Side! Alle fünf Jahre ein Besuch – mal gucken . . .


 img_20181007_144232.jpg

Side! Alle fünf Jahre ein Besuch – mal gucken . . .

  •  Side hat sich rundum modernisiert, insoweit es bei seiner ruhmreichen Vergangenheit schöner werden konnte und – oder – moderner. Zu Side verbindet uns etwas Besonderes.
  • Vor runden 25 Jahren auf unserer ersten Reise in die Türkei landeten wir unverhofft dort. Ein freundlicher Türke rettet uns vor den Geiern, die hier Taksi heißen; wollt ihr mit nach Side? Wir wollten.

Die Unterkunft war gerade so akzeptabel, unsere Zehen stießen beim Baden an halb versenkte Artefakte aus römischer Zeit, einen Hafen gab es überhaupt nicht, die Budenbesitzer aufdringlich bis  handgreiflich, eben Side dunnemals.

Alle fünf Jahre schauten wir nach, wie Side sich veränderte. Heute, am 07.10.2018 war Side wieder dran. Der Apollontempel steht, viele Säulen sind wieder auferstanden, die Stadt wurde menschlicher, die Verkaufshyänen weniger aufdringlich.  Liegt es an der Müdigkeit nach einer allzu erfolgreichen Saison?

Viele Bauten aus römischer Zeit modern ergänzt. Geradezu baulich so intensiv neu, als wolle man den Bauherren der damaligen Zeiten zeigen, wıe rechtes Bauen geht. Der Rundgang wie immer anregend – so weit die müden Füße tragen konnten.

Die Preise etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man aus der übrigen Türkei in Side anlangt. Uns war nicht bekannt, dass Side der Europäischen Zahlungs-Union anzugehören scheint, das Zahlungsmittel ist der Euro und so gut wie alle Anbieter von Dienstleistungen oder Waren oder Genußmitteln zeichnen in Euro aus. In der nur ungern genommenen türkischen Lira kostet dann so ein Eis mit Schokoladendeckel obendrauf eben TL 10.– (in Worten: zehn TL). Das nur am Rande.

Freundliche Deutsche riefen ihr Töchterchen laut mit ihrem Namen: Şantalı; klingt besser als in deutsch. Tschüß Side, wir sehen einander 2023 wieder,. Inshallah!

img_20181007_142440.jpg

 

 

 

Es blaut nicht mehr so blau


Es blaut nicht mehr so blau in Alanya, am Himmel ist weniger Verkehr

blauer Roller

Meine liebe Frau fliegt nicht mehr tief mit ihrem blauen Rennroller. Der wird seit gestern von einem jugendlichen Liebhaber des Rollerseniors gefahren. Er riss, wie sie mir sagt, ihr den Roller fast aus der Hand, um ihn künftig bewegen zu dürfen. Der Alte sieht eben sehr sehr jugendlich aus, hat nur wenige Schrammen, noch den ursprünglichen Lack. Der Lack ist noch nicht ab!

Wie oft wurde Luiza unterwegs angesprochen: verkauf mir den! Nun haben behördliche Besonderheiten in unserer Wahlheimat Türkei das notwendig gemacht. Der neue mit gerade mal dreizehn Kilometer auf dem Tachometer wird noch eingefahren. Schick sieht er aus, die Zusatzleuchten des Alten sind überflüssig geworden, die sechs Volt Batterie leuchtete – na jaaaa, der Berg hinauf in die Saraglar Mah. tauchte die Schlaglöcher in sanftes, doch gefährliches Dunkel. Das neue Zwölfvoltlicht macht die Dunkelheit eben heller.

Der Neue leuchtet hinten wie vorne überzeugend hell. Zwei schicke Backentaschen hat er auch. In die passt viel Futter – auch für mich. Mit dem Alten, das bin nicht ich, pflegte sie über Verkehrshindernisse einfach hinwegzufliegen. „Ehe diese Autofahrer bei Grün ihre Augen öffnen, bin ich längst am Ziel!“

Iyy yolculuklar, meine Liebste, immer gute Fahrt. Komm immer gesund zurück nach Hause und verschütte in den neuen Backentaschen keinen Yoghurt!

neuer Roller

 

 

Südostanatolien: Mardin 04/18


Mardin, die Zauberhafte; Mardin, die am Hang hochgebaute Schönheit.

img_20180427_200407.jpg

Mardin, 1.325 m hoch im Taurus, nahe der Grenze zum durch Stellvertreterkriege zerstörten Syrien. Des Reiseführers Lyrik spricht von seiner fantastischen Umgebung, seinen antiken Bauwerken usw. und dass Mardin auf keiner Reise durch Südanatolien fehlen dürfe.

img_20180427_122311.jpg

Meine Frau war schon zweimal in Mardin und erzählte mir von den Schönheiten der Altstadt Mardins, große Vorfreude. In einem der drei Busse vor uns von Alanya Kent Konsey wurde eine Frau sehr krank. Meine Liebste hatte – natürlich – auch das lindernde Mittel. Was bedeutet Durchfall im Deutschen, ein Niederländer fragt interessiert. Ähem, Dünnschiss. Natürlich. Ein heftiger Knuff von rechts, vom Sitz meiner Frau, du kannst das auch höflicher als Diarrhoe erklären.

