Erhart


Erhart

Guten Morgen Freunde,
er musste leider geh´n. Schon!
Was er noch zu sagen hätte; ungesagt bleibt es.

Kurzlebig ist die Zeit geworden; eine Freundschaft, welche über sechzig Jahre dauerte, passt nicht mehr in diese. Ecken und Kanten hatte er – und verbarg sie in einem dicken Panzer, der nur selten nach außen ließ, was er für sich verarbeitete.

Peter, wenn du denkst, was ich denke, dass du das denkst, dann denkst du das Richtige. Ich dachte mehr an unsere Weiterreise nach Hannover und Neustadt und nur flüchtig an das, was er dachte. Ein Gefühl, dem Freund ginge es nicht gut und wir reisten früher zu ihm als gewollt. Es trog nicht. Vor dem Bahnhof in Horb, ein kurzer Knuff auf den Arm, ein kurzes Umarmen beim Einstieg, seine Frau fuhr ihn, dieser Abschied ging uns nahe, wir mögen es geahnt haben; weitere würde es nicht geben. Doch! Noch einen! Zu seinem letzten Gang fliegen wir noch einmal.

Wir werden nicht die Floskeln, welche die Sitte und die Kultur für diesen Zweck parat halten, nachbeten. Nur eines noch: Du hattest eine große Würde, mein Freund. Und sie war noch sichtbarer und klarer, als du fühltest, wie es um dich steht.

Peter

Erhart starb in den Armen seiner Frau am vergangenen Sonntag

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