. . . Einer ist auf den Mast geklettert . . .


. . . um Unsereinen wieder an die große weite Welt anzubinden, kletterte ein Fleißiger auf den nächsten Mast der Türk Telekom. Wir seit einer halben Stunde wieder auf Empfang und wir können lesen und gelesen werden, Sogar das Dampftelefon, das seit Monaten nur angestaubt herumstand, gibt wieder einen Signalton.

„Wir schicken innerhalb von vierundzwanzig Stunden unseren Service. Wir haben die Leitungen geprüft und irgendwer muss da auf dem Schlauch stehen!“ Keine Warteschleife, keine Ausflüchte nach dem Thema, da müssen Sie mal den Stecker reinstecken oder ähnliche äußerst hilfreiche Ratschläge – nichts da. Die Männer kamen,  prüften alles durch, wechselten die Steckverbindungen am Splitter – ja, das sind wir und deshalb kam hier nichts mehr an.

Einer erkletterte den Mast mit einer großen Kabelrolle und erneuerte ein ziemlich langes Stück Leitung. So kennen wir seit Jahren die Türkische Telekom! Die Dauermauler, die in jeder türkischen Suppe ein Haar oder gleich mehrere finden, wird das nicht freuen!

Das meine liebe Frau auch gleich hinter den verrückten Schränken eine Kehrschaufel voll Umwelt entfernte, ein angenehmer Zustand. Schließlich ist gar balde das Christfest, darf das eigentlich noch Christfest heißen; nur mal so nachgefragt . . .

Irgendwo weiß irgendwer irgendwas . . .


Borke von Ceiba speciosa FlorettseidenbaumBlüten von Ceiba speciosa

. . . – Freundin Hanna Barbara Müller aus Berlin, das ist die mit den Kaffeebildern, fand Namen und mehr über den stachligen Gesellen heraus: Danke liebe Hanna!

Florettseidenbaum (Ceiba speciosa)

Steckbrief Florettseidenbaum

wissenschaftlicher NameCeiba speciosa

deutscher Name Florettseidenbaum
Familie Malvengewächse
(Malvaceae)
Gattung Ceiba
Art speciosa
Herkunft Südamerika
Giftigkeit ungiftig
Fruchtart Kapselfrüchte
Geschlecht zwittrig
Häusigkeit einhäusig
Bestäubung Tierbestäubung
Blattanordnung wechselständig
Blattaufbau zusammengesetzt
Blattform gefingert
Blattrand gezähnt
Blütezeit
J F M A M J J A S O N D
Fruchtreife
J F M A M J J A S O N D

Mach Döner wirklich schöner?


Dieses leckere Geflügelfleisch vom Spieß ist immer wieder ein Genuss, ob vom Teller oder als Dürüm. Aber ich kennen keinen Dönerkenner, der davon wirklich schöner und attraktiver wurde. Schaue ich so an mich hinunter oder den in den Spiegel, kommen dann doch Zweifel auf.

Da lobe ich mir die inzwischen zum Duschen herangereifte selbst gesottene Olivenseife, gibi AleppoHaleb-Seife, die zu den Besten der Welt gehört. Die hohen Anteile an erstklassigem Olivenöl machen schon fühlbar nach der ersten Anwendung einen seidenweichen Teint. Richtig oder gelogen?

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Umgetopft


Kürzlich wurde  in unserer Küche ein weiteres Mal umgetopft. Die ersten Kochpötte waren von mäßiger Qualität. Der große Chef aller Töpfe hörte auf den Namen Korkmaz, war auf seinem Boden eingraviert. „Gib mir mal den Korkmatz aus dem Schrank.“ Jeder Pott hat auch seinen passenden Deckel, alte Volksweisheit.

Korkmatzens Deckel legte beim ersten Gebrauch seinen Henkel ab; Markenfabrikat eben und aus heimischer Provinienz. Ein Grobschmied im heimischen Sanayi schmiedete ihn mit grober Hand wieder fest, er wird Generationen überleben. Der Pottdeckel, der Grobschmied eher wohl nicht.

