Mehr oder weniger fröhlich niedergekommen


Mehr oder weniger fröhlich niedergekommen

nein, nein, noch nicht mit um einiges verspäteten Nachwuchs; wir sind beide zu Boden gegangen. Nein, nein, wir sind auch nicht türkischer geworden als diese Türken. Nur, weil wir nun auf dem Fußboden unser Leben fristen – das bleibt noch einige Zeit so.

Da man sich ja sonst nicht gönnt, gönnten wir uns eine neue Couch. Schön, wenig ausladend. Sie sollte unseren Sitzkomfort erhöhen und nicht repräsentativ den Raum füllen und vor Besuchern prunken.  Leider litt sie schon nach wenigen Tagen unter Altersfalten, obwohl noch so jung an Jahren.  Der Konfort war erstklassig beim Verkauf.

Nach einigen Wochen erschien der Kundendienst: wir müssen euer Soffa mitnehmen und neu polstern. Konfort eben. Gesagt, getan, die neue Gemütlichkeit verschwand; „kann einige Wochen dauern“.

„Helft uns bitte, die Ausrangierte aus ihrer Emigration zu befreien und reumütig wieder in Dienst zu nehmen.“ „Nein, das ist nicht unsere Aufgabe, das machen wir nicht!“ Nun haben wir die Polster aus der Verbannung geholt und besitzen sie. So ziemlich weit unten. Der Abendtrunk steht dann eben neben den Füßen, verschönt das Fernsehprogramm  von der Nullebene aus.

Nur das Sicherheben, autsch! Niemand hat das auf seinem Fototelefon dokumentiert. Und das ist gut so!

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Wie es sich anfühlt, VIP zu sein


Wie es sich anfühlt, VIP zu sein. . .

Beim Abholen ist er immer – Immer! – mindestens fünf Minuten vor der vereinbarten Zeit da. Damit hat er uns angewöhnt, ebenfalls früher vor dem Tor auf ihn zu warten. Auch bei Abflug zu etwas ungewöhnlichen und damit bezahlbareren Zeiten. Trinkbares ist immer mit an Bord. Aber morgens noch vor sechs Uhr extra nach ofenfrischen Poaga azustehen? „Ihr frühstücktet doch noch nicht, da habe ich eben „. . .

Dasselbe gestern bei der Rückkehr nach Hause: „ihr habt im Flieger, wenn überhaupt, doch irgend etwas Dröges zwischen die Zähne bekommen, da habe ich wieder“ . . . Das Taxi duftete schon beim Einstieg und ein heftiger Speichelfluss bei uns. Wieder alles puttwarm.

Wohl über mehr als zehn Jahre ist eine herzliche Freundschaft gewachsen zwischen Kerim Aydin uns uns. Seit er unseren Chris, der Gift aufgenommen hat, auf seinen Armen in sein Taxi trug, ihn bettete und hinauf zu Osman bey in die Tierklinik trug. „Ich schalte die Uhr ab und warte, ihr müsst ja auch wieder nach Hause!“ Wir kennen einander, wissen, wie er seine beiden Kinder allein erzog. Freuten uns mit ihm über seinen neuen Siebensitzer, freuen uns immer, wenn wir einander sehen.

Selbstverständlich, aber das ist eben nicht selbstverständlich, kam er nächtens zu einer Fahrt in die Devlet-Ambulanz, obwohl er seinen freien Tag hatte – und seine freie Nacht! Unser Freund Kerim Aydin, 0090 537 479 7873 – Gruß von Luiza ve Pättärr, türkisch natürlich, deutsch geht auch.

 

 

 

 

Frühstück? Bitte fünf Treppen hoch


Frühstück? Bitte fünf Treppen hoch! Nüchtern vom Tiefschlag nehmen wir lieber den Aufzug. Der Zugang ist nicht kompliziert, doch ungewöhnlich. Der geht quer durch die Kirtasienhandlung Özkan. Sonntagsfrühstück und die Vorfreude darauf.

„Tut uns leid, aber um bei mir zu frühstücken bitte anmelden.“ Der Ausblick vom Balkon auf den oberen halben Burgberg – aufregend schön, Das Lokal originell, heimelig. Aber nicht sättigend. Wir gönnen uns jeder einen Kaffeelatte, uns tröstend im Elend.

„Soll ich denn mal , typisch türkisch wieder einmal, diese von Herzen kommende Freundlichkeit. Wir genossen ein improvisiertes Sontagsfrühstück, wurden herzlich verabschiedet – und kommen sicher wieder. Dann natürlich angemeldet.

