Stefanie – 5 – und ihr Welpenschutz bei Rex


Stefanie – 5 – und ihr Welpenschutz bei Rex

Mit Kind ein Besuch im Tierheim Krähenwinkel ist allemal erzieherisch wertvoll. Nur mal gucken war ausgemacht. Der Beginn einer jahrelangen Freundschaft. Das Kläffen war alles andere als beruhigend, eher im Gegenteil. Einer dieser Köter kläffte nicht, schaute nur und strich mit der Pfote über das Gitter, sprach uns an, nur Vatern konnte das hören

Gestatten Rex. Gestatten Hockenholz. Nehmt ihr mich mit? Warum sollten wir? Weil ich ein hübscher Mittelschnauzer bin und die Schnauze hier so voll habe wie du! Bist aber ziemlich groß, wie war doch gleich dein Name? Rex, hör einfach hin. Frecher Köter. Wirst ziemlich viel fressen. Stell dich nicht so an, wirst ja wohl noch einen Köter satt kriegen. Rex zog um, vorwiegend in das Kinderzimmer.

Vatern musste fortan sein Töchterchen nicht mehr einschlafen, das übernahm dieser pfefferundsalzfarbene Beischläfer nun. Fürderhin überwachte Rex die Eltern von Stefanie, dass man ihr mit Respekt begegnete. War ein Knie aufgeschlagen und Muttern legte nicht sofort ein heilendes Gummibärchen drauf, Rex schaute vorwurfsvoll.

Sein Fell bot Freude, seine Teilnahme nachhaltig, setzte es mal Schimpfe. Wie häufig wohl wurde Rex fest unter den Arm geklemmt und in die Ohren des Hundes hineingeschimpft, wie doof die Eltern sind; das Vieh nickte dann sachverständig. Rex hielt bei der Jungschen seine Augen mehr am anderen Ende Leine, wenn er Steffis energische Schulmädchenstimme hörte. Tröstete dort, wo Vatern nur dozierte. Wer latscht, fällt auf die Nase.

Rex war während der Schulzeit erst einige Male, dann öfter verschwunden. Wir schlichen ihm nach. Aufmerksam setzte er sich an den Bordsteinkanten, schaute nach links, nach rechts, in der richtigen Reihenfolge. Wartete vor der Schule und die beiden kamen zusammen heim. Ob auch in die selbe Klasse ging und hospitierte? Wir wissen es nicht, Eltern müssen schließlich nicht alles wissen.

An kühlen Winterabenden lag Stefanies Hund Rex uns nicht vor, sondern auf den Füßen.

Eine stinkwütende Stimme hinter einem hohen Bretterzaun: hauen sie mit ihrem fiesen Köter sofort ab, er hat unsere rassereine Hündin . . . Wisch dir das Grinsen aus dem Gesicht. Hörst du nicht das geile Fiepen der Rassereinen? Eine weitere Explosion an Fäkalsprachlichem hinter den Brettern.  Rexi, wenn du wieder springst, spring hoch genug, sonst . . . Wir erklärten es ihm.

Rex lief fast immer ohne Leine, er hörte aufs Wort, einfach wunderbar, dieser Familienzuwachs! Nur ein einziges Mal lief er langsam lief er einem Paar hinterher – und zwickte die Dame in den Hintern, sie war es, die ihn beschimpfte. Oh weh, der Ungezwickte neben ihr war Anwalt und Ehemann. Es sei eine Designerhose – und ein Designerhintern drin, goss ich Öl ins Feuer . . . Der Sonntagnachmittag war gerettet und den Rest übernahm Rexens Hundeversicherung.  Rex wurde nur acht Jahre alt und im Garten würdig bestattet. Rex, du verrückter Hund . . .

Mittelschnauzer hiessen einst auch Stallpinscher.

. . . aus Hunderassen . . . danke!

 

 

 

 

 

 

 

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