Nach eineinhalb Jahrzehnten war Relaunch angesagt, so heißt das wohl neudeutsch. Neue Töpfe zogen ein, die alten wohlbehaltenen kochen weiter  in der nächsten Nachbarschaft. Eine Induktionskochplatte erwartet die neue Topfgeneration, sonst kocht sie nicht mal Wasser. Wundervolle Töpfe sind in Rente in den Schrank umgezogen, das Induktionswunder aufrecht stehend daneben.

Wir sind wir in der Zukunft angekommen. Nein, nein, nicht dieses Luxusdingens da aus Wuppertal, Thermoflopp oder so ähnlich geheißen. Dieses Wunder für Millionäre, das kocht, brät, dunstet, per Internet gesteuert, es wäscht, bügelt, bringt Abfälle auf den Komposthaufen, kurz ein Tausendsassa. Hat es alles gelernt auf diesen Versammlungen (leicht) gläubiger und sektiererisch angehauchter Zeitgenossinnen und Genossen.

Freundin Ute brachte uns den Klon des Küchengurus aus Germanien mit. Die Begeisterung ist in der Küche hinter dem wild schäumenden Dimcay eingezogen! „Alterchen soll ich dir eben mal schnell deine geliebte Mercimek corbasi kochen?“ In Minuten sie in meiner Suppenschale. Die absolute Krönung der nouvelle quisine sind die in acht Minuten gedünsteten Ciupra Fische. So viel Fisch gab es Jahre lang nicht bei uns. Meine Liebste handhabt dieses Wunderdingens souverän: Guck mal, die musst doch nur und dann und dann und dann – ich verstehe immer noch nicht, welche Nippel ich durch welche Laschen ziehen muss und schaue mit tropfenden Lefzen lieber zu, was das heraus kommt und auf meinem Tellerchen landet.

Welch eine schöne neue Welt – und wenn jemand besterhaltene Induktionskochtöpfe benötigen sollte . . .

 

 

Der unheimliche Nachbar . . .


Dienstag Abend per pedes auf dem Heimweg vom CDAS in Alis Bahnhof zu Kestel, so ungefähr drei Kilometer vom Abendessen entfernt. Der Weg führt,  Informierte kennen ihn schon, über den Köykurfürstendamm. Bis zum Michellhotel, dunkel und eingemottet für den Winter.

Von da an geht´  s bergauf. Vorbei an der Akuaresidenz, ebenfalls dunkel. In den schwarzen leeren Fenstern wohnt zwar nicht das Grauen, da wohnt so gut wie überhaupt keiner in den hunderten Appartements. Nun geht es stramm das Minigebirge hinauf. Dunkelheit in Vollendung, hier leuchtet dir niemand mehr heim.

Immer wieder zur adbendlichen oder nächtlichen Stunde ein Angehen, denn hinter jedem Busch, hinter jedem Strauch, hinter dem Umspannhäuschen hocken sie, die mit den Maschinengewehren, den Dolchen, dieses ganze Gesindel, mit dem unsere Wahlheimat Türkei so gerne dargestellt wird. Zu Risiken und Nebenwirkungen muss man nur die Sachverständigen und solche die sich dafür halten, im fernen Deutschland befragen. Oder lest die qualifizierten Kommentare in facebook & Co.

Da das Abendessen nicht zu mir hinunter kommt, muss ich zu ihm hinauf. Finsternis rundum, der Mond macht sich noch fertig für seinen nächtlichen Dienst. Auf halber Höhe überholt mich mit der hierzulande üblichen Geschwindigkeit ein Lieferwagen.

Hätte ja auch mal halten können, ich maule still für mich. Das Fahrzeug kommt mit derselben Hochgeschwindigkeit zurück, dreht und hält neben mir, der Fahrer steigt aus, kommt auf mich zu, hält mir die Beifahrertür auf: „Steig ein, Komşu! Unser Nachbar muss doch nicht alleine durch die Nacht trotteln!“

Nimmt mich mit hinauf, nur einige wenige hundert Meter. Vom Sehen und Grüßen kennen wir einander, wissen nur, dass er ein Heer von Katzen in seinem Garten bewirtet. Und das an seinem Lieferwagen so etwas wie Endüstriel steht. Danke danke Nachbar. Es wohnt und lebt sich gut in unserer Mahallesi hinter dem wild schäumenden Dimçay . . .

