Hunde, die bellen, beißen nicht…


Im Umkehrschluss beißen jene Köter, die nicht erst bellen. Morgens früh gegen sechs Uhr latscht der alte Kerl (der war ich) mit Olive = Zeytin, dem Leasinghund durch die Geografie. Unter einer Stunde geht da nichts.

Die Zeit gibt Olive vor, darunter läuft nichts. Den interessiert nicht die Bohne, dass das nicht etwa mit seniler Bettflucht zu tun hat. Andererseits bietet die Morgenstunde Ausblicke, die alsbald verschwinden. Der breite Morgennebelstreif vor dem Taurus gehört dazu, oben schon erste Sonnenstrahlen, der Morgennebel dazwischen, unten dran noch Nachtschatten.

Hund Olive=Zeytin zerrt, hechelt, kackt, schnüffelt. Leasingherrchen trottelt mit, hält an, wenn Hund das so vorgibt. Just an diesem Morgen ist alles anders! Aus dem Gebüsch tritt auf leisen Pfoten eine große Hündin. Nicht so groß wie die Fische in Anglers Hand, nicht so groß wie ein Kangal, aber deutlich größer als ein Zwergdackel, doppelt so groß wie Olive=Zeytin.

Angriff ohne Vorgeplänkel.

Hund an Leine im wütenden Fang der Straßenköterbeißzange. Herrchen (das bin ich) greift ein, die kämpfenden Köter benutzen die Leine, den Leinenführer rasch und gekonnt einzuwickeln und mit einem Ruck durch den Straßenschotter zu zerren. Auf dem Hintern, auf den Knien, auf dem Ellenbogen.

Zwei Güvenlikler, zwei Sicherheitsleute des nahen Club Paradiso, durch das Getöse alarmiert, eilen, bewaffnet mit einem Knüppel und einem Besen, treffen die hündischen Kombattanten, verscheuchen die Angreiferin, sichern Olive=Zeytin, wickeln den Alten aus der Leine, helfen ihm auf, finden seinen einen Latschen und die Brille. Eskortieren Hund und Herrchen zum Lieferanteneingang des Clubs Paradiso, schieben einen Stuhl unter die maltraitierte Nordseite, ein Dritter kommt mit einer henkellosen Tasse mit frischem Wasser, dem besten der Welt!

Einer der Hilfsbereiten fährt mit seinem Auto vor, steig ein, du wohnst da drüben in einem der gelben Häuser, ich bringe euch um die Ecke. Das war zu viel der Fürsorge! Olive=Zeytin und Ersatzherrchen hinken nach Hause. Früher wurden bei den Kindern Gummibärchen auf die blutenden Knie platziert, weil diese grünlichgelblichrötlichen Glibberdinger die Heilung befördern und Wehklagen verhindern. Ein gesundheits- und kalorienbewusster Haushalt hat – natürlich – keine Gummibärchen. Ersatzweise Teebaumöl.

Danke danke danke Ihr Hilfsbereiten vom Club Paradiso!

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. . . aufgenommen vor dem Kampfgetümmel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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