Menschen unMenschen


Die Stadtkirche zu Neustadt i.Holst. und die Marktkirche zu Hannover gibt es vollständiger in den Medien. Hier also nicht. Wer sie nicht kennen sollte, einfach nachgucken.

Menschen

Stadtbahn Hannover vor ganz wenigen Tagen, die Neun nach Empelde. Da kurven noch die Grünen. Die modernen Silbergrauen kriegen den Hintern nicht herum. Uns gegenüber eine junge Frau. Wirft verliebte Blicke in ihre Horstmannundsandertragetasche. Meine Liebste spricht sie an.

„In dieser Tragetasche ist meine nagelneue XYZ Tasche! Ich habe schon eine, aber das ist eine Fälschung, man sieht es an der miesen Verarbeitung innen. Seit drei Jahren Schleiche ich um das Original herum, aber die lässt mein Einkommen nicht zu. Ich bin Hilfskraft in der Wäscherei eines Altersheimes.

Bei meinem Schleichgang heute sah ich den niedrigeren Preis, abgesenkt um einen ganzen Hunni; ich habe zugegriffen und es dauert, bis . . . Ich freue mich so sehr, alle sollen davon wissen.“ Ein Üstrawagen der Neun freut sich mit – und lächelt. Ein Mensch, der sich freuen kann!

Neustadt in Holstein, die liebsten Freunde, reizend, kultiviert, gastfreundlichst sie und deren Freunde, immer hilfsbereit, eine Freude, bei ihnen sein zu dürfen! In jeweils ihrer häuslichen Umgebung. Der Bauchumfang nimmt zu, weil zu viele Kalorien und Kohlenhydrate auf Teller und in Trinkgläsern sind.

Läufst du den Holsteinern auf der wundervollen Ostseepromenade entgegen, dann erlebte du etwas – oder nichts. Sie sollten ein Schild um den Hals tragen: heute und an den anderen Tagen kostet ein Grußwort einen Euro!

Selbst ihre Hünde schielen zum anderen Ende der Leine, wohin sie diskret zu schauen haben, nur wech, wech, wech, nur nicht zum Fremden! Der sieht mit seiner wärmenden Scheußlichkopfbedeckung ziemlich verdächtig aus. un Menschen, feingekleidet, distinguiert, zumindest gewöhnungsbedürftig, auch nach Jahren noch.

„Ah, Luiza ve Pättärr, hoshgel, nassin, das ist verschrumpelter Alanyadialekt und der reicht natürlich bis hinter den wild schäumenden und derzeit über vollen Dimcay hinauf. Komshular, bald sind wir doch wieder zu Hause! Und denken schon wieder . . . aber vorerst noch nicht wieder! Versprochen, weil wir den Norden erst wieder bei Türkens begrüßen wollen. Inschallah!

Der dreifache Aziz mit seiner Manıce . . .


Der dreifache Aziz mit seiner Manıce . . . 

„Pättärr, willst du wissen, weshalb wir so eilig zu dir gekommen sind? Ich will es dir erklären:

  1. Ich hatte solche Sehnsucht nach dir und zu Luiza – und meine Manıca, sie wird meine neue Frau, wollte euch so sehr gerne kennen lernen.
  2. ich hatte Sorge um dich, Du bist jetzt alt und . . .
  3. Wir wollen nach Konya zu den Dezemberfeierlichkeiten – und mit euch zusammen sein. Mit einander quatschen, bis der Arzt kommt. Pättärr, wenn du alter Mann schlafen willst, dann quatschen wir eben mit deiner Frau . . .!

Die verquatschte Nacht hängt mir nach – und heute haben selbst unsere Gäste früh ihre Bettchen aufgesucht.

Seit so um die 1960 bis in die heutigen Tage – und Nächte – sind wir befreundet und die Gegenseitigkeit hat sich zu einer Zuneigung entwickelt, in welche Aziz` neue Partnerin gleich in den ersten Minuten nach der ersten Begrüßung mit eingestiegen ist.  Ein Glücksfall, sehr sehr bewegend.

Selbst Kerim, Freund und Taxifahrer seit vielen Jahren, fiel Aziz um den Hals, er kennt von diversen Abholungen in Alanya und Gazıpaşa

Wie viel Gemeinsames aus Hannover, aus Hamburg, Aziz studierte dort Maschinenbau, aus Alanya, wurde wieder lebendig. Wir leben hier nicht auf dem Mond oder in einer sich verklärenden Vergangenheit, wir befassen uns ausgiebig mit der aktuellen Situation im Iran.

Aziz besitzt in Teheran eine Fabrik für Industriepumpen und exportiert in diverse Länder rundum Persien. Es gehöre zur Kultur, mehrfach zu erwähnen, welchen Reichtum man erworben hat, es stärke das Prestige. „Ich habe viel Geld gemacht, alle meine sieben Geschwister haben „Geld gemacht.“

Wir gehen zurück in das Jahr nach der Revolution, die amerikanische Botschaft in Teheran war besetzt, die Mitarbeiter gefangen gehalten. Ich habe energisch darauf bestanden, mit den Besetzern, junge Studentinnen und Studenten, zu sprechen. Aziz

Zeichnete mir auf einem Stadtplan die Lage ein, gekennzeichnet mit einem großen NS. NS? Nest of Spions, eine Botschaft hatten die Amis hier nie, sie waren da, das Regime des Schah zu stützen, um ihre amerikanischen Interessen in unserem Lande zu sichern. Es war ein reines Spionagenest. Ende des Zitats.

