Aziz kommt! Aziz kommt wieder! Aziz kommt. . .


Aziz kommt! Aziz kommt wieder! Aziz kommt. . . 

. . . . heute Abend wieder Aus Teheran über Istanbul nach Gazıpaşa – mit dem sogenannten Lumpensammler. Freude hier – und die Fülle von Erinnerungen über Jahrzehnte. Nur mal so:

Teheran 1979. Ein Jahr nach der Revolution im Iran.

Im Jahr zuvor erlebte ich, wie hunderttausende Iraner auf den Dächern lautstark intonierten, der Schah Reza Pahlevi müsse verschwinden. Nun war er in Paris, die Dächer leer, die Straßen voller Menschen!

Mein Freund Aziz, glühender Verfechter einer neuen Zeit, Anführer einer Revolutionsgarde nahm Urlaub, extra für seinen damals noch jungen lieben Gast aus Deutschland. Wir kannten uns seit seinem Studium Maschinenbau in Hamburg, oder noch früher? Weiß nicht mehr.

Zusammen mit seinen Freunden gönnten wir uns eine jungenhaft fröhliche Auszeit am Kaspischen Meer im Hotel Hayat Regency. Sensation am Abend, ein Filmabend im Hotel.

Ein amerikanischer Filmfetzen, war wohl vergessen worden bei der großen Vernichtung.Übervoller Saal, Vergnügen wurde von den Revolutionswächtern wohl zugeteilt.

Neben dem Vorführgerät ein Vollbart, der gefürchtete Herr Zensor. Bei jeder Kuss-, jeder Knutschszene fuhr seine Hand vor die Linse. Nur ein Einziger verbiss sich das Lachen – und prustete unverhofft los. Aziz und sein Freund hielten hielten dem um Fassung Ringenden den Mund zu und eskortierten ihn – mich also im Eilschritt aus dem Saal: „Peter, das ist verboten! Wenn ein Zensor amtshandelt, hat das niemand lustig zu finden. Oder hättest Du gerne dreißig Peitschenhiebe also „Sofortbonus?“ Diese Leute mit ihrer frommen Polizei gibt es noch heute im Iran.

In der Morgenfrühe, so gegen fünf Uhr in der Dämmerung hämmert es an die Hotelzimmertür. Drei schwarzvermummte Damen, Marke Flintenweiber dringt ein, sie inspizieren mein schlafwarmes Bettchen, schauen in den Schrank, gehen ins Bad, riechen am Wasserglas, der Spuk verschwindet wieder. Grußlos. Aziz spielt das später herunter, das sei nur die Qualitätskontrolle gewesen. Aha? Dreißig Peitschenhiebe? Nein, fünfzig. Bettchen, Wasserglas und mein Herzlein waren porentief rein, Allah sei gedankt!

Heute so gegen Mitternacht klingt es etwas lauter von hinter dem wild schäumenden Dimçay, es sind lange schon nicht mehr die jungen Wilden von dunnemals, eher alte Säcke, Aziz bringt seine Neue m it . .

 

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