Entchen, so gehe doch gerade,


Entchen, so gehe doch gerade, es ist doch um dich schade . . . Wie so fällt mir das Gedichtchen, das weiland mein Vater mit weiland dem kleinen Kerl einübte, gerade rbrn noch frischen Heiligabend ein? Es waren zwei Entchen auf unseren Tellern im Old house oder auch eski eve zu Alanya. Und beide konnten nicht mehr watscheln, sie waren noch soo klein und schon so geschmacklos und mit verkokelter Haut, nicht eben ein Genuß´.

Die Kartoffeln allzulange im Wasser gewärmt, auch ihnen war jeglicher Geschmack abhanden gekommen, ein durchaus genießbarer Rotkohl, kein Tellerchen für die Knöchelchen, alles miteiander dargeboten in einem Schleuderservice, einem Herumgerenne, in einer Hektik, nicht angebracht bei ganzen zwölf Gästen.

Oldhouse versus Eski eve lud zum festlichen Mahle ein, es war ein Mahl, aber kein festliches und in keinem Verhältnis zum Preis! Urteil: nicht empfehlenswert!

Ehe wir wir vielleicht ein Hausverbot zu gegenwärtigen haben, beschließen wir in vorauseilendem Gehorsam, dieses ungastliche Haus fürderhin zu meiden!

 

Zinnsoldaten


Zinnsoldaten. Von hinter dem wild schäumenden Dimcay kommend, kurz hinter Tosmur und noch vor Oba werden die drei Spuren der D 400 von drei auf nur noch eine Spur verengt. Ein Wachhabender lugt grimmigaufmerksam in jedes Fahrzeug, immer auf der Hut nach möglichen Übeltätern. Hin und wieder winkt er scheinbar willkürlich Fahrzeuge nach rechts heraus. Da wartet die Police mit der Registrierkasse. Es gibt auch in unserer Wahlheimat Gesetze – anschnallen, nicht telefonieren usw. usw. Nur nimmt man es erst genauer damit, wenn, siehe weiter vorne.

Uns mit unserem Phaeton nimmt man mehr oder weniger gar nicht wahr. Nur gestern, am Sonnabend vorm dem dritten Advent, stellt der Uniformierte sich quer, winkt uns rechts heraus. Vorausgehend dirigiert er uns – langsam, langsam bitte, vor eine Gruppe Uniformierter.

Die grinsen über alle vier Backen, erfreuen sich am Phaeton und den beiden Ollen, die drin, oder drauf, sitzen, genießen, winken fröhlich einige übertriebene Verbeugungen und wir dürfen weiter in den Technikmarkt, eine neue Lokusbrille zu erwerben.

Wie die Zinnsoldaten standen sie nicht gerade in Habachtstellung, eher wie ein . . . . .strahl. Kein zackiges Salutieren; hätte man ja wohl noch erwarten dürfen. Aus eingefleischter Haltung vor den Repräsentanten der Obrigkeit verkniff ich mir die Frage: „Wo hamse jedient?“ Menschen halt, Menschen in Uniform . . .

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Noel Pazarı – Alanya genießt den 10. Dezember


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Noel Pazarı – Alanya genießt den 10. Dezember, der zweite Advent gehört dem achten hiesigen weihnachtlichen Markt. Hier wird das christliche Weihnachten reichlichst von muslimischen Menschen zusätzlich – oder hauptsächlich begangen. Der Himmel schickte nur wenige Tropfen auf die fröhlichen Menschen und hielt sich mit weiterem Gewässer von oben gar sehr zurück.

img_20171210_135753.jpgViele Bekannte, Freunde und Freundinnen,  feiernde Mitmenschen eben. Da macht der Berichtende nebst Ehefrau gute Miene zu den Leuten, die dir pausenlos die Kinderkarren in die Hacken knuffen. Schließlich ist es das Fest der Versöhnung – und des Genusses – vor allem das Überangebot an Gezuckertem musste durchprobiert sein. Der bekennende Diabetiker darf am heutigen Abend das Messen nicht vergessen – und das Erschrecken. Aber es ist ja Weihnachtsfest zu Alanya.

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Die alljährlichen Dauerredner, sauber aufgereiht nach Wichtig, wichtiger, am Wichtigsten, wir verkniffen sie uns.  Der gar weihnachtlich klingende Gesang, schallend den Weihnachtsmützen entspringend lautsprecherverstärkt dargeboten, er suchte die Abstimmung mit den Instrumenten. Macht nichts, es ist Weihnachtsmarkt zu Alanya.

