Stefanie 2 – „da, der Tein“


Stefanie – „da, der Tein“

Wer nach der Lektüre der ersten Geschichte über Stefanie glaubte, glauben musste, dass Wundertochter nach dem ersten Schiss in die Windel auch gewählte Worte ausdrückte, der irrt sich. Das kam später. Meine liebe Schwiegermutter legte dazu die Grundlagen.  Sie knuffte die Kinderkarre nebst Inhalt durch Altwarmbüchens Feldmark, seinen Wald bei jedem Wetter vor sich her, Kleinsteffis Gesichtchen immer zugewandt. Bis heute verstehen wir nicht, wie Eltern ihre Kinder in Luxuskarren chauffieren und wortlos auf den Hinterkopf ihres Nachwuchses starren – oder auf ihr handy. Das gab es Anfang der Siebziger noch nicht.

Das kleine Mädchen soll sich auch nicht erst an die ach so niedliche Babysprache gewöhnen. Natürlich versteht sie noch nicht, wenn ich über die Kumuluswolken doziere, über das  Chlorophyll und seine Wirkungen, über Rhyzome und was diese bewirken. Aber sie gewöhnt sich an den Sprachduktus erwachsener Menschen. Lebenskluge Frau, Wwe. mit eigenen fünf Blagen.

Da, der Tein, war eine der ersten Äußerungen. Mama kam später, Pappilein noch später. Der Stein, den die Schieberin der Karre ihr zeigte, war eben wichtiger. Die Lust zu fabulieren hingegen schon ziemlich bald schon. Hatte sie auch wohl von Vatern. Stolz. Gefördert durch schon sehr frühen Genuss des Fernsehens! Jeden Tag saß sie auf ihrer Babyschräge davor – und erlebte die Welt, wie sie ihr gefällt.

Ganze Schwärme von Fischen faszinierten, farbig bunt und immer in Bewegung. Einiges später durften die Kleinkindpfötchen die Fische auch selbst füttern. Richtiges Fernehen gab es bei den Hockis noch lange nicht. Bis eine mitleidige Nachbarin uns den ausrangierten Schwarzweißen als eine Spende dedizierte, der neue Farbenklotz brauchte Platz.

Zu dem Tein kamen weitere wichtige Vokabeln – Schmetterdings und Hopselschuhe. Auch die Eltern wurden als solche dann auch bald namentlich erwähnt.

 

 

Gedeckelte Hilfsbereitschaft


Gedeckelte Hilfsbereitschaft. Nach der Analyse Wohlmeinender gelten wir Beiden immer noch als ganz schön rüstig. Macht Mut. Dividiert man uns auseinander, wird es ungenauer; wer ist fit wie ein Turnschuh, respektive fitter? Einer von uns Beiden sprintet mit Leasingköter an der Leine fröhlich den Berg hinunter, die Ohren voll Musik gestopft, holt zwei Ciabattabrötchen und nach dem Rückweg dokumentiert die Uhr Zeit und runde fünftausend Schritte. Der andere – na jaaaa  – kocht schon mal den Frühstückstee und stellt die frisch gekochte Karaduttmarmelade und auf den Tisch und was sonst noch so verfrühstückt wird

Den Berg hinunter flutscht es noch, doch der wird beim Aufstieg immer steiler und der Atem kürzer. Ein LKW hält gleich unten: steig ein! Erschwerter Einstieg, denn der Fußraum war bis zur Bankmitte voll – Klosettdeckel die Masse. Die Kniegelenke hoch oben in Ohrenhöhe. Sie klapperten  wie eine Fuhre abgelegter Gebisse. Auf der Ladefläche kein Platz mehr, der freundliche Fahrer war von Berufs wegen Klüngelkerl, einer mit Vollbart und Riesengebiss. So kam ich nicht sehr bequem, aber sehr sehr freundlich eskortiert oben an. Dankbar für die Mitnahme!

Nun muss sich wohl über mehr übel als wohl einer von uns beiden als rüstig Apostrophierten von seinem Spruch verabschieden: wenn ich mal alt geworden bin, dann . . . Ich komme einfach nicht darauf, wer von uns Beiden . . .

 

 

dieser Freitag, dieser Dreizehnte


dieser Freitag, dieser Dreizehnte, er begann um Nullfünfuhr. Der Morgennebel hatte sich noch nicht vollzogen, aber das störte Olive, den Leasinghund,  gar nicht. Ein kräftiger Kniff in den unbedeckten Zeh,  in m einen linken, eine unterdrückte Explosion höhern Ortes. Nur wenig später eine deutlich stärkere Explosion: Katzekatze explodierte auf dem ihr gehörenden Bettplatz und ging das arme arme Hundchen frontal an.

Die dritte Explosion war nicht das Erdbeben, das uns nächtens heimgesucht haben sollte. Meine Frau explodierte. Rasch den sportlichen Anzug über alles darunter. Mißvergnügte sprechen immer mal wieder von diesen faulen Türken. Nichts davon in unserer Mahalle.

