Devlet Alanya und die Nacht der tausend Neonlichter


Devlet Alanya, das neue Gesundmach- und dto. Erhaltungszentrum der Stadt Alanya, erst einige Monate in Betrieb – und ich war in der letzten Nacht in seinem Inneren.

Freundlicher Empfang an einem der Aufnahmeplätze, immerhin war es kurz vor der Geisterstunde. Reisepass vorlegen, das Ikamet verschwindet im Tresor. Der gibt es wieder heraus – wenn die Rechnung beglichen ist. Bei solchen wie mir, die wir selbst zahlen, ist man vorsichtig. Verständlich. Die AOKler und die anderen Gesetzlichen genießen ihren Kredit mit Hilfe eines Formulars. Wir Privaten entraten des Vorschussvertrauens.

Meine liebe Frau, des Türkischen mächtig und dem Expertenwissen der Lehrerin für Gesundheitsberufe, übersetzt. Ihr Mann, das bin ich, ist im doppelten Sinne heute Abend kurz vor der Geisterstunde, sprachlos. Plötzlich geht alles ganz schnell, der Arzt ist nach Minuten zur Stelle, ein zweiter eilt dazu.

„Sie geben uns ihr Blut, wir stecken Sie in die Röhre, stellen den Zustand Ihres Gehirns fest – insoweit noch vorhanden und tätig (Anmerkung des Schreibers).

Missbilligender Blick der Expertin und Ehefrau, als ihre türkische Kollegin den Venenzugang nicht gleich findet und ihren lieben Mann maltraitiert. „Stell dich nicht so an, memm nich rum!“. Ergo die gewohnten zärtlichen Grobheiten.

Warten auf die Ergebnisse. Der interne Fahrzeugpark fährt zum „In die Röhre“ gucken. Warten! Warten darauf, was die nahe Zukunft nun bringen wird. Inzwischen habe ich die am Abend zuvor kurz verlorene Sprache wiedergefunden. Die deutsche, der Yabancı versteht ja die Sprache seiner Wahlheimat Türkei nur in Bruchstücken.

Warten auf einem Schragen mit Rädern drunter, Luiza bekommt ein Fabrikat aus Plastik, sieht aus wie ein Stuhl, dem man jegliche Bequemlichkeit aberzogen hat.

Warten auf die Untersuchungsergebnisse.  Hier geht es zu wie in einer Karavanserei, Kurzbehoste, Langbehoste, Zugebundene, Offenherzige, alle kümmern sich um ihre maladen Angehörigen, trösten und helfen ihnen bei notwendigen Verrichtungen, alles etwas lauter. Mensch gewöhnt sich.

Erste Laborergebnisse, alles im grünen Bereich. Warten auf weitere Befunde. Mit Warten vergeht Stunde um Stunde in dieser so lebendigen Umgebung. Alle paar Minuten schaut ein Neugieriger, eine Neugierige durch den Vorhangspalt nach dem Fremden. Mann und Frau nehmen Anteil hierzulande, wünschen schnelle Genesung „geçmiş olsun“.

Es graut schon dem Morgen, inzwischen zeigt die Uhr ein Viertel nach fünf. Der erste Unhöfliche am Kiosk, Corbası, nö. Kahve, nö. Cay, nö. Toast könnse haben. Nein danke.

Kurz, knapp, klar die beiden Ärzte: es ist alles in bester Ordnung im Oberstübchen! Aber in einer Woche soll sich unser Internist das noch mal anschauen. . .

Die Rechnung ist beglichen, sie fällt sehr sehr moderat aus, das Ikamet verlässt den Schrank.  Der Anlass war scheinbar unscheinbar. Ich wollte meiner Frau lediglich die Rabenvogelplage in Scheswig-Holstein erklären. Sprach aber, sagen wir mal, ziemlich verwaschen. Die Zunge, sie gehorchte nicht mehr so ganz.

Ich gehe immer wieder bei Notwendigkeit ins „Devlet Hastanesi“ in Alanya. Die Leute verdienen durchweg Hochachtung und Vertrauen!

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Vatertag, der war erst gestern!


Vatertag,  der war erst gestern!

Vatertag, ihr Europäer funktioniertet den christlichen Tag der Himmelfahrt um in einen vorgezogenen Vatertag. Dabei war Vatertag, der richtige Vatertag, doch erst gestern. Wir merkten es am Überraschungsbesuch von Aynur und ihrer Tochter Aslı. Mit Geschenken standen sie auf der Matte.

Das sei so üblich, denn es war doch Vatertag. Meine liebe Frau trägt seit nachmittags eine dieser farbenfrohen Hosen, gewiss sehr angenehm bei den sehr frühen Hochsommertemperaturen – und „Vatern“ kann sich nun in in das sehr tragbare Shirt mit dem Goldenen Dreieck darauf in der Öffentlichkeit zeigen.Mein Angebot: fragt in 2019 vorher nach dem wirklichen Vatertag hier nach . . .