Café Nerdek, Fatma Toksöz, Özkan Plaza Kat 5 – eine Empfehlung von Martina Yaman, nach der Pleite im Bergamot; danke Martina für diese Empfehlung!

Stefanie 2 – „da, der Tein“


Stefanie – „da, der Tein“

Wer nach der Lektüre der ersten Geschichte über Stefanie glaubte, glauben musste, dass Wundertochter nach dem ersten Schiss in die Windel auch gewählte Worte ausdrückte, der irrt sich. Das kam später. Meine liebe Schwiegermutter legte dazu die Grundlagen.  Sie knuffte die Kinderkarre nebst Inhalt durch Altwarmbüchens Feldmark, seinen Wald bei jedem Wetter vor sich her, Kleinsteffis Gesichtchen immer zugewandt. Bis heute verstehen wir nicht, wie Eltern ihre Kinder in Luxuskarren chauffieren und wortlos auf den Hinterkopf ihres Nachwuchses starren – oder auf ihr handy. Das gab es Anfang der Siebziger noch nicht.

Das kleine Mädchen soll sich auch nicht erst an die ach so niedliche Babysprache gewöhnen. Natürlich versteht sie noch nicht, wenn ich über die Kumuluswolken doziere, über das  Chlorophyll und seine Wirkungen, über Rhyzome und was diese bewirken. Aber sie gewöhnt sich an den Sprachduktus erwachsener Menschen. Lebenskluge Frau, Wwe. mit eigenen fünf Blagen.

Da, der Tein, war eine der ersten Äußerungen. Mama kam später, Pappilein noch später. Der Stein, den die Schieberin der Karre ihr zeigte, war eben wichtiger. Die Lust zu fabulieren hingegen schon ziemlich bald schon. Hatte sie auch wohl von Vatern. Stolz. Gefördert durch schon sehr frühen Genuss des Fernsehens! Jeden Tag saß sie auf ihrer Babyschräge davor – und erlebte die Welt, wie sie ihr gefällt.

Ganze Schwärme von Fischen faszinierten, farbig bunt und immer in Bewegung. Einiges später durften die Kleinkindpfötchen die Fische auch selbst füttern. Richtiges Fernehen gab es bei den Hockis noch lange nicht. Bis eine mitleidige Nachbarin uns den ausrangierten Schwarzweißen als eine Spende dedizierte, der neue Farbenklotz brauchte Platz.

Zu dem Tein kamen weitere wichtige Vokabeln – Schmetterdings und Hopselschuhe. Auch die Eltern wurden als solche dann auch bald namentlich erwähnt.

 

 

Gedeckelte Hilfsbereitschaft


Gedeckelte Hilfsbereitschaft. Nach der Analyse Wohlmeinender gelten wir Beiden immer noch als ganz schön rüstig. Macht Mut. Dividiert man uns auseinander, wird es ungenauer; wer ist fit wie ein Turnschuh, respektive fitter? Einer von uns Beiden sprintet mit Leasingköter an der Leine fröhlich den Berg hinunter, die Ohren voll Musik gestopft, holt zwei Ciabattabrötchen und nach dem Rückweg dokumentiert die Uhr Zeit und runde fünftausend Schritte. Der andere – na jaaaa  – kocht schon mal den Frühstückstee und stellt die frisch gekochte Karaduttmarmelade und auf den Tisch und was sonst noch so verfrühstückt wird

Den Berg hinunter flutscht es noch, doch der wird beim Aufstieg immer steiler und der Atem kürzer. Ein LKW hält gleich unten: steig ein! Erschwerter Einstieg, denn der Fußraum war bis zur Bankmitte voll – Klosettdeckel die Masse. Die Kniegelenke hoch oben in Ohrenhöhe. Sie klapperten  wie eine Fuhre abgelegter Gebisse. Auf der Ladefläche kein Platz mehr, der freundliche Fahrer war von Berufs wegen Klüngelkerl, einer mit Vollbart und Riesengebiss. So kam ich nicht sehr bequem, aber sehr sehr freundlich eskortiert oben an. Dankbar für die Mitnahme!

Nun muss sich wohl über mehr übel als wohl einer von uns beiden als rüstig Apostrophierten von seinem Spruch verabschieden: wenn ich mal alt geworden bin, dann . . . Ich komme einfach nicht darauf, wer von uns Beiden . . .

