Alle aufgehängt – in einer Reihe


Alle aufgehängt – in einer Reihe – oder wie man von der Idee zur Lösung gelangt. Oder vom Ruhmstehchen zur Hängepartie. Schaut mal in eure eigenen Schränke mit den Küchenutensilien. Dann wisst ihr, was sich so angesammelt hat.

Einer von uns Beiden hatte die Idee – und meine Liebste kam mit Haken und Brett an. Nun hängen sie. Und wir sehen sie nicht nur zum Morgencay, tagsüber erfreuen sie uns mit ihrem Moin moin und der Nachhilfe in Sachen Seemannsknoten. Innen auf dem Boden der Hinweis auf die Ebbe, oben am Rand steht Flut. Nichts zum Falschmachen dran und die richtige Menge drin!

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Eine volle Mahlzeit fürs Hirn


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Ich musste  ihr nicht einmal drei Schritte hinter ihr folgen, um als Gasthörer in der HEP Universität, zwei Vorlesungen zu erleben.  Unter den Arm geklemmt und mit kernigem Schritt. Alles ganz einfach, gleich in das Thema Sophistik eingeklinkt. Haarspalterei, Rabulistik, Sophisterei, Spitzfindigkeit, Wortklauberei weiß Wikipedia.

Dozent Ramazan bey beherrschte das trockene Dozieren leider überhaupt nicht! Obzwar auf  türkisch vorgetragen konnte ich ihn zum großen Teil verstehen. Mimik, Gestik und Körpersprache ständig in Bewegung viel über Misir, das ist nicht nur Mais, sondern auch  die Bezeichnung für Ägypten, Mezopotamya, Assyrer, Sümer gleich  Syrer, Hitit gleich Hethiter usw.usw.

„Sehr langweilig für dich?“ „Ganz im Gegenteil!“ Altes und längst vergessen gelaubtes Schulwissen drängt, entstaubt, an die Oberfläche. Ramazan bey doziert nicht, er lebt und liebt es, seinen Zuhörern das Thema nahezubringen. Ein Glücksgriff! Cok tessekürler Ramazan bey. Wo ist die Zeit geblieben?

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Ohne Pause geht es in das nächste Thema. Apotheker und Hobbyforscher Mustafa bey  macht die Schilder an der D 400 lebendig, Heimatkunde vom Feinsten, die alten Gemäuer beleben sich, die Altvorderen bevölkern die antiken Stätten wieder, dokumentiert von Jahrhunderten mit ihren Jahrhunderten. Glänzende Augen, glänzendes Wissen über die Burg, über Mahmut Sedi, über Syedra und und und. Glänzende Augen bei den Zuhörern.

Viele Notizen, viele Fragen, qalifizierte Fragen der dreizehn Studentinnen und Studenten – und einem, der darüber hinaus teilnehmen durfte. Zu Beginn des Studiums 60plus war es noch ein Schock = 60 Damen und Herren, abgeschmolzen zu einem guten Dutzend. Die Lernlatte ist höher gelegt von den Initiatoren, die in Altanya verortet sind, jetzt sind die Lerngierigen ab 65 zugelassen. Quo vadis, HEPverantwortliche?

Gazıpașa


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Gazıpașa  ist Alanya so nah wie zum Beispiel Hannover zu Hildesheim. Nur, dass es keinen Dom, keinen Erzbischof, keine Marienburg vorzuweisen hat, verschmerzbar.

Quasi nur wenige Meter öffnet sich für den Besucher eine herrliche, eine umwerfende, eine traumhafte Landschaft. Kritische Durchfahrer sehen nur eine Plasteundelaste-Landschaft. Darüber dann noch endlose Bananenfelder. Hierorts wurde die türkische Bananenköstlichkeit geboren; aus kleinen Früchten wurde die große und süße Frucht herausgemendelt, welche nun türkeiweit und bis in eine Höhe von 250 Metern über NN gedeiht.

Die Banane und die köstlichen Erdbeeren bringen Wohlstand in die Region – und die könne lächelnd auf Hotelhochbauten verzichten, wird uns berichtet.

Letztlich nur wenige Schritte eröffnen das Wunderhinterland. Der Fuß tritt auf Myriaden wilder Stiefmütterchen und unendlich vieler weiterer Frühlingsblüher;die Sonne meint es gut an diesem Wanderfreitag.

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Die einzigen Geräusche erzeugen nur die eigenen Schuhe. Die Steigungen sind moderat und die Augen haben Zeit, die vielen Burgruinen aufzunehmen und die Wolkenformationen weiter oben wahrzunehmen.