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Mein Kampf . . .


Mein Kampf . . . steng genommen ist ist es gar nicht unsere kriegerische Auseinandersetzung. Auch so eine beschönigende Umschreibung für das Aufeinanderlosgehen. Hinter dem wild schäumenden Dimcay herrscht derzeit eine unterschiedliche Interessenlage zwischen den Kombattanten: Leasinghund Zeytin und (Kampf-)Katzekatze.

Diese verteidigt ihr Revier mit aus den Samtpfoten herausgefahrenen Messern und ihren Säbelzähnen. Der arme Leasingköter weiß gar nicht mehr, wie ihm geschieht. Liegt er still auf seinem Lager, kommt ein unverhoffter Luftangriff vom Stuhlsitz aus. Kampfkatzekatze setzt sich ständig hämisch grinsend in eine strategisch vorteilhafte Position und schlägt und beißt aus dieser.

Keine Stellvertreterkriege wie seit Jahrzehnten bei den sogenannten Großmächten, sondern Katz gegen Hund. Sie beißt und kratzt und er hungert sie aus, Katzennapf ständig leer. Revanche gildet nicht, die Hundeknüddel sind unter ihrer Würde.

Meistens gehe ich schamvoll in Deckung, wenn die Fetzen fliegen und berufe, selbstverständlich ohne ein Echo, Konferenzen ein und predige ihnen friedfertig, es doch mit Schwertern zu Pflugscharen, Frieden schaffen ohne Waffen und dass der Frömmste nicht in Frieden zu leben vermag. Vielleicht klingen meine Predigten auch zu hohl in ihren Ohren, da ich zu diesen Frömmsten der Frommen keine Zugang habe.

Beide versuchen, mich einzubeziehen in ihre Kriegshandlungen, die Teigrührschüssel schüttet mir ihren Wasserinhalt über den Latz, weil hienieden auf dem Küchenfußboden um Landgewinne lautstark gekämpft wird.  Landgewinne aus der Luft und auf Erden reichen, es muss nicht auch noch das ohnehin belastete Mittelmeer hinzukommen.

Nehmt es euch zu Herzen, ihr sogenannten Großmächte: so macht man Kriege! Schickt euren Trumpel in den Ring mit dem Herrn des Kreml! So wie ihr seit Jahrzehnten fremdmorden lasst, darf es nicht weiter gehen im kleinen Rest der Welt. Erst beim Tippen fällt mir ein, welcher Tag heute ist: das Datum wurde uns auch mal jungen Menschen ins Hirn tätowiert, wie . . . Vergleiche dazu wird nicht geben! Weil es mir graut, wie spät die Echos den beiden Stinkern und ihren Produzenten nachhaltig auf die Füße klatschen. Business at usual spült nicht immer Reibach in diverse Taschen und Hass in die Herzen der Verbraucher . . .

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Entchen, so gehe doch gerade,


Entchen, so gehe doch gerade, es ist doch um dich schade . . . Wie so fällt mir das Gedichtchen, das weiland mein Vater mit weiland dem kleinen Kerl einübte, gerade rbrn noch frischen Heiligabend ein? Es waren zwei Entchen auf unseren Tellern im Old house oder auch eski eve zu Alanya. Und beide konnten nicht mehr watscheln, sie waren noch soo klein und schon so geschmacklos und mit verkokelter Haut, nicht eben ein Genuß´.

Die Kartoffeln allzulange im Wasser gewärmt, auch ihnen war jeglicher Geschmack abhanden gekommen, ein durchaus genießbarer Rotkohl, kein Tellerchen für die Knöchelchen, alles miteiander dargeboten in einem Schleuderservice, einem Herumgerenne, in einer Hektik, nicht angebracht bei ganzen zwölf Gästen.

Oldhouse versus Eski eve lud zum festlichen Mahle ein, es war ein Mahl, aber kein festliches und in keinem Verhältnis zum Preis! Urteil: nicht empfehlenswert!

Ehe wir wir vielleicht ein Hausverbot zu gegenwärtigen haben, beschließen wir in vorauseilendem Gehorsam, dieses ungastliche Haus fürderhin zu meiden!

 

Zinnsoldaten


Zinnsoldaten. Von hinter dem wild schäumenden Dimcay kommend, kurz hinter Tosmur und noch vor Oba werden die drei Spuren der D 400 von drei auf nur noch eine Spur verengt. Ein Wachhabender lugt grimmigaufmerksam in jedes Fahrzeug, immer auf der Hut nach möglichen Übeltätern. Hin und wieder winkt er scheinbar willkürlich Fahrzeuge nach rechts heraus. Da wartet die Police mit der Registrierkasse. Es gibt auch in unserer Wahlheimat Gesetze – anschnallen, nicht telefonieren usw. usw. Nur nimmt man es erst genauer damit, wenn, siehe weiter vorne.

