Der dreifache Aziz mit seiner Manıce . . .


Der dreifache Aziz mit seiner Manıce . . . 

„Pättärr, willst du wissen, weshalb wir so eilig zu dir gekommen sind? Ich will es dir erklären:

  1. Ich hatte solche Sehnsucht nach dir und zu Luiza – und meine Manıca, sie wird meine neue Frau, wollte euch so sehr gerne kennen lernen.
  2. ich hatte Sorge um dich, Du bist jetzt alt und . . .
  3. Wir wollen nach Konya zu den Dezemberfeierlichkeiten – und mit euch zusammen sein. Mit einander quatschen, bis der Arzt kommt. Pättärr, wenn du alter Mann schlafen willst, dann quatschen wir eben mit deiner Frau . . .!

Die verquatschte Nacht hängt mir nach – und heute haben selbst unsere Gäste früh ihre Bettchen aufgesucht.

Seit so um die 1960 bis in die heutigen Tage – und Nächte – sind wir befreundet und die Gegenseitigkeit hat sich zu einer Zuneigung entwickelt, in welche Aziz` neue Partnerin gleich in den ersten Minuten nach der ersten Begrüßung mit eingestiegen ist.  Ein Glücksfall, sehr sehr bewegend.

Selbst Kerim, Freund und Taxifahrer seit vielen Jahren, fiel Aziz um den Hals, er kennt von diversen Abholungen in Alanya und Gazıpaşa

Wie viel Gemeinsames aus Hannover, aus Hamburg, Aziz studierte dort Maschinenbau, aus Alanya, wurde wieder lebendig. Wir leben hier nicht auf dem Mond oder in einer sich verklärenden Vergangenheit, wir befassen uns ausgiebig mit der aktuellen Situation im Iran.

Aziz besitzt in Teheran eine Fabrik für Industriepumpen und exportiert in diverse Länder rundum Persien. Es gehöre zur Kultur, mehrfach zu erwähnen, welchen Reichtum man erworben hat, es stärke das Prestige. „Ich habe viel Geld gemacht, alle meine sieben Geschwister haben „Geld gemacht.“

Wir gehen zurück in das Jahr nach der Revolution, die amerikanische Botschaft in Teheran war besetzt, die Mitarbeiter gefangen gehalten. Ich habe energisch darauf bestanden, mit den Besetzern, junge Studentinnen und Studenten, zu sprechen. Aziz

Zeichnete mir auf einem Stadtplan die Lage ein, gekennzeichnet mit einem großen NS. NS? Nest of Spions, eine Botschaft hatten die Amis hier nie, sie waren da, das Regime des Schah zu stützen, um ihre amerikanischen Interessen in unserem Lande zu sichern. Es war ein reines Spionagenest. Ende des Zitats.

Das dritte Auge der Hübschen schaute in Brusthöhe aus dem Şador hervor, drohendes Maschinengewehr, auf mich gerichtet. Interessant ihre Offenheit und ihre Wachsamkeit. Lange her. An der „Freundschaft“ zu den Vereinigten Staaten hat sich seitdem nichts geändert . . .  Der Besuch bei den Eingeschlossenen wurde mir verwehrt, schade genug . .

Heute genossen wir die Wärme des Dezembertages, die Wärme unter Freunden, morgen wird eingekauft, im Iran sei alles so sehr teuer geworden, ein Kochtopf kostet dort ein Vielfaches gegenüber dem Sonderangebot bei Bim.

Es ist Schlummer angesagt, nur noch fix um 21 Uhr die Siebenuhrnachrichten des Zweiten. Freund Aziz, ich habe sonst nur noch Freund Erhart im Schwarzwalde, noch länger als die mit Aziz, so steinalt wie ich selbst, der Jungsche aus Persien ist schließlich mit seinen 68 Jahren noch grün hinter den Ohren, soll mit seinen Tagen erst mal in unsere Jahre kommen.. . ´Morgen haben sich die Lästerzungen ausgeruht und es geht Schlag auf Schlag weiter.

 

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