Der Aufstieg


Der Aufstieg von weiter unten ist die Metamorphose eines Boxers zu einem Rückenkissen für die Reise zu einer Wanderung in den Mai nahe Afyon. Die Zeit der bunten Boxershorts ist vorüber.

Entweder sind die Schinkenbeutel zu groß geworden, oder der Träger schlanker. Vorbild sind natürlich die Nahrungsmittelriesen, die Inhaltsschwund vermarkten; vielleicht merkt es Otto Normalververbraucher nicht.

Meine Liebste, ebenfalls auf Nachhaltigkeit getrimmt, schnappt sich die Gepünktete und macht ein Nackenkissen daraus. Ob es ein sozialer Aufstieg für das Prachtstück ist, bleibt heuer unerforscht.

„ich will doch nur, dass dein kahler Kopf nicht im Bus so herum hängt!“

Alle drei, meine Liebste, ich, der Nutznießer und die aufgesti

egene Beutelbuxe freuen uns auf die Dreitdageswanderung in den Wonnemonat zwanzigneunzehn. Die Vorfreude auf die FAM-Gruppe ist riesig, Es soll, so wird von Kennern geschwärmt, schöner sein als in Kappadokien.

Mein Rücken wird sich auf der Fahrt andrücken – mit einem Schmunzeln, auf die Herkunft, welch ein Aufstieg – und es gibt noch mehr von den bunten Kleidungsstücken, wer sie mag und die Größe XL vorweist, Postkarte genügt . . .

Alle aufgehängt – in einer Reihe


Alle aufgehängt – in einer Reihe – oder wie man von der Idee zur Lösung gelangt. Oder vom Ruhmstehchen zur Hängepartie. Schaut mal in eure eigenen Schränke mit den Küchenutensilien. Dann wisst ihr, was sich so angesammelt hat.

Einer von uns Beiden hatte die Idee – und meine Liebste kam mit Haken und Brett an. Nun hängen sie. Und wir sehen sie nicht nur zum Morgencay, tagsüber erfreuen sie uns mit ihrem Moin moin und der Nachhilfe in Sachen Seemannsknoten. Innen auf dem Boden der Hinweis auf die Ebbe, oben am Rand steht Flut. Nichts zum Falschmachen dran und die richtige Menge drin!

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Eine volle Mahlzeit fürs Hirn


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Ich musste  ihr nicht einmal drei Schritte hinter ihr folgen, um als Gasthörer in der HEP Universität, zwei Vorlesungen zu erleben.  Unter den Arm geklemmt und mit kernigem Schritt. Alles ganz einfach, gleich in das Thema Sophistik eingeklinkt. Haarspalterei, Rabulistik, Sophisterei, Spitzfindigkeit, Wortklauberei weiß Wikipedia.

Dozent Ramazan bey beherrschte das trockene Dozieren leider überhaupt nicht! Obzwar auf  türkisch vorgetragen konnte ich ihn zum großen Teil verstehen. Mimik, Gestik und Körpersprache ständig in Bewegung viel über Misir, das ist nicht nur Mais, sondern auch  die Bezeichnung für Ägypten, Mezopotamya, Assyrer, Sümer gleich  Syrer, Hitit gleich Hethiter usw.usw.

„Sehr langweilig für dich?“ „Ganz im Gegenteil!“ Altes und längst vergessen gelaubtes Schulwissen drängt, entstaubt, an die Oberfläche. Ramazan bey doziert nicht, er lebt und liebt es, seinen Zuhörern das Thema nahezubringen. Ein Glücksgriff! Cok tessekürler Ramazan bey. Wo ist die Zeit geblieben?

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Ohne Pause geht es in das nächste Thema. Apotheker und Hobbyforscher Mustafa bey  macht die Schilder an der D 400 lebendig, Heimatkunde vom Feinsten, die alten Gemäuer beleben sich, die Altvorderen bevölkern die antiken Stätten wieder, dokumentiert von Jahrhunderten mit ihren Jahrhunderten. Glänzende Augen, glänzendes Wissen über die Burg, über Mahmut Sedi, über Syedra und und und. Glänzende Augen bei den Zuhörern.

Viele Notizen, viele Fragen, qalifizierte Fragen der dreizehn Studentinnen und Studenten – und einem, der darüber hinaus teilnehmen durfte. Zu Beginn des Studiums 60plus war es noch ein Schock = 60 Damen und Herren, abgeschmolzen zu einem guten Dutzend. Die Lernlatte ist höher gelegt von den Initiatoren, die in Altanya verortet sind, jetzt sind die Lerngierigen ab 65 zugelassen. Quo vadis, HEPverantwortliche?

Gazıpașa


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Gazıpașa  ist Alanya so nah wie zum Beispiel Hannover zu Hildesheim. Nur, dass es keinen Dom, keinen Erzbischof, keine Marienburg vorzuweisen hat, verschmerzbar.

Quasi nur wenige Meter öffnet sich für den Besucher eine herrliche, eine umwerfende, eine traumhafte Landschaft. Kritische Durchfahrer sehen nur eine Plasteundelaste-Landschaft. Darüber dann noch endlose Bananenfelder. Hierorts wurde die türkische Bananenköstlichkeit geboren; aus kleinen Früchten wurde die große und süße Frucht herausgemendelt, welche nun türkeiweit und bis in eine Höhe von 250 Metern über NN gedeiht.

Die Banane und die köstlichen Erdbeeren bringen Wohlstand in die Region – und die könne lächelnd auf Hotelhochbauten verzichten, wird uns berichtet.

Letztlich nur wenige Schritte eröffnen das Wunderhinterland. Der Fuß tritt auf Myriaden wilder Stiefmütterchen und unendlich vieler weiterer Frühlingsblüher;die Sonne meint es gut an diesem Wanderfreitag.

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Die einzigen Geräusche erzeugen nur die eigenen Schuhe. Die Steigungen sind moderat und die Augen haben Zeit, die vielen Burgruinen aufzunehmen und die Wolkenformationen weiter oben wahrzunehmen.

Eine Honigindustrie wird passiert, es sind wohl hunderte von Bienenwohnungen, noch wird zugefüttert, ein Sonnentag macht noch keinen Sommer für die Fleißigen.

Eine Ausgrabungsstätte, großes Gestein, schon katalogisiert, welche eine Aufgabe in einem Land, das vermutlich unter jeder Scholle noch seine Vergangenheit verborgen hält. Alles sachkundig erläutert von Halid, Boss von Tam-Tour. Immer wieder führt er Wege, Pfade, Straßen, Teile der alten Seidenstraße einbezogen. Der Abschluss, in einer Erdbeerplantage die köstlichen Früchte selbst vom Strauch zu genießen – hmmmm. Auch die Antwort auf die Nachfrage kam prompt: um diese Köstlichkeit zu erhalten, müssen wir zwei mal in der Woche spritzen, stieß auf Verständnis.

Danke danke Halid und Irfan von Tam Tour , es war ein vermutlich letztes Erlebnis mit euch Beiden. Immer nur noch als Apoplex einer Wandergruppe mühsam Schritt zu halten, als wenn die Wanderschuhe Stahlplatten tragen, dass kann es nicht sein. Wir werden weiter um Gazipasa  und anders wo anzutreffen sein, aber Tempo und Pausen selbst bestimmen können.