Uns mit unserem Phaeton nimmt man mehr oder weniger gar nicht wahr. Nur gestern, am Sonnabend vorm dem dritten Advent, stellt der Uniformierte sich quer, winkt uns rechts heraus. Vorausgehend dirigiert er uns – langsam, langsam bitte, vor eine Gruppe Uniformierter.

Die grinsen über alle vier Backen, erfreuen sich am Phaeton und den beiden Ollen, die drin, oder drauf, sitzen, genießen, winken fröhlich einige übertriebene Verbeugungen und wir dürfen weiter in den Technikmarkt, eine neue Lokusbrille zu erwerben.

Wie die Zinnsoldaten standen sie nicht gerade in Habachtstellung, eher wie ein . . . . .strahl. Kein zackiges Salutieren; hätte man ja wohl noch erwarten dürfen. Aus eingefleischter Haltung vor den Repräsentanten der Obrigkeit verkniff ich mir die Frage: „Wo hamse jedient?“ Menschen halt, Menschen in Uniform . . .

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Noel Pazarı – Alanya genießt den 10. Dezember


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Noel Pazarı – Alanya genießt den 10. Dezember, der zweite Advent gehört dem achten hiesigen weihnachtlichen Markt. Hier wird das christliche Weihnachten reichlichst von muslimischen Menschen zusätzlich – oder hauptsächlich begangen. Der Himmel schickte nur wenige Tropfen auf die fröhlichen Menschen und hielt sich mit weiterem Gewässer von oben gar sehr zurück.

img_20171210_135753.jpgViele Bekannte, Freunde und Freundinnen,  feiernde Mitmenschen eben. Da macht der Berichtende nebst Ehefrau gute Miene zu den Leuten, die dir pausenlos die Kinderkarren in die Hacken knuffen. Schließlich ist es das Fest der Versöhnung – und des Genusses – vor allem das Überangebot an Gezuckertem musste durchprobiert sein. Der bekennende Diabetiker darf am heutigen Abend das Messen nicht vergessen – und das Erschrecken. Aber es ist ja Weihnachtsfest zu Alanya.

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Die alljährlichen Dauerredner, sauber aufgereiht nach Wichtig, wichtiger, am Wichtigsten, wir verkniffen sie uns.  Der gar weihnachtlich klingende Gesang, schallend den Weihnachtsmützen entspringend lautsprecherverstärkt dargeboten, er suchte die Abstimmung mit den Instrumenten. Macht nichts, es ist Weihnachtsmarkt zu Alanya.

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Die Fischsuppe, gerührt im großen Kessel auf Holzbohlen gewärmt, sie wollte nicht garen. Weihnachtsmarkt in Alanya. Macht nichts, Kekse, Pfefferkuchen hart wie Panzerplatten, Süßes, Anregendes zuhauf. Ich kreise mit klebriger Zunge um die mannigfachen Bottiche mit glühendem Wein, nicht sicher, ob es sich um richtigen Glühwein handele. Auch Muslime sprechen dem rötlichen heißen Trank zu. Weihnachten kann kommen – es war der, wenn ich mich nicht verzähle, das zehnte Mal, die Belediye ließ sich nicht lumpen am großen Baum und an den aufgestellten Buden, wie in jedem Jahr.

Viele Nationen waren friedlich miteinander, vielen Ehrenamtlichen gehört viel Anerkennung!

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. . . der steht hinter dem Weihnachtsmarkt – unbeachtet . . .

 

 

 

 

Es blüht so bunt im November . . .


. . . Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen; das war gestern und besang ein Ereignis in einem anderen Land am Mittelmeer. Heute, am 06.11.2017, ist heute und in Alanya in unserer Wahlheimat Türkei.

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Mitten im Westen der Stadt an der Hauptstraße nach Westen. Leute Leute, immerhin ist es der Monat Kasim – der elfte Monat im Jahreslauf und bei über fünfundzwanzig Grad Celsius. So üppig blühen die Agaven nicht in unserem Garten, immerhin liegt unsere Mahalli runde achtzig Meter über NN. Außerdem geht die Sonne hier ganze zwei Stunden früher als als in Europa. Ein Fingerschnipsen von ziemlich ganz weit oben und die Uhren gehorchen brav. So bekommen wir die ZdF Nachrichten abends um sieben Uhr dann eben um neun Uhr. Mensch gewöhnt sich…

Der Baum, auf den sich kein Affe hinauf traut, ganz in der Nähe. Unten herum wurde er entmilitarisiert, aber über Kopfhöhe – auf backe; seht selbst!

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