Regentropfen, die an meine Fenster klopfen . . .


Regentropfen, die an mein Fenster klopfen . . .
Das war gestern! Heute ging es nächtens erst richtig los mit der Wasserverschwendung von ganz oben: Wasserflatschen, die an mein Fenster klatschen.

Ganz im Zeitalter der internationalen Gedenktage, Ausdruck von Nichttätigsein und Wegsehen zum Zeitpunkt, als es geschah, erkläre ich diesen letzten Tag im November zum Internationalen Regen- und Schlammfüßetag.

Der Regenhimmel leistete Überstunden und die vergangene Nacht und dieser nasse Tag geben den Unken recht, ich leiste Abbitte ob meines vorlauten Rechthabenwollens. Zu fortgeschrittener Abendstunde kündigte sich westwärts eine schwarze Wand an; es blieb nicht bei der Ankündigung. Heute am Morgen war das Mittelmeer weg. Kommt sicher wieder. Inshallah.

Katzekatze zeigte uns einen Vogel, als wir ihr zumuten, wie gewohnt in freier Natur zu kacken, kratzbürstig kam sie zurück – und liegt in meinem Bettchen, wehrt den Besitzer ab, bleib doch, blöde Kuh, äh, blöde Katzekatze.

Wollen ja nicht meckern, wir sitzen warm in der Hütte hinter dem wild schäumemden Dimçay an diesem vermasselten Tag. Und denken an die, auf welche das Wasser von oben heute keine Rücksicht nimmt. An die Kinder, welche vielleicht nicht in die Schule können, weil, es ist doch gleich der erste Advent und die warmen Jacken kosten nicht mehr die Welt!

Eine neue Jacke einem kalten Kind überziehen kostet keinen Aufschlag. An die, welche die Flugzeuge starten und heil hinbringen, und so weiter.

Der schwarze Freitag mit seinen an uns völlig vorübergegangenem Hype zum Konsum liegt hinter uns, heute ist der wet Friday. Die Politiker, ach, was mir alles noch zu denen einfällt, versprechen ja das Blaue vom Himmel, siehe gerade diese allerletzte Abstimmung in der Hütte, einst dem deutschen Volke gewidmet.

Auf Regen folgt Sonne, auf Weinen wird gelacht. Das verspreche ich euch! Müsst nur fest daran glauben, ählich . . .

. . . Weiß noch jemand, womit man Strümpfe stopft?


. . . weiß noch jemand, womit man Strümpfe stopft?

Kennt noch einer die Zeiten, in welchen der Stopfpilz die Hauptzutat war, ohne welchen die Löcher einfach zuammengezerrt wurden? Ein neues Zeitalter, ein neues Jahrhundert änderte das, heute nimmt man frischen Lavendel aus dem eigenen Garten da hinten in der Sarağlar Mahallesı hinter dem wild schäumenden Dimçay.

Es weihnachtet gar sehr und nach dem Schwarzen Freitag des Konsumkrieges kommt der letzte Sonntag im Kirchenkalender und diesem folgt der erste Advent.

Felizitas und meine liebe Frau strippen um die Wette den Lavendel, um ihn in kleine Strümpfe hinein zu diskutieren, frische natürlich!

Diese wiederum sollen auf dem Alanyaweihnachtsbazar angeboten werden zwecks guten Duftes in den Wäscheabteilen.

Wenn es aus den Ständen der Anbieter heftig nach Lavendel/Lavanta duftet und nicht nach Gesottenem und Gebratenem, dann seid ihr richtig! Also immer der Nase nach . . .

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Von Normalnull auf Tausend in einer Stunde


Von Normalnull auf Tausend in einer Stunde

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Wandern mit Halil von Fam-Tours beginnt mit dem Auto, so ist der erste Anstieg von Alanya nach Mahmutseydi leicht geschafft.

Nach dem Besuch der alten Camı – wie oft sind wir schon dort gewesen – geht es mit flotten und noch frischen Schritten mehr bergauf wie umgekehrt. Die Tempomaten geben, wie es der Brauch ist, das Tempo vor. Die Wanderwaden kommen rasch auf Vollgas. Es bleibt hin und wieder auch Zeit, die Nase in den Wind und die Augen in die Natur zu senden.

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Die Steine selbst, so schwer sie sind, sie pieken hin und wieder in das zarte Fußfleisch, hin und wieder fasst ein stachliger Zweig an deinen Ärmel, weiter, es riecht nach Pflanzen, nach frischer Herbstluft, nach den Früchten des Waldes.

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Da gibt es Rotes vom Erdbeerbaum, köstlich. Diese aromatischen Dinger heißen tatsächlich Erdbeeren und so schmecken sie auch.

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Weiter, weiter, weiter, von den ersten Mitwandernden , mich eingeschlossen, höre ich unterdrückte Schnappatmung; niemand will ich blamiert fühlen. Fünf Kilometer werden so lang wie deren zehn. Es gibt eine natürliche Umgebung rund um Antalya, die lohnt es, entdeckt zu werden.

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Das ist Ahmets kleines Privatmuseum, sehr sehr sehenswert, leider geschlossen, Herbstes Zeit . . .

Wie, es gibt keine Wegweisungen, alles so wie es seit Jahrhunderten gedieh, einschließlich der massenhaften teils herrlichen Schwarzbauten? Es gibt Wegweiser! Sie hängen  mit Flatterbändern von den Bäumen, nicht zu übersehen. Auch hintereinander gelegte Colaetceteradosen. Sie zeigen dem Wandernden, wo es lang geht. Und sie sind nicht mit weiterem Unrat in die Wälder gekippt. Wir sehen das nur, bleiben auf steinigen Pfaden.

