Madrid hätten die Spiele bereits ausgetragen. Die türkische Metropole hätte sich hingegen bereits mehrmals vergeblich bemüht. Das, so der Premier, sei kein fairer Ansatz und darüber habe er auch mit IOC-Präsident Jacques Rogge am vergangenen Freitag vor der Olympischen Eröffnungszeremonie gesprochen