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Die Fischsuppe, gerührt im großen Kessel auf Holzbohlen gewärmt, sie wollte nicht garen. Weihnachtsmarkt in Alanya. Macht nichts, Kekse, Pfefferkuchen hart wie Panzerplatten, Süßes, Anregendes zuhauf. Ich kreise mit klebriger Zunge um die mannigfachen Bottiche mit glühendem Wein, nicht sicher, ob es sich um richtigen Glühwein handele. Auch Muslime sprechen dem rötlichen heißen Trank zu. Weihnachten kann kommen – es war der, wenn ich mich nicht verzähle, das zehnte Mal, die Belediye ließ sich nicht lumpen am großen Baum und an den aufgestellten Buden, wie in jedem Jahr.

Viele Nationen waren friedlich miteinander, vielen Ehrenamtlichen gehört viel Anerkennung!

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. . . der steht hinter dem Weihnachtsmarkt – unbeachtet . . .

 

 

 

 

Es blüht so bunt im November . . .


. . . Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen; das war gestern und besang ein Ereignis in einem anderen Land am Mittelmeer. Heute, am 06.11.2017, ist heute und in Alanya in unserer Wahlheimat Türkei.

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Mitten im Westen der Stadt an der Hauptstraße nach Westen. Leute Leute, immerhin ist es der Monat Kasim – der elfte Monat im Jahreslauf und bei über fünfundzwanzig Grad Celsius. So üppig blühen die Agaven nicht in unserem Garten, immerhin liegt unsere Mahalli runde achtzig Meter über NN. Außerdem geht die Sonne hier ganze zwei Stunden früher als als in Europa. Ein Fingerschnipsen von ziemlich ganz weit oben und die Uhren gehorchen brav. So bekommen wir die ZdF Nachrichten abends um sieben Uhr dann eben um neun Uhr. Mensch gewöhnt sich…

Der Baum, auf den sich kein Affe hinauf traut, ganz in der Nähe. Unten herum wurde er entmilitarisiert, aber über Kopfhöhe – auf backe; seht selbst!

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Umgetopft


Kürzlich wurde  in unserer Küche ein weiteres Mal umgetopft. Die ersten Kochpötte waren von mäßiger Qualität. Der große Chef aller Töpfe hörte auf den Namen Korkmaz, war auf seinem Boden eingraviert. „Gib mir mal den Korkmatz aus dem Schrank.“ Jeder Pott hat auch seinen passenden Deckel, alte Volksweisheit.

Korkmatzens Deckel legte beim ersten Gebrauch seinen Henkel ab; Markenfabrikat eben und aus heimischer Provinienz. Ein Grobschmied im heimischen Sanayi schmiedete ihn mit grober Hand wieder fest, er wird Generationen überleben. Der Pottdeckel, der Grobschmied eher wohl nicht.

Nach eineinhalb Jahrzehnten war Relaunch angesagt, so heißt das wohl neudeutsch. Neue Töpfe zogen ein, die alten wohlbehaltenen kochen weiter  in der nächsten Nachbarschaft. Eine Induktionskochplatte erwartet die neue Topfgeneration, sonst kocht sie nicht mal Wasser. Wundervolle Töpfe sind in Rente in den Schrank umgezogen, das Induktionswunder aufrecht stehend daneben.

Wir sind wir in der Zukunft angekommen. Nein, nein, nicht dieses Luxusdingens da aus Wuppertal, Thermoflopp oder so ähnlich geheißen. Dieses Wunder für Millionäre, das kocht, brät, dunstet, per Internet gesteuert, es wäscht, bügelt, bringt Abfälle auf den Komposthaufen, kurz ein Tausendsassa. Hat es alles gelernt auf diesen Versammlungen (leicht) gläubiger und sektiererisch angehauchter Zeitgenossinnen und Genossen.

Freundin Ute brachte uns den Klon des Küchengurus aus Germanien mit. Die Begeisterung ist in der Küche hinter dem wild schäumenden Dimcay eingezogen! „Alterchen soll ich dir eben mal schnell deine geliebte Mercimek corbasi kochen?“ In Minuten sie in meiner Suppenschale. Die absolute Krönung der nouvelle quisine sind die in acht Minuten gedünsteten Ciupra Fische. So viel Fisch gab es Jahre lang nicht bei uns. Meine Liebste handhabt dieses Wunderdingens souverän: Guck mal, die musst doch nur und dann und dann und dann – ich verstehe immer noch nicht, welche Nippel ich durch welche Laschen ziehen muss und schaue mit tropfenden Lefzen lieber zu, was das heraus kommt und auf meinem Tellerchen landet.