Nachbar Hasan, iyi günler Hasan, er rüstet seinen Lieferwagen, andere Nachbarn und Durchfahrer, alle in Richtung Alanya. Der erste Azweinullzweier eilt, Studenten baggern zwecks des Lernens hier oben an der Uni.

Ich habe einen Stein in der Linken, nur um damit Kötis Hinterlassenschaft zu bedecken und sonst nichts damit zu tun! Aber auf dem langen Weg kam nichts! Der Olive hatte lediglich keinen Bock mehr auf seinem Kissen. Wir strolchten herum, schnüffelten an Steinen und Mauerecken, es roch überall so überaus gut. Nur gemusst haben wir noch nichts.

So beginnt ein schöner Tag. Die reifen Karadut am Baum der Nachbarin schmeckten so sehr gut. Nur unsere eigenen waren mickerig. Zu spät beschnitten. Dabei ist an jeder Bushaltestelle groß plakatiert: wer sich nicht beschneiden lässt, wird unfruchtbar, oder so ähnlich. Die Nachbarfrüchte hatten diese Erkenntnis nur noch nicht verinnerlicht – oder sie hatten sie noch nicht in der Obstbaumschule.

Ein schöner Tag, dieser Freitagderdreizehnte ist länger als der normale Tag eines Rentners. Es duftet der frisch aufgebrühte Tee in der gläsernen Kanne, Frauchen hat sich beruhigt, der Köter wurde beruhigt und auf später vertröstet, Katzekatze hat bis so ungefähr mittags die Ehebetten für sich alleine, Belohnung für den Schrecken.

Schön´ Freitag, dem dreizehnten . . .

 

. . . gute Menschen tun Gutes . . .


. . . gute Menschen tun Gutes . . . heute wurde ich mitgeschleppt auf die mehrtägige Kermess zu Gunsten von Schülern, die mehr können als die normale Schulpflicht und weiterwollen, aber irgendwo auf dem Dorf zu Hause sind. Da greift diese Organisation ein und unterstützt mit Unterkünften und weiteren Förderungen. Das human kapital in unserer Wahlheimat Türkei soll auch auf dem platten oder bergigen Lande geschürft und in eine bessere Zukunft hinein gefördert werden.

Auf diese Kermess mitten in Alanya durfte ich meine bessere Hälfte heute begleiten und wurde herumgereicht als der Ehemann von Luiza, very nice to see you dem Sprachmuffel, aber merkbare Zuneigung. Bezeugt durch das Füttern diversen Frittiertem, Gesottenem, Gebratenem.

Nun kennt man den bärtigen Unbekannten als den Mann von Altstudentin Luiza bei der HEP Universität und Halbherrchen von Katzekatze. Es ist ein Fortschritt in die Mitte der guten Gesellschaft. Früher, viel früher war ich lediglich wahrgenommen als der Mann von Schwester Luise, der Vater von Stefanie und das Herrchen von Rex, dem Pfefferundsalzköter aus dem Tierheim.

Leider verstand der Sprachmuffel viel zu wenig vom Geschehen: was ist der Verein, welche Einnahmen verantwortet er, wie viele junge Menschen hat er schon eine bessere Zukunft führen können usw. usw.

Etwas hilfreich die Nachfrage bei Martina Yaman, hilft vielleicht etwas weiter? Meine liebe Frau ist noch nicht befragbar, ist noch aufe Uni zwecks des Studiums für Senioren .

„Verein zur Unterstützung zeitgenösischen Lebens“ Die Einkünfte gehen in soziale Ürojekte oder in das kir cicekleri Schülerinnenwohnheim . . . Ich bin ziemlich neugierig geworden! Aber nur, wenn ich nicht vorher wieder in das Banana II zwecks Absitzens einen durch und durch türkischen Feierei muss !

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Tünel Café Alanya – viel Licht


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Mit der roten Nostalgiestraßenbahn in Istanbul erreichst du das Tünel Café hier nicht. Aber es ist nach dem Attraktion benannt und es gibt  dort wie auch in Izmir und anderen Orten Tünel Cafés. Martina Yamans Türkis Publikation hatte die Idee – und viele viele Fleißige setzten sie um. Die Tische bogen sich unter Torten und Kuchen und Berliner Brot, alles gespendet.

Tünel Café Alanya, etwas aus der Kehre, aber durchaus zu finden, ist eine soziale Einrichtung für Engeller, das sind behinderte Mitmenschen. Erfreulich der Aufenthalt dort, für meine Frau und mich ganz sicher nicht zum letzten Mal. Menschen, die Empathie entgegen brachten und ebensolche von den Gästen der gastlichen Stätte empfingen.

Dieser heutige Nachmittag war ein Erlebnis. Der Türkistreff am kommenden Dienstag um 15:00 Uhr wird im Tünel Café sein. Martina, könnte der Treff nicht regelmäßig sein? Es war so sonnig hier und das lag an den Menschen, an der Atmosphäre im Tunnelkaffe . Leicht zu finden, bei Kandil rechts rein, vierte Straße links gleich ums Eck. Oder von der anderen Seite am Ausländeramt vorbei bis die Straße in eine andere Straße übergeht . . .