Eine Honigindustrie wird passiert, es sind wohl hunderte von Bienenwohnungen, noch wird zugefüttert, ein Sonnentag macht noch keinen Sommer für die Fleißigen.

Eine Ausgrabungsstätte, großes Gestein, schon katalogisiert, welche eine Aufgabe in einem Land, das vermutlich unter jeder Scholle noch seine Vergangenheit verborgen hält. Alles sachkundig erläutert von Halid, Boss von Tam-Tour. Immer wieder führt er Wege, Pfade, Straßen, Teile der alten Seidenstraße einbezogen. Der Abschluss, in einer Erdbeerplantage die köstlichen Früchte selbst vom Strauch zu genießen – hmmmm. Auch die Antwort auf die Nachfrage kam prompt: um diese Köstlichkeit zu erhalten, müssen wir zwei mal in der Woche spritzen, stieß auf Verständnis.

Danke danke Halid und Irfan von Tam Tour , es war ein vermutlich letztes Erlebnis mit euch Beiden. Immer nur noch als Apoplex einer Wandergruppe mühsam Schritt zu halten, als wenn die Wanderschuhe Stahlplatten tragen, dass kann es nicht sein. Wir werden weiter um Gazipasa  und anders wo anzutreffen sein, aber Tempo und Pausen selbst bestimmen können.

 

Goldhochzeit – und der nächste Morgen


Man kann an einen solch einem Anlass nicht den ganzen Tag mit Feiermiene herum- und anderen im Wege stehen; wir haben das Hochzeitshabit noch hängen lassen und sind in Blaumann und ausgefranste und mehr unkleidsame, Klamotten gekrochen.

Meine Liebste räumte nachhaltig die Garage auf uns aus, frei nach dem Motto, ist das Kunst, oder kann das weg? Es konnte viel weg von allem, war über die Jahre aufhebenswert gewesen.

Des Goldhochzeiters job war es, dem so erbärmlich quietschenden Tor wieder Benehmen beizubringen – mit Hilfe eines Produktes, das wir aus Urzeiten als Wagenschmiere kennen lernten – wer gut schmiert, der gut fährt, in unserer Wahlheimat nicht unbekannt. Du kriegst es tatsächlich, wenn du im Sanayi erklärt kriegst, wo. Dann steigst du über eine offene Arbeitsgrube hinüber zum „shop“ – und hast die Auswqahl von drei Qualitäten. Unser und die Tore unserer Mireigentümer rollen noch nicht leise, das können diese Rolltore nicht, aber sie quietschen nicht mehr.

Die Belohnung kam des Abends, wir speisten in der Oberliga! Jeder Bissen ein Genuss! Jedes superleckeres Angebot vom Maitre und seinen Mitarbeitern freundlich kommentiert. Öl aus Ayvalik, das Beste, was die Türkei zu bieten hat, goldgelb und mit vollmundigem Eigengeschmack, köstlichst! Ein Fläschlein als freundliches Geschenk des Hauses, steht jetzt hier in der Küche.

Ein Roter, als besonders trocken offeriert, eine Offenbarung. Er wird in Gelibolu angebaut. Gegenüber von Canakkale und Ort des wichtigsten Krieges der Neuzeit für die Türkei, ein stilles Gedenken, Geschichte lässt einen nicht kalt. Auch nicht die Inschrift am kleinen Museum dort. Lesen. Bewegend, immer wieder.

Wir waren im Gourmetwunderland, prosteten einander zu – auf die noch verbleibende Zeit, ließen Gläser klingen. Glück pur. Die regennassen Kleider auf dem Heimweg, sie trocknen im Bad . . .

Heute früh machten die Becher voll Tee satt . . .

Dankedankedanke der Vielzahl von Menschen, deren gute Wünsche in die Zukunft wirken mögen!!!!

Übereinander hergefallen


Übereinander hergefallen sind wir in den ersten Tagen beim Skilaufen mehrmals. Weil sich die Skier miteinander verhakten, weil ein zugeschneiter Stein im Wege war, weil wir es alsbald prickelnd fanden. Immer wieder aufstehen und weiter durch Tiefschnee und Pisten zu Tale.

Vier Krankenschwestern nahmen teil an dieser Winterfreizeit in Südtirol vor mehr als fünfzig Jahren.  Drei davon, das war später zu erfahren, waren wohl weniger am Schneevergnügen interessiert, eher am Finden eines adäquaten Partners.

