Kleine Brötchen backen . . .


Kleine Brötchen backen war gestern!

Das Vollkornroggenbrot, das ich eben aus unserem Öfchen herausdiskutierte, das ist schon ein anderes Kaliber. Nur das Anschneiden wurde mir untersagt. „Du hast es über Nacht gehen lassen, nun warte auch noch einen Tag mit dem Anschnitt!“

Huuunger, aber es ist noch nicht aller Tage Abend . . .

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So dicke hatte ich´s noch nie . . .


So dicke hatte ich´s noch nie . . .

„Deine backteriologische Praxis in allen Ehren, aber“ . . .  „Dann mach`s ´doch besser, Großm…“, freundlichvertrauliche Umgangsformen, wenn kein Ungebetener horcht. Die Dozentin, im Nebenberuf meine Liebste: Du darfst nicht nur den Russentrecker, so nannten wir immer unsere unerwüstliche Knetmaschine, alle Arbeit machen lassen.

Du musst auch, wie ich diese Floskel hasse, deine Hände zusätzlich einsetzen. Fast erotisch anzuschauen, wie sie den Teig streichelt, schlägt, ihn lang zieht und erneut herzlich drückt, ihn längs mit dem Messer traktiert. Nun genießt er die milde wärmende Sonne am letzten Tag im Oktober.

Auf der Zunge bildet sich ein nasser Dorfteich; „Finger weg, lass ihm noch eine ruhige Nacht, ehe du ihn in den Backofen diskutierst.“ Ick stehe, staune, wunder mir und als Mann unterdrücke ich etwaige Vergleiche bezüglich der Zunahme.

Morgen in der Frühe gibt es Proben vom Sauerhefeteigbrot! Da wo das Katzekatzeschild an der Hütte klebt!

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Aus der schwarzen Küche für Oliven, besser aus unserer Versuchsküche für die schwarzen Oliven


Aus der schwarzen Küche für Oliven, besser aus unserer Versuchsküche für die schwarzen Oliven 

Schon ist so gut wie eine Woche herum, die drei Feldspatsteine lasten schwer auf den Dorfoliven – und in unseren Händen, welche sie an jedem zweiten Tag herunterwuchten, ganz wie Emine, unsere Nachbarin und Olivenexpertin uns aufgetragen hat.

Das erste Mal ließen die Früchte eine schwärzliche und etwas merkwürdig duftende Nässe unter sich. Die zweite Lüftung auch. In die dritte feuchte Lösung habe ich meine Zeigefinger eingetaucht und abgeleckt, der unverfälschte Olivenölgeschmack, nur etwas schwärzlich und leicht nach Salz schmeckend.

Noch eine weitere Woche the same procedure – und dann ein Schwarzolivenhappening; hoffentlich!

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Durchgestochen und versackbeutelt


Mehmet und seine Frau Emine wohnen gegenüber der Alantur ilk okulu, der Grundschule in unserer Mahallı. Seit Jahren sind wir Nachbarn, erlebten, wie sie die Olivenbäume anpflanzten. Heute Abend trafen wir die Beiden bei der Ernte. Mehmet „harkte“ mit einem speziellen Gerät aus der Höhe, Emine nahm sich ihrer an.

Sie trennte die grünen von den blauen. „Welche wollt ihr?“ Da die grünen selbst Geernteten schon reifen, entschieden wir uns für blaue, die soeben sortiert und für die Ölmühle geerntet waren.

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Wer nie sein Brot im Bette aß, weiß auch nicht, wie Krümel pieken. Wer nie seine frisch geernteten Oliven mit der Gabel piekte, der weiß nicht, wie mühselig es ist, jede einzelne Olive von beiden Seiten zu maltraitieren; Sisiphusarbeit nach dem Abendbrot.

Emine ließ uns erst gehen, nachdem sie uns riet, die Früchte nach einem alten Rezept genießbar zu machen. Wir machten es, wie es die Altvorderen schon praktizierten.: „Lasst das Messer weg, stecht jede einzelne Frucht zwei mal mit einer Gabel tief, bis es nicht mehr weiter geht.

Hier habt ihr einen Sack, (der war im günstigen Preis enthalten). Gebt dazu ein Glas voll Salz und ein halbes Glas Zucker für 5 Kg Oliven und füllt sie in das Säckchen. Beschwert das Ganze mit einem dicken fetten Stein. Und schüttelt die so Erpressten jeden zweiten Tag kernig durch.“

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Nun haben wir die Aufgabe, diese Prozedur an jedem zweiten Tag zu wiederholen  und schon nach kurzer Zeit sind sie mit dieser Methode entbittert. Steine hoch, schütteln, Steine wieder drauf. Kein Wasser dran, die Oliven werden euch köstlich schmecken. Afiet olsun! Vor dem Genuss gaaanz wenig Olivenöl drüber. Steht in keinem Internetrezept.

Die Bilder – made by Luiza – erfreuten unsere Nachbarn. Wir leben hier zwar auf dem Lande, aber nicht hinter dem Mond, sie haben auch schon What´s  app . . . Çok teşekkür ederim sevgili komşularım!

