Eine kleine Frühlingsweise . . .


img_20171112_135926.jpg

. . . nahm mein Herz mit auf die Reise – in den frühlingswarmen Sonntag einen Tag nach Karnevalsbeginn in einem Teil Deutschlands. Unsere Sonntagsreise endete geplant in der immerhin sechzig Kilometer entfernten Stadt Manavgat – wieder einmal. Die lebhafte und fast touristenfreie Stadt Manavgat liegt ungefähr auf halbem Wege zwischen Alanya und Antalya.

Selbst an einem Sonntag ist hier Leben, unser Ziel, die Bootsfahrt auf dem Fluss bis ins Mittelmeer und wieder zurück konnten wir uns abschminken. Keiner der Eigner der schönen Holzboote war bereit, nur für uns zwei Menschlein die Boote anzuwerfen. „Hat es sich noch nicht bis zu euch herumgesprochen, dass die Saison gelaufen ist? Wer zu spät kommt, den bestraft die Schifffahrt.“

Wir genossen das milde Frühlingssonnenlicht mit den farbigen Lichtern rundum, und das an einem Sonntag, am zwölften November Zwanzigsiebzehn. Zumal heute der Tag des Nichtzählens war. Sonst wird bei uns Beiden jede Kalorie wenn schon nicht auf die Goldwaage, dafür auf die bis zu einem Kilo Gewicht zählende Taschenwaage.

Heute bissen wir mit Genuss ohne Reue in die fetten süßen Kuchenteile. Ab Morgen wird wieder Kohldampf geschoben, nein, gar so schlimm isst man nun wirklich nicht. Aber die Pfunde sind verschwunden und werden nicht herumgetragen, ein gutes Gefühl!

img_20171112_144409.jpg

Die Mahalle hinter dem wild schäumenden Dimcay hat uns zurück, Manavgat, wir kommen gelegentlich wieder! Die Sonne wärmt immer noch, aber in einer dreiviertel Stunde wird es schwarz vor Augen, nach fünfzehn Minuten ist es duster.

Eine kleine Frühlingsweise nimmt mein Herz mit auf die Reise – Richard Tauber sang es, als Deutschland sich noch nicht verdunkelte.

img_20171112_144523.jpg

 

 

. . . Einer ist auf den Mast geklettert . . .


. . . um Unsereinen wieder an die große weite Welt anzubinden, kletterte ein Fleißiger auf den nächsten Mast der Türk Telekom. Wir seit einer halben Stunde wieder auf Empfang und wir können lesen und gelesen werden, Sogar das Dampftelefon, das seit Monaten nur angestaubt herumstand, gibt wieder einen Signalton.

„Wir schicken innerhalb von vierundzwanzig Stunden unseren Service. Wir haben die Leitungen geprüft und irgendwer muss da auf dem Schlauch stehen!“ Keine Warteschleife, keine Ausflüchte nach dem Thema, da müssen Sie mal den Stecker reinstecken oder ähnliche äußerst hilfreiche Ratschläge – nichts da. Die Männer kamen,  prüften alles durch, wechselten die Steckverbindungen am Splitter – ja, das sind wir und deshalb kam hier nichts mehr an.

Einer erkletterte den Mast mit einer großen Kabelrolle und erneuerte ein ziemlich langes Stück Leitung. So kennen wir seit Jahren die Türkische Telekom! Die Dauermauler, die in jeder türkischen Suppe ein Haar oder gleich mehrere finden, wird das nicht freuen!

Das meine liebe Frau auch gleich hinter den verrückten Schränken eine Kehrschaufel voll Umwelt entfernte, ein angenehmer Zustand. Schließlich ist gar balde das Christfest, darf das eigentlich noch Christfest heißen; nur mal so nachgefragt . . .

Irgendwo weiß irgendwer irgendwas . . .


Borke von Ceiba speciosa FlorettseidenbaumBlüten von Ceiba speciosa

. . . – Freundin Hanna Barbara Müller aus Berlin, das ist die mit den Kaffeebildern, fand Namen und mehr über den stachligen Gesellen heraus: Danke liebe Hanna!

Florettseidenbaum (Ceiba speciosa)

Steckbrief Florettseidenbaum

wissenschaftlicher NameCeiba speciosa

deutscher Name Florettseidenbaum
Familie Malvengewächse
(Malvaceae)
Gattung Ceiba
Art speciosa
Herkunft Südamerika
Giftigkeit ungiftig
Fruchtart Kapselfrüchte
Geschlecht zwittrig
Häusigkeit einhäusig
Bestäubung Tierbestäubung
Blattanordnung wechselständig
Blattaufbau zusammengesetzt
Blattform gefingert
Blattrand gezähnt
Blütezeit
J F M A M J J A S O N D
Fruchtreife
J F M A M J J A S O N D

Mach Döner wirklich schöner?


Dieses leckere Geflügelfleisch vom Spieß ist immer wieder ein Genuss, ob vom Teller oder als Dürüm. Aber ich kennen keinen Dönerkenner, der davon wirklich schöner und attraktiver wurde. Schaue ich so an mich hinunter oder den in den Spiegel, kommen dann doch Zweifel auf.

Da lobe ich mir die inzwischen zum Duschen herangereifte selbst gesottene Olivenseife, gibi AleppoHaleb-Seife, die zu den Besten der Welt gehört. Die hohen Anteile an erstklassigem Olivenöl machen schon fühlbar nach der ersten Anwendung einen seidenweichen Teint. Richtig oder gelogen?

IMG_20171107_125159.jpg

Exif_JPEG_420

Es blüht so bunt im November . . .


. . . Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen; das war gestern und besang ein Ereignis in einem anderen Land am Mittelmeer. Heute, am 06.11.2017, ist heute und in Alanya in unserer Wahlheimat Türkei.

IMG_20171106_161159.jpg

Exif_JPEG_420

Mitten im Westen der Stadt an der Hauptstraße nach Westen. Leute Leute, immerhin ist es der Monat Kasim – der elfte Monat im Jahreslauf und bei über fünfundzwanzig Grad Celsius. So üppig blühen die Agaven nicht in unserem Garten, immerhin liegt unsere Mahalli runde achtzig Meter über NN. Außerdem geht die Sonne hier ganze zwei Stunden früher als als in Europa. Ein Fingerschnipsen von ziemlich ganz weit oben und die Uhren gehorchen brav. So bekommen wir die ZdF Nachrichten abends um sieben Uhr dann eben um neun Uhr. Mensch gewöhnt sich…

Der Baum, auf den sich kein Affe hinauf traut, ganz in der Nähe. Unten herum wurde er entmilitarisiert, aber über Kopfhöhe – auf backe; seht selbst!

IMG_20171106_145555.jpg

Exif_JPEG_420

Im Falle eines Falles . . .


Fast ein alter Hut, wieder einmal zu postulieren, wie sehr wohl wir uns in der Wahlheimat Türkei fühlen; Tag für Tag gibt es etwas zu freuen. Hin und wieder aber kommst du ins Staunen. In unserer Vorstadt Alanya bezog das Ausländeramt neue, das heißt historische Räume, aufs Schönste hergerichtet.

Sich berufen Fühlende berichten, andere halten dagegen, dann kommen die Korrekturen. Vorherige etwas tiefer gehende Recherchen hätten Korrekturen vermeiden geholfen. Heute alles in facebook nachzulesen. Schön und zum Schmunzeln die Erklärung, wer die Schuld trage, noch schöner die Kommentare.

Es ist eine Eigenheit, wohl eine Frage der Mentalität hierzulande, dass grundsätzlich niemand dafür einstehen mag: evet, ich habe da nicht sorgsam genug gearbeitet. In diesem Fall hat kein Geringerer als der Bürgermeister die Schuld.

Trallalla, ich bin fein heraus.

Ob es der Reparateur meines „Phaeton“ ist, welcher Wesentliches vergaß. Da ist rasch eine Erklärung bereit. Der Schreiner entschuldigt die schlampige Schranktür wortreich: schließlich wuchs der Baum ungerade. Der Maler mit seiner Pfuschmalerei, da müsse jemand in den Farbtopf gepinkelt haben. Der Maurer erklärt seine lockeren Steine: der Zement habe zu wenig und der Sand zuviel hergegeben.

Auch mir rutschen zuweilen Fehler aus der Tastatur, für welche ich — natürlich – keine Schuld trage. . .  Im Falle eines Falles klebt der Uhu – oder wer auch immer höheren Ortes wirklich alles . . .

 

Umgetopft


Kürzlich wurde  in unserer Küche ein weiteres Mal umgetopft. Die ersten Kochpötte waren von mäßiger Qualität. Der große Chef aller Töpfe hörte auf den Namen Korkmaz, war auf seinem Boden eingraviert. „Gib mir mal den Korkmatz aus dem Schrank.“ Jeder Pott hat auch seinen passenden Deckel, alte Volksweisheit.

Korkmatzens Deckel legte beim ersten Gebrauch seinen Henkel ab; Markenfabrikat eben und aus heimischer Provinienz. Ein Grobschmied im heimischen Sanayi schmiedete ihn mit grober Hand wieder fest, er wird Generationen überleben. Der Pottdeckel, der Grobschmied eher wohl nicht.

Nach eineinhalb Jahrzehnten war Relaunch angesagt, so heißt das wohl neudeutsch. Neue Töpfe zogen ein, die alten wohlbehaltenen kochen weiter  in der nächsten Nachbarschaft. Eine Induktionskochplatte erwartet die neue Topfgeneration, sonst kocht sie nicht mal Wasser. Wundervolle Töpfe sind in Rente in den Schrank umgezogen, das Induktionswunder aufrecht stehend daneben.

Wir sind wir in der Zukunft angekommen. Nein, nein, nicht dieses Luxusdingens da aus Wuppertal, Thermoflopp oder so ähnlich geheißen. Dieses Wunder für Millionäre, das kocht, brät, dunstet, per Internet gesteuert, es wäscht, bügelt, bringt Abfälle auf den Komposthaufen, kurz ein Tausendsassa. Hat es alles gelernt auf diesen Versammlungen (leicht) gläubiger und sektiererisch angehauchter Zeitgenossinnen und Genossen.

Freundin Ute brachte uns den Klon des Küchengurus aus Germanien mit. Die Begeisterung ist in der Küche hinter dem wild schäumenden Dimcay eingezogen! „Alterchen soll ich dir eben mal schnell deine geliebte Mercimek corbasi kochen?“ In Minuten sie in meiner Suppenschale. Die absolute Krönung der nouvelle quisine sind die in acht Minuten gedünsteten Ciupra Fische. So viel Fisch gab es Jahre lang nicht bei uns. Meine Liebste handhabt dieses Wunderdingens souverän: Guck mal, die musst doch nur und dann und dann und dann – ich verstehe immer noch nicht, welche Nippel ich durch welche Laschen ziehen muss und schaue mit tropfenden Lefzen lieber zu, was das heraus kommt und auf meinem Tellerchen landet.

Welch eine schöne neue Welt – und wenn jemand besterhaltene Induktionskochtöpfe benötigen sollte . . .