Stefanie – 4 – Nouvelle cuisine in Altwarmbüchen


Stefanie – 4 – Nouvelle cuisine in Altwarmbüchen. Bei uns wurden die Aufgaben anteilig bearbeitet und zum Anteiligen gehörte hin und wieder auch das Abfüttern der Raupe Nimmersatt. Die war auf dem besten Wege zu einem besonders schönen Schmetterling und freute sich immer, wenn Vatern kochte.

Das Lieblingsgericht war ein sehr wandelbares Produkt namens Schlawini. Dabei konnte nichts schiefgehen, Grundzutaten waren immer irgend welche Nudeln, angereichert mit Fleisch-, Wurst oder anderen gerade auffindbaren Zutaten, fein klitschig zusammen in der Pfanne angebraten und kindgerecht gewürzt.  Nicht marktreif für dieses Kind war meine ureigentliche Innovation namens PAWÜPA. Da gab es Stuss und die Aberkennung einer Nahrung.

PAWÜPA, Pappis Würzpaste, entstand in dem neu angeschafften Mixer. Aus der Distanz von Jahrzehnten muss zugegeben werden, es scheußlich genug aus und so muss es auch gemundet haben. Pawüpa war ein kleistriges Gemenge und taugte nicht einmal zum Weiterverkauf der Marke Pawüpa an einen Großkonzern der Nahrungsindustrie. Schwamm drüber.

Ich weiß es nicht mehr, was wir alles kochten und zusammen verzehrten und auch für Mami sättigende Mengen übrig ließen. Was  noch gegenwärtig ist: dass wir selbst angesetzten Holunderblütensekt von der Zimmerdecke putzen mussten; wir wollten doch nur ein Schlücksken  probieren . . .

Stiefmütterlein nahm eine Auszeit von ihren mannigfachen Leiden bei uns. Sie kriegte Sonderkost – schließlich bezahle ich dafür. Muss man verstehen. Ich kriege als Beilage nur Reis, Nudeln etc. Hier kann wohl keiner Kartoffeln kochen? Gefügiger Stiefsohn setzt einen Drucktopf mit Kartoffeln auf. Steck dir die Kartoffeln in den Hintern.

Gefährliche Ruheminute. Luise räumte wortlos den Tisch ab; wenn du dich in aller Form bei meinem Mann entschuldigst, kriegst du dein Essen wieder, mitsamt den Kartoffeln. Meine Schwiegertochter lässt mich verhungern! Drei weit geöffnete Fenster. bitte lauter und deutlicher, damit die Nachbarschaft mitbekommt, wie fürchterlich du es hier hast. Du wirst dich in aller Form bei meinem Mann laut und deutlich entschuldigen, dieser Terminus ist hier im Hause unüblich und unerwünscht.

Ach lieber Tod von Basel, bi ba Basel, hol mir die Alte fort, aber bitte beeile dich. Eine durchgeprügelte Kindheit nebst Anschluss an die Jugend, mögen endlich Geschichte sein! Der Notar informierte sinngemäß, dass eine Adoption niemals stattfand und deshalb…. Stefanie: wir schaffen das auch ohne, Papi. Eine spätere Kanzlerin mag diese Aussage übernommen haben, als sie Deutschland mit Menschen abfüllte.

Bis zum heutigen Tage ist, selten noch immer ein running gag  – steck dir . . . aber da sind doch schon die Kartoffeln drin – Grinsen. Über alle vier Backen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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