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Welttag des Olivenanstichs. . .


. . . es gibt unzählige Welttage für ungezählte Ereignisse und solche, die es erst noch werden wollen. Ein wichtiger Tag im ereignisreichen Lebens eines Rentners sei hiermit hinzugefügt: am Montag, dem 13. November anno domini 2017 ist der erste Welttag des Olivenanstichs.

Arbeit über Arbeit ging diesem voraus; das Ernten der Oliven, nicht vom Baume der Erkenntnis, sondern vom Olivenstrauch am Rande des unbebauten Nachbargrundstücks. Jede Frucht der rund sechs Kilogramm selbst behämmert, die Bekloppten gewässert, probiert, bitter bitter, weiter gewässert, wieder probiert, das wiederholt man ständig, sonst gammelt die Ernte. So lange probiert, bis der Gaumen verbittert ist.

Aber nun ist es geschafft; selbst geerntete Wacholderbeeren mit dem breiten Messer breit gedrückt, frische Rosmarinzweige aus dem Garten, dto. Blätter vom Lorbeerbusch, Meersalz speziell für Oliven, hineingedrückt und mit Olivenöl verschlossen, harren sie auf dem Nordküchenbalkon des Verzehrs. Am Montag, 13. November wird das erste Großglas geöffnet. Termin ggf. notieren!

Bis dahin, ich bin der alleinige Esser der Grünen, halte ich mich an die schwarzen meiner Frau, mit Sonderdispens natürlich, bis dahin genieße ich die von Nachbarin Sherife eingelegten Oliven, ein großes Glas davon stand vor unserer Haustüre. Danke Sherife!

Die Grünen sind mit Abstand die Besten, was nur bedingt politisch zu verorten ist . . .

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. . . iss nicht Fiesch mit Mässärr. . .


. . . iss nicht Fisch mit Messer, wenn du Gabel hast . . .

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kommst du nicht zum Fisch, dann kommt der Fisch zu dir – heute frisch eingerollert durch meine Liebste: “ Schau doch mal, was für superfrische zwei Wolfsbarsche, heute früh gefangen extra für uns vor Alanyas Küste. Seit Jahren gehen wir meist zu unserer molligen Fischfrau hier in der Mahallesi, sie macht sie so überaus lecker, wendet sie in Maismehl und brät sie so überaus lecker.

Da bei uns derzeit Fett im Futter ungern gesehen wird, alles fettfrei oder mindest -arm. Keine mollige Fischfrau – und so einige fischige Restaurants in Alanya, können uns keine Begeisterungsschreie mehr entlocken. Die gebackenen Mittelmeerköstlichkeiten zwar gut zubereitet, dann lieblos mehrere Sorten auf den Teller geschichtet, nicht so unser Ding.

Als Vorspeise gab es die Innreien insoweit essbar, einfach köstlich. Der Händler wollte sie wegwerfen, aber Köpfe und alles Inneres aus den Wolfsbarschen bekommen heute Abend noch die Straßenkatzen.

Ein erstes Mal wurden die Wölfe auf dem Wasser erst zart gedünstet und hernach auf dem Rost über aromtische Mehle aus der großen Sägerei in Oba geräuchert. Ein Genuss rundum. Afiet olsun – und esst doch auch mal wieder Fisch! Ist übrigens noch was da – für Hungrige . . .

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Lavendelzeit


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Lavendelzeit

Martina Yaman darf sich zu Recht als Entdeckerin der zwei Lavendelkaffs nahe Isparta fühlen. Und als Pionierin einer ersten Expedition dorthin. Ich darf sagen, ich sei dabei gewesen – und unsere zwei Freunde aus Berlin auch.

Der Duft des Lavendels ist mir in der Nase geblieben und heute erneut ausgebrochen. Lavendel sei gut gegen Magengrimmen, Schmerzen im Hirn, gegen Fußpilz und andere Gebrechen, sehr gut für den Magen, die Nerven, den Fußpilz usw. usw. Heute kroch er mir ins Riechorgan! Du verdöst die heißen Tage im Liegestuhl und auf dem Trockentablett verströmen sich Lavendeldüfte. Im eigenen Garten gepflückt und – nein, nicht um sie in Leinensäckchen zu stopfen damit im Kleiderschrank verduften.

Das allgegenwärtige Internet hat die Idee: nimm dreißig Gramm getrocknete und entstängelte Lavendelblüten, rubble eine Zitronenschale, stopfe sie in den engen Hals einer stilvollen Flasche, kernig viel Industriezucker drüber – und warte. Letzteren verkniff sich der bekennende Diabetiker und nahm anstelle dieses Übels das kleinere Übel, Süßstofftabletten. Daraus soll ein anregender Trunk werden. Allerdings nur, reißt du dir eine Flasche (Doppel-)Korn, oder Wodka, diesen nur bei einer Affinität zu Russland, vom Herzen und badest damit den Lavendel. Prosit! Die Geschmackspapillen und die Synapsen verjüngen sich doch glatt wieder, zumindest eine von beiden ….. Proost!

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Bilder nicht von mir, habe heute schon Katzekatze geknippst, dafür aus dem internet