Çeşme – eine Erinerung


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Çeşme – eine Erinerung

Zwei Nivos, Bert und Martin, aufgebrochen nach Izmir, dürften heute auch in Çeçme sein und vielleicht sahen sie Bülent Ecevit mit seiner Frau auf dem Sockel. Die Stadt hat ihnenzu Ehren die lebensgroße Bronze errichtet. Irgend wie für uns einiges mehr als ein Hingucker.

Einige Zeit später trafen wir den Ministerpräsidenten Mustafa Bülent Ecevit wieder – bei der Arbeit. In Eskişehir in einem kleinen Schreibmaschinenmuseum. Bei der Arbeit. Der Bescheidene tippte seine Memoranden selbst. Dazu benötigte er ein äußerst bescheidenes Büro. Der Mann machte offensichtlich wenig aus sich und rieb sich für sein Land auf.

Ach, schönes Çeşme. Die Nahsicht auf die Insel Chios. Hin! Die Reisepässe bitte! Keine? Nur Personalausweise? Geht nicht! Schade. Gebt mir mal die Tickets! Klatsch, Ausreisestempel. Vier mal. Wann kommt ihr wieder, am anderen Abend? Iyi yolculuklar!

Derselbe Beamte: ich hatte seit mittags schon arbeitsfrei, aber ich habe auf euch gewartet, ich wollte nicht,  dass ihr Probleme  mit meinen Kollegen bekommt. Iyi geceler!

Noch früher im Beruf freundliches Guten Tag in Hannover vor dem Hotel Intercontinental mit dem MP Tugut Özal. Richtig: mit „a“ – vertrat sie die Beine, lehnte die Limousine ab.

Ende der Erinnerungen. Für heute.

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Kirschenzeit – hohe Sommerzeit – Pfingstzeit


Kirschenzeit – hohe Sommerzeit – Pfingstzeit

Sie leuchten dunkelrot in der hellen Mittagssonne, die reifen Kirschen hoch hinter Mahmut Seydi. Einst Grenzbereich zwischen den sich hinter dieser Linie gegen die Ungläubigen verteidigenden Gegend. Aus diesem Grunde wurde auch die Moschee gebaut, heute noch weht ihr Geist auch den oberflächlichen Besucher an.

Das Hinterland erstreckt sich weit bis hinunter nach Konakli und es entdeckt nur, wer Ahmet kennt, dessen Heimat Kirschenland ist. Kindheitsträume. Man meint, sich die reifen Kirschen in den Mund stopfen zu müssen – und genießt Frucht um Frucht, einzeln lässt sich im Mund ihren Geschmack auf der Zunge zergehen. Und vergisst nicht, die Leinenbeutel zu füllen, Dankbarkeit im Herzen.

Erfährt, in welchem der wenigen Häuser Ahmets Mutter wohnt, pflückt nebenbei eine Handvoll Portulak, Adacay, nehmt es mit, schmeckt gut. Natürlich muss die bescheidene Wohnstatt seiner Großeltern, von den Brüdern zu einem eigentümlich fesselnden kleinen privaten Museum gemacht, wieder angesehen und bewundert von den neuen Entdeckern begangen werden. Der Rosmarintee gehört wie von selbst dazu.

Dabei erfahren die vier Nivos, dass die Plantagen nachts ausgeleuchtet werden. Weil die Wildscheine ohne jedes Feingefühl die Kirschen samt Ästen und Zweigen verwüsten. Es war, als ob diese Türkei uns an die Hand nahm; unsere Herzen öffnet für seine Überfülle. Gast, du musst nur schauen, fühlen, komm in die Kirschen. Komm einfach her, genieße unsere besondere Luft, unser flair.
Danke Ahmet. Danke Manfred und Susanne

Leben auf dem Lande


Leben auf dem Lande

Liebe alte Bekannte, längst vergessene, heute in der Nacht kamen sie zu Besuch, hos geldiniz! Draußen vor der Tür meldete er sich nach Jahren wieder zur Stelle: „unser“ Waldkauz, laut und deutlich – und lange. In unserer Wahlheimat Türkei ist es üblich, einem Gast neben dem obligatorischen Tee etwas Essbares vorzusetzen: hättest du gerne eine möglichst junge Ratte oder eine fette Feldmaus? Afiet olsun.

„Mach Dir keine Umstände, ich habe dich doch mitten in der Nacht aufgesucht, denn für mich ist es jetzt Tag – und ich hatte gerade – die Nahrung kam aus Dieters und Hannelores Garage . . .“ Hoffentlich kommt er jetzt nächtens häufiger, es freut uns, ihn zu hören und wie vor Jahren auch wieder zu sehen, wenn er oben auf dem Balken sitzt.

Im Wohnzimmer Jubel, an der Decke sahen wir zum ersten Mal wieder in diesem Jahr die große Spinne sitzen. „Ich habe schon gespeist, habt trotz der Spritzen der Gemeinde zwar weniger Mücken, aber immer noch Genügend für mich! Fühle mich wohl hier bei euch!“ wir mögen sie. Sehr!

Fehlt in der Sammlung nur noch Elisabeth, die Erdkröte. Ein türkischer Nachtbar er klärte einst, das sie so heißt: Elisabeth. Namensgleichheiten oder gar Ähnlichkeiten sind rein zufällig und überhaupt gar nicht gewollt . . .