Vielleicht kommt es daher, dass  Montezumas Rache besonders hart ausfiel, am Abend im Bus. Noch fünfzig Meilen bis Buffalo. Noch 20 Minuten bis zum Hotel. Die Peristaltik ist ganz anderer Meinung. Bus vier an Bus eins: Mayday mayday! Nothalt, die Rettungsgasse frei, Sprung hinter den Busch. Die Ouvertüre von mehreren Akten.

Halt vorm Hotel, Spurt hinein, ein getretener Fuß, ein strauchelnder Rollkoffer, ein Aufprall auf den Türsteher. Der fackelt nicht und wendet Unheil ab, er bahnt mir den Weg in die Kabine, Rettung in letzter Sekunde. Eine ziemlich lebhafte Nacht und einen folgenden Tag im Bett geht das. Mardin blieb unbesucht, aber es besuchte mich während der Pausen. Zwei der unzähligen neuen Fünfzehnstöcker schauten über den Balkon.

Von Mardin habe ich mit Muße nur die herrlichen handgearbeiteten und verzierten Möbel im Foyer des Hotels bewundern können. Sie stammen aus dem Nachlass der Großeltern des Hotelbesitzers. Mehr vielleicht ein nächste Mal, Inshallah. Was haben wir gelernt daraus, lästere nie über andere und erkläre selbst einem Holländer, das ein Durchfall aus einer Diarrhoe besteht und rede nicht von einem D…….is.

img_20180428_073715.jpg

Es gibt noch viele Erlebnisse von der Gemeinschaftsreise mit Alanya Kent Konsey nach Anatolien, von offenbar kompetenter Kommentierung als Karawane apostrophiert.  Festgehalten auf dem Plattfisch – und durch den falsch gedrückten Knopf in den Orkus verschüttet.  Nun rekonstruiert aus dem Kahlkopf heraus, in ca. sechs Beiträgen.

  • alle Bilder von meiner Frau . . .

 

 

Jeister? Et jibt se noch . . .


Jeister? Et jibt se noch . . .

Vom Mittwoch auf diesen Donnerstag ganz genau um 24:15 Uhr strecken wir die wehen Knochen beim Ausstieg aus dem Bus, packen die Hackenporsches und ersteigen den tief schwarzen Berg hinauf zu unserer Mahalle hinter dem wild schäumenden Dimcay. Mitten drin ein schwirrender schwarzer Schatten quer hinüber. Nachteule? Eher eine verspätete Reiterin auf dem Besen. Schließlich ist es die Walpurgisnacht.

Iyi yolculuklar! Auf dem tiefdunklen Dreiviertelaufstieg schlägt Hundhund an, hosh geldiniz Komshular. Aus dem tiefsten Dunkel springt Katzekatze meine Frau an und lässt sie die ganze Nacht nicht mehr los. . .

Wir sind wieder da, zurück aus Anatolien!

 

 


Montags. Morgens. Markt. Manavgat

img_20180212_164205.jpg

Peine und Manavgat haben ein Gemeinsames. Beide liegen im Nahbereich größerer Stadtgebilde. Peine in Niedersachsen nahe Hannover. Manavgat biedert sich bei Alanya an. Nur würde es keinem Hannoveraner einfallen, etwa nach Peine zu reisen, nur des Marktes wegen.

Ganz anders Manavgat, ein überaus geschäftiger Ort mit immer besser werdendem flair. Ein etwa in die Jahre gekommener Bus mit einem dto. Kaptan nimmt die Vergnügungssüchtigen für elf TL mitten hinein in die Stadt. Die Beschicker schicker Winterkleidung maulen vor sich hin, ihre warmen Sachen, sämtlich in € ausgepreist, wollen sich nicht von der Stange bewegen.

img_20180212_163840.jpg

Auf in den riesigen essbaren Teil – in einer neuen Markthalle, luftig in ihrer neuen Dachkonstruktion – ein Genuss. Wir hatten nicht vor, unsere Möhren und Salatblätter künftig in Manavgat zu erwerben. Es bleibt bei einer Schachtel Süßem, ohne Zuckerzusatz aus Keciboynuzu lokum, fein gemahlenem Mehl aus der Frucht des Affenbrotbraums. Gewöhnungsbedürftig. Gesund!

Nachmittags auf der Promenade am Fluss. „Unser“ Kitapkahve, dem Buchladen, in welchem es auch Kafee gibt, oder Café, vollgestopft mit Büchern, voller Sonnenanbeter.