Nur eine hatte einen, schon bald hatte der Eine keine mehr. Mein dickes Winterfell ließ solche Wahrnehmungen nicht zu. Kümmere dich mal, sie hat sich in dich verguckt. Aus ihren Blitzeaugen schaute der Schalk, als wir einander wieder trafen.Die blitzen auch heute noch.

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Am achtundzwanzigsten März 2019 blitzen ihre Augen immer noch und das frohe Lachen gibt es noch immer; an diesem Tags sind wir genau fünfzig Jahre miteinander verheiratet. Wobei bis dato fröhlich gestritten wird, wer denn wohl wen ehelichte und wer geheiratet wurde. Ein energischer Zeigefinger tippte mir von hinten auf die Schulter – ich bin die Schwiegermutter!

Das sie den Klappaltar schon unter dem Arm trug, wird energisch verneint und gehöre in das Reich der Fabel. Ich habe eine großartige, gebildete liebevolle Schwiegermutter mit geheiratet! Fünfzig Jahre ging es nun miteinander durch dick und dünn, wie das wohl in jeder langen Gemeinsamkeit so ist.

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Der Alte ist nun nicht mehr so sturmfest und erdverwachsen, seine Haltbarkeitsdauer naja,  die Jungsche mit ihren erst Siebzig  hindert ihn daran, faul und bequem zu werden. Goldene Hochzeit ist angesagt, nur und ausschließlich für uns beide. Eine für den Anlass vorgesehene Summe geht an eine Schule mit Internat für junge Mädchen. Hier in Alanya. Das macht uns froh und erzeugt kein Sodbrennen.

Danke, meine Liebste,  fürs Durchhalten mit deinem Alten!

Sollte jemand nach dem Rezept fragen: Lasst die Sonne nicht untergehen über eurem Zorn! Hat meistens geklappt! Ersatzweise tut es auch die Nachttischleuchte, notfalls die Nachtfunzel im Bad .. .

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Zwei Frauen in tiefem Schlafe


Schlafende Hunde soll man nicht wecken, schlafende Frauen aber auch nicht. Eine von den Beiden, vielleicht alle zwei so einfach aus Morphäus`Armen zu reißen, könnte Folgen zeitigen.

Frau Katzekatze und Frau Luise sind Nachteulen; je später der Abend, desto schöner der Spaß, der Alte kriegt das gar nicht so mit. Katzekatze geht nach Mittrnacht noch einmal um die Häuser. Heute früh verlangte die Hausbesitzerin Einlass.

Meine liebe Frau dreht sich und verdreht sich, damit das Felltier es nur bequem hat. Man muss das wohl verstehen und tolerieren. So wärmt man sich gegenseitig – und ein hochglänzendes Katzenfell noch mit Katze drin fühlt sich eben schöner als eine hochglänzende Glatze . . .

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Neues aus der Bodenforschung


Die Forschungsergebnisse aus der Bodenforschung betreffen mitnichten das Gebiet unserer Wahlheimat Türkei, sondern nur schlichte geschätzte hundertfünfzig Meter einer Straße, in welcher wir wohnen, hinter dem wild schäumenden Dimcay.

Über einen langen Zeitraum schon bücke ich mich nach Dingen, welche aus den vorüberrasenden Vehikeln geschmissen werden. Noch bis vor einigen Wochen handelte es sich vorwiegend um entleerte alte Schachteln, deren lungenverpestender Inhalt inhaliert wurde. Hin und wieder auch die vollgekackten Windeln, die aufklatschen.

Das hat sich merkbar geändert. Handelte es sich bei den Nikotinstinkern vorwiegend um Billigmarken, falls es solche gibt. Oder das schmale Sträßlein ist so sehr durchlöchert von den Regengüssen, dass beide Hände am Steuer bleiben müssen.

Dafür hat sich Masse leergefutterter Chipstüten und Bonbonpapiere deutlich vergrößert. Vermutet wird nicht etwa eine größere Einsicht der Ausdemautoschmeißer. Macht aber nichts, wir mit einer Mehrportion Fleiß auf dem Wege zur Tonne wieder beseitigt.

Soll keinFatalismus sein, unsere Wahlheimat wählt in Kürze neue Bürgermeister und diese Muhtare, hat nichts mit Rindviechern zu tun. Vielleicht verspricht der eine oder andere Versprechende, seinen Einfluss in Wegwerfsachen geltend zu machen. . . . .  Die Bodenforschung geht weiter . . . . .