 

 

dieser Freitag, dieser Dreizehnte


dieser Freitag, dieser Dreizehnte, er begann um Nullfünfuhr. Der Morgennebel hatte sich noch nicht vollzogen, aber das störte Olive, den Leasinghund,  gar nicht. Ein kräftiger Kniff in den unbedeckten Zeh,  in m einen linken, eine unterdrückte Explosion höhern Ortes. Nur wenig später eine deutlich stärkere Explosion: Katzekatze explodierte auf dem ihr gehörenden Bettplatz und ging das arme arme Hundchen frontal an.

Die dritte Explosion war nicht das Erdbeben, das uns nächtens heimgesucht haben sollte. Meine Frau explodierte. Rasch den sportlichen Anzug über alles darunter. Mißvergnügte sprechen immer mal wieder von diesen faulen Türken. Nichts davon in unserer Mahalle.

Nachbar Hasan, iyi günler Hasan, er rüstet seinen Lieferwagen, andere Nachbarn und Durchfahrer, alle in Richtung Alanya. Der erste Azweinullzweier eilt, Studenten baggern zwecks des Lernens hier oben an der Uni.

Ich habe einen Stein in der Linken, nur um damit Kötis Hinterlassenschaft zu bedecken und sonst nichts damit zu tun! Aber auf dem langen Weg kam nichts! Der Olive hatte lediglich keinen Bock mehr auf seinem Kissen. Wir strolchten herum, schnüffelten an Steinen und Mauerecken, es roch überall so überaus gut. Nur gemusst haben wir noch nichts.

So beginnt ein schöner Tag. Die reifen Karadut am Baum der Nachbarin schmeckten so sehr gut. Nur unsere eigenen waren mickerig. Zu spät beschnitten. Dabei ist an jeder Bushaltestelle groß plakatiert: wer sich nicht beschneiden lässt, wird unfruchtbar, oder so ähnlich. Die Nachbarfrüchte hatten diese Erkenntnis nur noch nicht verinnerlicht – oder sie hatten sie noch nicht in der Obstbaumschule.

Ein schöner Tag, dieser Freitagderdreizehnte ist länger als der normale Tag eines Rentners. Es duftet der frisch aufgebrühte Tee in der gläsernen Kanne, Frauchen hat sich beruhigt, der Köter wurde beruhigt und auf später vertröstet, Katzekatze hat bis so ungefähr mittags die Ehebetten für sich alleine, Belohnung für den Schrecken.

Schön´ Freitag, dem dreizehnten . . .

 

. . . gute Menschen tun Gutes . . .


. . . gute Menschen tun Gutes . . . heute wurde ich mitgeschleppt auf die mehrtägige Kermess zu Gunsten von Schülern, die mehr können als die normale Schulpflicht und weiterwollen, aber irgendwo auf dem Dorf zu Hause sind. Da greift diese Organisation ein und unterstützt mit Unterkünften und weiteren Förderungen. Das human kapital in unserer Wahlheimat Türkei soll auch auf dem platten oder bergigen Lande geschürft und in eine bessere Zukunft hinein gefördert werden.

Auf diese Kermess mitten in Alanya durfte ich meine bessere Hälfte heute begleiten und wurde herumgereicht als der Ehemann von Luiza, very nice to see you dem Sprachmuffel, aber merkbare Zuneigung. Bezeugt durch das Füttern diversen Frittiertem, Gesottenem, Gebratenem.

Nun kennt man den bärtigen Unbekannten als den Mann von Altstudentin Luiza bei der HEP Universität und Halbherrchen von Katzekatze. Es ist ein Fortschritt in die Mitte der guten Gesellschaft. Früher, viel früher war ich lediglich wahrgenommen als der Mann von Schwester Luise, der Vater von Stefanie und das Herrchen von Rex, dem Pfefferundsalzköter aus dem Tierheim.

Leider verstand der Sprachmuffel viel zu wenig vom Geschehen: was ist der Verein, welche Einnahmen verantwortet er, wie viele junge Menschen hat er schon eine bessere Zukunft führen können usw. usw.

Etwas hilfreich die Nachfrage bei Martina Yaman, hilft vielleicht etwas weiter? Meine liebe Frau ist noch nicht befragbar, ist noch aufe Uni zwecks des Studiums für Senioren .

„Verein zur Unterstützung zeitgenösischen Lebens“ Die Einkünfte gehen in soziale Ürojekte oder in das kir cicekleri Schülerinnenwohnheim . . . Ich bin ziemlich neugierig geworden! Aber nur, wenn ich nicht vorher wieder in das Banana II zwecks Absitzens einen durch und durch türkischen Feierei muss !

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