„Kommt auf mein Schiff, ihr Beiden! Wir trinken einen Tee zusammen. Wenn ihr noch drei Mitfahrer habt, fahre ich euch auch, Probefahrt! Wenn ihr mal zehn bis fünfzehn Leute seid, dann koche und brate ich auch Leckeres, wir schippern einen ganzen Tag, immer mit erholsamen Pausen!“

Abends regnet es, was der Himmel heute so hergibt, gök gürültüsü, Himmelslärm. Aber erst. Als ein etwas in die Jahre gekommener Bus mit einem dto. Kaptan uns wieder heimbrachte und die Haustür hinter uns zufiel.

img_20180212_142402.jpg

Grüße an unsere Freunde in Manavgat in der gläsern gewordenen Belediye, an unsere Freunde in Bizim köy – und auf bald – hier oder dort!

Eine kleine Frühlingsweise . . .


img_20171112_135926.jpg

. . . nahm mein Herz mit auf die Reise – in den frühlingswarmen Sonntag einen Tag nach Karnevalsbeginn in einem Teil Deutschlands. Unsere Sonntagsreise endete geplant in der immerhin sechzig Kilometer entfernten Stadt Manavgat – wieder einmal. Die lebhafte und fast touristenfreie Stadt Manavgat liegt ungefähr auf halbem Wege zwischen Alanya und Antalya.

Selbst an einem Sonntag ist hier Leben, unser Ziel, die Bootsfahrt auf dem Fluss bis ins Mittelmeer und wieder zurück konnten wir uns abschminken. Keiner der Eigner der schönen Holzboote war bereit, nur für uns zwei Menschlein die Boote anzuwerfen. „Hat es sich noch nicht bis zu euch herumgesprochen, dass die Saison gelaufen ist? Wer zu spät kommt, den bestraft die Schifffahrt.“

Wir genossen das milde Frühlingssonnenlicht mit den farbigen Lichtern rundum, und das an einem Sonntag, am zwölften November Zwanzigsiebzehn. Zumal heute der Tag des Nichtzählens war. Sonst wird bei uns Beiden jede Kalorie wenn schon nicht auf die Goldwaage, dafür auf die bis zu einem Kilo Gewicht zählende Taschenwaage.

Heute bissen wir mit Genuss ohne Reue in die fetten süßen Kuchenteile. Ab Morgen wird wieder Kohldampf geschoben, nein, gar so schlimm isst man nun wirklich nicht. Aber die Pfunde sind verschwunden und werden nicht herumgetragen, ein gutes Gefühl!

img_20171112_144409.jpg

Die Mahalle hinter dem wild schäumenden Dimcay hat uns zurück, Manavgat, wir kommen gelegentlich wieder! Die Sonne wärmt immer noch, aber in einer dreiviertel Stunde wird es schwarz vor Augen, nach fünfzehn Minuten ist es duster.

Eine kleine Frühlingsweise nimmt mein Herz mit auf die Reise – Richard Tauber sang es, als Deutschland sich noch nicht verdunkelte.

img_20171112_144523.jpg

 

 

Hi Nemrut, wir sehen einander wieder – Inshallah!


Hi Nemrut, wir sehen einander wieder – Inshallah!

Bildergebnis für Nemrut Türkei Bilder kostenfrei Bild Sunexpress

Expo Zweitausend in Hannover – Großes Bild des Berges Nemrut im Pavillon der Türkei – Sehnsucht.  – steiler Aufstieg – freundlicher Ruf Taksi Taksi – ein Eselchen sollte den Alten nach Oben transportieren – höflicher Empfang der steinernen Herren hoch oben auf fast dreitausend Metern – angefixt – trotz Heerscharen fotografierender Japaner – trotz leicht nässender Kälte dieser Sonnenuntergang – er wurde erlebt –  das war im Jahr zweitausendsieben.

Die Droge Nemrut wirkte ein Jahrzehnt nach. Heute, am, dreißigsten Juli 2017 Buskarten erworben für den kommenden Sonnabend abends um zwanzig Uhr für den kleinen Weg Alanya Otogar nach Adyaman. Ankunft am Sonntag gegen neun Uhr. Dann nur noch so sechzig Kilometer weiter in das Kaff am Fuß unseres Zieles. Die Erfüllung der Sehnsucht und des Wiedersehens mit dem Weltkulturerbe Nemrut. Mit von der Partie meine beiden Freunde Andreas und Deniz. Die beiden Berliner und Freunde seit sieben Jahren sind neugierig, die andere, die ursprüngliche Türkei außerhalb der ausgelatschten Touristenrouten kennen zu lernen und in die Zeit um runde achthundert Jahre v. Chr. einzutauchen.

Bildergebnis für Nemrut Türkei Bilder kostenfreiBild Göbeklil Tepe – mit der Hoffnung, den Großkopfeten mit dem ersten Sonnenstrahl unsere Aufwartung machen zu dürfen . . .

-.-.-..-

An der Südflanke des Taurusgebirges, auf 2.159 Metern Höhe, begraben unter knapp 200.000 Kubikmeter Geröll und Felsgestein, vermuten Archäologen die Grabkammer des sagenumwobenen Herrschers Antiochos, der einst die Mythen der alten persischen Großreiche in Einklang brachte mit dem Lebensstil der Griechen und Römer.