Warum nach Isparta reisen,


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Warum nach Isparta reisen, wenn der Lavendel, sprich Lavanta, im Garten unserer kleinen Eigentümergemeinde so riesig wurde, so umwerfend duftet, dass es einen in der Zeit zwischen dem Abend und der Dämmerung in den Liegestuhl katapultiert.

Er duftet auch morgens schon, wenn du wenige Blätter zwischen Daumen und Zeigefinger reibst. Hunderte, wenn nicht tausende Bienen erzeugen Arbeitsgeräusche bei der Ernte. Kein Gewerkschaftssekretär treibt sie mit Trillerpfeife und aufmunternden Plakaten an. Solcher Aktivierung bedürfen sie nicht. Bei uns in der Mahalle herrscht ein angenehmes Betriebsklima!

Sie sind knorrig und hoch geworden, die nektarspendenden Lavantapflanzen und vor zwei Jahren haben sie noch zehn Junge bekommen, importiert aus Isparta; so in ein bis zwei Jahren gehören sie zur Familie. . .

Das schwere Leben auf dem Lande


Das schwere Leben auf dem Lande
Nächtens um Nulldreiuhrsiebzehn: „ist Katzekatze schon im Haus?“ „Nein“. „Warte, ich schaue mal nach.“ Ein schwarzer Schatten huscht herein, Ziel Fressnapf. „Hast du Hunger, Kätzuelein?“ „Jau!“ „Großen Hunger?“ „Jaujau, frag nicht so blöd!“ „Oder kommst du gleich mit rauf?“ „ Naunau!“ Wie war es denn draußen in dieser lauen Sommernacht?“ „Frag mich was Leichteres, MAU!“

Noch ehe ich versuchte, etwas Nahrhaftes im Kühlschrank zu finden, machte sich das Vieh schon auf meiner Bettstatt breit. Natürlich im Querformat. Und nur deshalb habe ich heute Aua in der linken Schulter. Begleitet von Schmähworten massiert meine Liebste irgend so ein wenig appetitliches Zeugs auf.

Es ist die Zeit der nicht gewerkschaftlich organisierten Hähne vom Nachbarn. Gehört dazu hier in der Mahalle, Mensch gewöhnt sich. Man kann nur froh sein, dass das Katzenvieh nicht noch wichtige Nachrichten in mein Handy tippt. Als unsere Große noch eine Kleine war, kommt mir in den Sinn; es gab diese Dinger noch nicht. Aber die Ausrede, dass der Bus leider gar nicht mehr gefahren sei, diese Erklärung war vom Katzenvieh noch nicht angewendet.

Aber der Alte war damals schon begriffsstutzig und wollte nicht den Unterschied von einem Verknallten, mit einem glatten Zehner ausgestattet, schon zeitnah wieder zu einem Zerknallten zurückgestuft war. Diesbezüglich ist Katzekatze geradezu mustergültig. Hat auch noch nie von so einem großkopfeten Kater Lysator gemauzt, hat auch keine Gelegenheit dazu.
Leben auf dem Lande.

Manavgat, wo Grün sich mit Blaugrau vereinigt


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Die freundliche Stadt Manavgat, auf halbem Wege zwischen Alanya und Antalya gelegen. Manavgat gibt es zwei Mal in unserer Wahlheimat Türkei. Einmal als quirlige Kleinmetropole mit zweihundertvierzigtausend Nüfus und einem grün leuchtendem Flus gleichen Namens. Der war gestern unser erklärtes Ziel. Er sollte uns ins offene Meer hinausführen.

„Das geht aber heute, am letzten Tag der Fastenzeit, nun überhaupt mal nicht. Es fährt kein Boot nach Nirgendwo hin. Kommt mal nach so ungefähr vier Wochen wieder!“

Martin, Bert, Luiza ve Pättärr, alle viere Nivos und deshalb auch in der Nivogruppe,  focht das nicht an, drückte nur mäßig auf die gute Laune. Wie unverhofft aus dem Gully stieg ein Kaptan auf: „Ich fahre euch!“ Machte ein Angebot zur Freundschaft, zwei Touristen schlossen sich an. Na bitte, geht doch!

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Eine gute saftig grüne Stunde auf dem durchscheinenden grünen Manavgtfluss, an Weiden, an hölzernen Schiffen vorbei, eine einzige Ziege glotzt, bis zur großzügigen Volte im Mittelmeer, Pause an einem Strand voller leerer Liegen, Eindruck wie aus einer aufgelassenen Anstalt für Lungenkranke, allesamt heute abwesend.

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Rückfahrt unter den Brücken und Villen vorbei wieder zur Anlegestelle in Stadtt Manavgat. Ein Traumtag, macht süchtig.

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Deine BROTBACKMASCHINE


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Oben in der Kuppel hat er ein großes Schaufenster; schließlich möchte man wissen, wie es in seinem Herzen aussieht. Der CAF 400 gibt einen großen Einblick in sein Herz. Er ist rüstig genug, ein ganzes Kilogramm Mehl nebst allen Zutaten aufzunehmen und zu einem köstlichen Brot zu backen.

Unsere Freundin Hannelore stiftete diesen Backautomaten, nur, wir haben schon einen, zwei Leute kommen damit seit Jahren über die Runden. Der CAF ist weder für €uro noch für Trumpels harte $, noch gar für unsere wertvolle türkische Währung zu haben. Nur für das Mindestgebot in Hundeknüddeln, mindestens ein Sack für das Tierheim Gazipasha sollte drin sein. Auf jeden Sack legen wir als Spende einen weiteren drauf.

Oder bietet jemand etwa mehr??

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