Welch eine schöne neue Welt – und wenn jemand besterhaltene Induktionskochtöpfe benötigen sollte . . .

 

 

Der Sonntag des Teleferik

Hervorgehoben


Der Sonntag des Teleferik

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. . . man gönnt sich ja sonst nichts und deshalb teleferikten wir mit unserer neuen Seilbahn auf unseren Burgberg und begaben uns von der Höhe der Mahalesi hinunter in die Niederungen auf der Butterseite Alanyas.

Denn dort ist die üppige Talstatation unserer neuen Seilbahn; alle Welt habe sie vorgeblich schon ausprobiert; wir vom Dorfe wollten nicht länger zurückstehen. Ein Sonntag mit Seilbahn in die höheren Regionen? Ob es überhaupt ein Plätzchen für den „Phaeton“ gibt? Es gab ihn, der Andrang war mehr aus äußerst überschaubar. Sicher wird diese Feststellung den Unmut der lokalen Hochschreiberin der Saison Zwanzigsiebzehn erregen. Fünfzehn türkische Lira kostet der Aufstieg per Kabine und wer noch´n  Taler drauflegt, den transportiert sie auch wieder hinunter.

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Eine entschleunigte Bummeltour über Felsen, kleine Wäldchen und in die Balkone und Wohnzimmer unten Anwohnender macht die Fünfminutenfahrt in die Höhe und an die Füße der Burg zu Alanya zur kleinen Erholung zwischendurch. Gut so, denn mit Tempo wäre das Vergnügen denn auch allzu kurz. Hindurch den Hintereingang, der zum Haupteingang zum Burggelände umgewidmet war, über gepflegte ausgebaute Wegungen wird der Weg in die höheren Gelände lang und heiß, schließlich ist es erst September.

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In einer lauschig-schwummerigen Nischen, deren gibt es einige, das Auge gewöhnt sich an das Dämmerlicht und mittendrin eine schlanke ranke Trägerin einer schwarzen Burka; mensch gewöhnt sich, es gibt deren deutlich mehr, aber in dieser Umgebung schaut man zweimal, um nicht auf einen schwarzen Fuß zu treten. Schön die alten Gemäuer und ihre Wiederauferstehung nach Jahren des Verfalls.  Alanya, nach wie vor unsere Wahlheimat in der Türkei, du bist attraktiver geworden! Noch attraktiver. Adem Murat bey und Mannen in der Belediye, Lob und Dank für euren Mut zu dieser Investion für uns alle.

Ernst Reuter, euer Vorgänger einst in Westberlin, hatte Alanya schon im Urin oder im Kleinhirn, als er den Mikrophonen anvertraute: VÖLkER DER WELT, SCHAUT AUF DIESE STADT!

Bilder wie meistens von meiner lieben Frau! Danke!

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Die Zwei mit der Raute; wer war Erster?


„Wir“ natürlich. „Unsere“ Kanzlerin zu Berlin zeigt immer wieder und immer wieder die inzwischen berühmt gewordene Merkelraute. Man sieht sie, ohne sie zu sehen, und weiss sofort: Aha, dass ist doch…. Aber das ist falsch. Die deutsche Bundeskanzlerin schmückt sich mit fremden Federn, äh, Händen.

Der rechtmäßige Eigentümer der Raute ist unser Bürgermeister Adem Murat Yücel. Unser Bürgermeister, weil er jahrelang die Bürger unserer Gemeinde Kestel meisterte. Das machte er so gut und immer so nahe an uns Bürgern, dass wir ihn bei den letzten Wahlen an die Stadt Alanya ausliehen. Wir Bürger lieben ihn mit seinem Dauerstrahlen, auch wir Yabanci, wir Fremden. Zurück beordern können wir ihn nicht mehr, denn flugs hat er Kestel eingemeindet. Schiet.

Nun strahlt er uns wieder einmal großformatig an und zeigt seine Raute vor. Ich zichtige uns` Kanzlerin des Plagiats. Sie muss irgend wann einmal in grauer Vorzeit hier gewesen sein und hat sich diese Raute antrainieren lassen. Wie so Vieles andere auch.

Nota bene: von Türken lernen heißt siegen lernen!

Frau Dr. A. M. verschob ja so einiges mehr oder weniger Wichtige bis nah den Wahlen, was man verstehen muss. Vielleicht findet sie nach deren Ergebnis ja den unverschämten Mut, unserem Adem Murat bey hier an dieser Stelle zu danken für sein Vorturnen in Sache Raute?