Leute, wandert bald, bald ist es alles mit Abfall verfüllt, scheint hierzulande ein Kulturgut zu sein!

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Halbzeit bei glühheißer Ispanakgözleme, Pause, Ausstrecken der angesäuerten Muskeln. Die Wandervögel trennen sich, die einen wandern weiter. Zweie lassen einen fahren. . . Mein Level war erreicht. Meine Liebste unter den Wandervögeln zu erreichen war nicht möglich. Ich bin in ein langes und tiefes Funkloch getreten So ein Schiet, aber immer noch besser als in einen frischen und noch dampfenden . . .

 

Es war eine Strecke und eine Wegführung, auf der einem das fröhliche Liedlein und das Hutschwenken erspart blieb. Umwerfend schön, aber die morschen Knochen – aua. Das faltbare dritte Bein hängt wieder im Schrank. Eine Traumstrecke, aber für eine jüngere Liga. Halil, du bist so voller Ideen, vielleicht, wenn mich der Hafer stechen sollte, könnte ich doch noch mal wieder – oder ich höre auf die Kanzlerin: WIR SCHAFFEN DAS!

. . . wenn man(n) nicht weiß, frägt Mann


. . . wenn man(n) nicht weiß, frägt Mann . . .

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Şerife, Lehrerin außer Diensten, unsere liebe Freundin, kommt immer mit irgendeiner Überraschung, dieses Mal diese, sorgsam geschenkverpackt,samt Gebrauchsanleitung, im Frühjahr einpflanzen! Aha, alles klar, aber was ist das, wie heißt das, kann man es essen? Ist es giftig, aber schön anzuschauen, oder was?

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Wenn bei Kestel die rote Sonne im Meer versinkt . . .


Wenn bei Kestel die rote Sonne im Meer versinkt . . .

. . . und am Himmel die bleiche Sichel des Mondes ihren Nachtdienst noch nicht begann,und ein erstes Fischerboot weit draußen, von der Cam nicht mehr erreichbar, hinausfährt, den Çiupra und den Leverek zu kontaktieren – Wiedersehen zweiseitig gegrillt im Okyanus auf der Fischplatte . . .

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. . . dann zeigt der Himmel seine komplette Farbpalette, fesselt den Blick für eine kleine Viertelstunde zwischen dem Tag und der Nacht. Deine Sitzfläche erst feucht, dann feuchter auf dem Kies, die nimmst du nicht mehr wahr, die Farben am Horizont, das Versprechen schon für den neuen Tag.

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Der Burgberg mit ersten Lichtern, am seinem Grund der  Lichtmüll noch im Dunkeln. Wenige Angler noch erahnbar. Dann fühlst du die Hand deiner Liebsten, ihre Wärme, wenn sie dir die Aufnahmetechniken erklärt – und dir zeigt, wie aus einem Schnappschuss ein Gemälde wird.

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Ein kleines Glück? Oder ein größeres? Oder ein großer riesiger Glücksmoment. Wenn bei Kestel die rote Sonne sich verabschiedete – und neugierig macht auf den neuen Tag . . .

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Der Paravent in der Wildnis

Gestern noch war die Sarağlar Mahallesı, das ist da, wo unsere Hütte steht, in den Augen der Güterzusteller terra inkognita, ungekannte Wüstenei. „Nein, wir stellen in Kestel nichts zu!“ Aras und andere von er rollenden Zunft wagten sich nicht hierher. „Da müssensemal herkommen und ihre Klamotten abholen!“ Unser „Phaeton“ seufzte unter der zusätzlichen Last auf seinem sommerlichen Dach.

Kestel war für die Disponenten irgend wo jotwede. Eine der besonders Peniblen war aras, unfreundlich beim Abholen – und Zustellen in Kestel war ihnen vermutlich peinlich. Aras entdeckte nun, dass hinter dem wild schäumenden Dimçay sich nun, ziemlich unbemerkt von der zivilisierten Welt, Leben entwickelte.

Hilfsbereit telefonierte man, von Hepsi Burada ist da was gekommen und notiert sich die Anfahrtroute. Ein zweites Telefonat heute: wir kommen gleich. Ah, der Paravent, soll Abgestelltes in der Treppenecke kaschieren.

„Gleich“ ist anders zu interpretieren als anders wo, soIMG_20181113_153117.jpg ungefähr zwischen zwei Stunden und zehn Minuten. Ich frage meine Liebste, ob die abwarten, das der rote Teppich ausgerollt und eine Blaskapelle placiert sei.

Für alle zum Mitschreiben: Kestel ist entdeckt von den Augen hoch am Himmel, man muss das nur auf der Anfahrhilfe richtig einstellen – oder mehrfach das transportable Telefon betätigen. Unsere Versteckecke für die Sommerterrassenkissen und anderer Kram ist dem Auge des Betrachters entzogen. Geht doch!

Kleine Brötchen backen . . .


Kleine Brötchen backen war gestern!

Das Vollkornroggenbrot, das ich eben aus unserem Öfchen herausdiskutierte, das ist schon ein anderes Kaliber. Nur das Anschneiden wurde mir untersagt. „Du hast es über Nacht gehen lassen, nun warte auch noch einen Tag mit dem Anschnitt!“

Huuunger, aber es ist noch nicht aller Tage Abend . . .

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