Das dritte Auge der Hübschen schaute in Brusthöhe aus dem Şador hervor, drohendes Maschinengewehr, auf mich gerichtet. Interessant ihre Offenheit und ihre Wachsamkeit. Lange her. An der „Freundschaft“ zu den Vereinigten Staaten hat sich seitdem nichts geändert . . .  Der Besuch bei den Eingeschlossenen wurde mir verwehrt, schade genug . .

Heute genossen wir die Wärme des Dezembertages, die Wärme unter Freunden, morgen wird eingekauft, im Iran sei alles so sehr teuer geworden, ein Kochtopf kostet dort ein Vielfaches gegenüber dem Sonderangebot bei Bim.

Es ist Schlummer angesagt, nur noch fix um 21 Uhr die Siebenuhrnachrichten des Zweiten. Freund Aziz, ich habe sonst nur noch Freund Erhart im Schwarzwalde, noch länger als die mit Aziz, so steinalt wie ich selbst, der Jungsche aus Persien ist schließlich mit seinen 68 Jahren noch grün hinter den Ohren, soll mit seinen Tagen erst mal in unsere Jahre kommen.. . ´Morgen haben sich die Lästerzungen ausgeruht und es geht Schlag auf Schlag weiter.

 

Von Normalnull auf Tausend in einer Stunde


Von Normalnull auf Tausend in einer Stunde

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Wandern mit Halil von Fam-Tours beginnt mit dem Auto, so ist der erste Anstieg von Alanya nach Mahmutseydi leicht geschafft.

Nach dem Besuch der alten Camı – wie oft sind wir schon dort gewesen – geht es mit flotten und noch frischen Schritten mehr bergauf wie umgekehrt. Die Tempomaten geben, wie es der Brauch ist, das Tempo vor. Die Wanderwaden kommen rasch auf Vollgas. Es bleibt hin und wieder auch Zeit, die Nase in den Wind und die Augen in die Natur zu senden.

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Die Steine selbst, so schwer sie sind, sie pieken hin und wieder in das zarte Fußfleisch, hin und wieder fasst ein stachliger Zweig an deinen Ärmel, weiter, es riecht nach Pflanzen, nach frischer Herbstluft, nach den Früchten des Waldes.

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Da gibt es Rotes vom Erdbeerbaum, köstlich. Diese aromatischen Dinger heißen tatsächlich Erdbeeren und so schmecken sie auch.

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Weiter, weiter, weiter, von den ersten Mitwandernden , mich eingeschlossen, höre ich unterdrückte Schnappatmung; niemand will ich blamiert fühlen. Fünf Kilometer werden so lang wie deren zehn. Es gibt eine natürliche Umgebung rund um Antalya, die lohnt es, entdeckt zu werden.

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Das ist Ahmets kleines Privatmuseum, sehr sehr sehenswert, leider geschlossen, Herbstes Zeit . . .

Wie, es gibt keine Wegweisungen, alles so wie es seit Jahrhunderten gedieh, einschließlich der massenhaften teils herrlichen Schwarzbauten? Es gibt Wegweiser! Sie hängen  mit Flatterbändern von den Bäumen, nicht zu übersehen. Auch hintereinander gelegte Colaetceteradosen. Sie zeigen dem Wandernden, wo es lang geht. Und sie sind nicht mit weiterem Unrat in die Wälder gekippt. Wir sehen das nur, bleiben auf steinigen Pfaden.

Leute, wandert bald, bald ist es alles mit Abfall verfüllt, scheint hierzulande ein Kulturgut zu sein!

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Halbzeit bei glühheißer Ispanakgözleme, Pause, Ausstrecken der angesäuerten Muskeln. Die Wandervögel trennen sich, die einen wandern weiter. Zweie lassen einen fahren. . . Mein Level war erreicht. Meine Liebste unter den Wandervögeln zu erreichen war nicht möglich. Ich bin in ein langes und tiefes Funkloch getreten So ein Schiet, aber immer noch besser als in einen frischen und noch dampfenden . . .

 

Es war eine Strecke und eine Wegführung, auf der einem das fröhliche Liedlein und das Hutschwenken erspart blieb. Umwerfend schön, aber die morschen Knochen – aua. Das faltbare dritte Bein hängt wieder im Schrank. Eine Traumstrecke, aber für eine jüngere Liga. Halil, du bist so voller Ideen, vielleicht, wenn mich der Hafer stechen sollte, könnte ich doch noch mal wieder – oder ich höre auf die Kanzlerin: WIR SCHAFFEN DAS!

. . . wenn man(n) nicht weiß, frägt Mann


. . . wenn man(n) nicht weiß, frägt Mann . . .

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Şerife, Lehrerin außer Diensten, unsere liebe Freundin, kommt immer mit irgendeiner Überraschung, dieses Mal diese, sorgsam geschenkverpackt,samt Gebrauchsanleitung, im Frühjahr einpflanzen! Aha, alles klar, aber was ist das, wie heißt das, kann man es essen? Ist es giftig, aber schön anzuschauen, oder was?

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