Den CDAS kennt nicht jeder und es ist auch nur meine inoffizielle Bezeichnung für den freundlichen Dienstagskreis. CDAS – das ist der Club alter Säcke; bitte nicht weitersagen, weil es cok ayip ist . . .

I

Katzenfelle sind sehr sehr gesund!


Noch in den Sechzigern hielten die Apotheken Katzenfelle feil. Das war dunnemals ganz normal, allerdings ohne Katze drin, nur das Fellchen, sollte gut sein gegen Zipperlein im Kreuz. Tierschutz? Den gab es nicht einmal dem Namen nach, meistens jedenfalls.

Die Zeitläufte änderten sich, ein wenig zumindest. Wenn man von der Politik absieht. Bei diesen Herrschaften geht es häufig noch zu wie im Mittelalter. Zurück zum Thema. Heutzutage solltest du es vermeiden, in die Eczane zu latschen und nach Katzenfellen zu fragen.

Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch, denn das Vieh sieht mit seinen klugen Augen, wie der alte Kerl sich krümmt. Hat sich mal wieder mit der großen Gabel im Garten verhoben. Sollte Katzekatze nächtens mal nicht draußen aufm  Katzenzwutsch sein, dann bietet sie Service an.

Dann drückt sie sich zwischen uns, macht sich auf der Besucherritze lang und manchmal auch breit – und drückt sich nachhaltig in das schmerzende Kreuz und rührt und rappelt sich nicht bis in den frühen Morgen. Dann allerdings verlangt sie mauzend ihr Futterhonorar für die Nachtarbeit.

Schließlich braucht sie ihr Personal ja gesund und vital! Katzenfell wärmt und entkrampft eben dann besser, wenn noch Katze in ihrem Fell steckt!

 

Hinunter vom Zorne – oder gar nicht erst hinein?


Ganz im Gegenteil zu meiner lieben Frau hätte ich den Streikroller getreten, hätte er mich zwei Kilometer vor der heimischen Mahallesi im Stich gelassen! Auf dem Rückweg vom Abendseminar hustet der blaue Rennroller mit Luiza drauf vor Migros in Tosmur noch einmal leise und schweigt, die Batterie ist alle.

Dunkel wars, der Mond schien noch nicht helle; die Dämmerung hierzulange dauert höchstens eine Viertelstunde. Drei Halbstarke eilen hinzu, beraten sich und kommen zu demselben Ergebnis, Batterie alle alle. „Warte! Wir rufen unsere Freunde an, die helfen dir! Stellen den Roller sicher unter und bringen dich nachhause!“

Die zwei Freunde treffen fünf Minuten später auf ihrem Roller ein, ein Blick genügt. „Komm, steig auf, halte dich an mir fest! Wir fahren in unsere Werkstatt und beheben den Schaden!“ Der andere besteigt den Leistungsverweigerer. Ab geht die Fahrt mit mindenstens Tempo fünfzig. Angetrieben iund verbunden durch Beinkontakt. Der führende Roller mit Beiroller.

Im Gewerbegebiet öffnen sie ihre Werkstatt, laden die abendmüde Batterie auf und finden und beheben die Ursache. Eine andere Werkstatt hatte tags zuvor die ältlich gewordene Leuchte gegen eine neue ausgetauscht. Die war die falsche und deshalb viel hungriger, als die Batterie zu leisten vermochte.

Schlossen ihre Werkstatt wieder zu: „Iyi yolculuklar!“ Erbaten sich TL 20, in Worten zwanzig türkische Lira. Inzwischen war es so um Neune abends.  Der blaue Rennroller mit seiner jung gebliebenen Fahrerin obendrauf rennt wieder – und wie üblich, fliegt er auch mal tief . . .

So viel einmal wieder zu dieser fiesen miesen Türkei und seinen Menschen!

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