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. . . „Wendehälse contra Besserwessi . . .


Guten Morgen „Lieblingswessi“, mit Ihnen befreundet zu sein wäre ein Privileg. Im Ernst, Sie zu treffen war für mich sehr wichtig, es hat mich die Menschen im andern Teil Deutschlands vorbehaltloser sehen zu lassen. Zudem fand ich Ihre Stimme und Art zu sprechen schön – ich bin ein Stimmjunkie😌. Bei den Nachrichten denke ich oft sorgenvoll an Sie, aber es geht Ihnen gut und es wäre spannend, Ihre Meinung zu hören. Ich mache meine Lebensfreude und meine gute Laune nicht abhängig von Äußerlichkeiten, die ich weder ändern noch beeinflussen kann – das hat mir ein gewisser Herr vermittelt… Übrigens wird Halle immer schöner. Gruss auch an Luise, unbekannterweise Brigitte
Ach ja, ich trage Ihnen meine Freundschaft nicht nur bei fb sondern auch im realen Leben an👋
. . . nicht etwas fett aufgetragen? Aber danke! Gruß!
.-.-.-.-.-
Heute scheint es mir wie aus der Steinzeit. Dabei waren es die Jahre so ungefähr 1989 und geschätzte zwei Jahrzehnte hinterher in Magdeburg und in Zeitz.  Als Urberliner aus politischen Gründen aus der Zone getürmt, herzlichst unwillkommen im gar goldigen Westen und, als die Zonis sich anschlossen, das Zusammengehen im Rahmen des Möglichen gefördert. Das Erlebte im Guten wie im Schlechten mit brettharten Gegnern würde ein Buch füllen. Niemanden interessiert das mehr. Zumal jüngst auch die geshredderten Schnitzel – Hinterlassenschaft von Strolchen der Einheizpartei in betrügerischem Konkurs  – nicht mehr restauriert werden. . . Da lese ich Zeilen von Brigitte aus Halle . . .
Bewegend – ein besonderer Tag mit besonderen Erinnerungen an eine besondere Zeit . . .
Ende der Chat-Unterhaltung

Mutlu yeni yillar – tschüss Zwanzigsiebzehn


Tschüss Zwanzigsiebzehn

Schade, dass Du nicht klüger geworden bist,

schade, das Du nicht größer geworden bist!

Mir warst Du lieber, als du noch dumm warst!

Nie warst Du mir lieber, als Du noch klein warst!

Abgewandelt aus einem Buch in nächtlicher Lesestunde. Lesen bildet bekanntlich und es verhindert die Wanderungen durch die Hütte infolge seniler Bettflucht. Allzu viele Wichtige und Hochwichtige haben dir das Mark aus den Knochen gesogen 2017!

Zehn mal mehr als unwichtig Gesehene mussten an Tafeln speisen in diesem reichen Deutschland, will heißen, sich um die Brötchen von gestern schlagen, froh sein noch, dass es diese Tafeln gibt. Pfui Deibel, du hast es wieder alles wie gewohnt im Lichtmüll zugemüllt in ach dieser schönen Weihnachtszeit.

Die Statistiken wurden in dir zurechtgelogen, Deutschland geht es doch gut demnach; da kann man nun wirklich nicht meckern. Nur mit dem Regieren hapert es, das Volk ist noch nicht so richtig drauf, die Wahlzettel korrekt im Sinne der Macher und der Macherinnen auszufüllen, wird noch, ich bin mir gewiss.

Hoş geldiniz, 2018!

Nu mal los, wir warten! Hundertdreißig Millionen € haben in wenigen Tagen einen Knall. Wen interessieren da schon die Hunde, die Katzen, diese ganzen Tierbilder, die zu Hunderttausenden im facebook um Schonung, um Gnade bitten. Tierbilder und Bilder kleiner Kinder erzeugen ja hunderttausende Clicks.

Unsere liebe Freundin Aynur, ihr wisst schon, die Ehefrau von Rıza gestern: sucht mal fix warme Mützen und Schals zusammen, ich hab eine Nachricht aus Ardahan, da herrschen jetzt zwanzig Kältegrade und viele Schulkinder brauchen was auf die Ohren!

Meine Kopf- und Halsbedeckungen sind geschrumpft, meine Liebste sorgte dafür – und die Sachen sind schon unterwegs bis fast an die Grenze nach Georgien. Nichts gegen die gar trefflichen Mitleide für die Tierwelt.

Du fangfrisches 2018: Hoffnung, dass Du klüger wirst als dein dämliches Jahr zuvor – nimm alle deine Recourcen zusammen, damit du größer wirst – und friedlicher – und menschlicher als Deine Vorgängerjahre – bleib nicht so dumm, sondern werde klüger, rechtschaffener – und nicht zuletzt sanfter, nachhaltiger, durchsetzungsfähiger, als der, der Dich hier begrüßt und das hoffentlich für Viele!

Der lernt´s noch – hoffentlich . . . Inshallah . . .