Anatolien – 7 – Sanli Urfa


Anatolien – 7 – Sanli Urfa, die Stadt der frommen Karpfen

 Der erste Aufenthalt in Sanli Urfa, eine der interessantesten Städte in Anatoliens, er mag im Jahre 2005 gewesen sein. Mehrere Tage, Eindrücke, die unvergessen sind. Eine Nachbarin, bat uns, die Karpfen im Wasser an der Moschee in ihrem Namen zu füttern. Kauft Futter und streut es den Fischen hin, sie werden euch aus der Hand fressen. Und das bringt mir, und Euch, Glück. Diese Fische sind heilig – und wer einen davon verspeist, der wird blind.

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Ein zweites Mal war ich vor einigen Jahren mit unterwegs mit einem Spendentransport für die aus Syrien geflüchteten Menschen, drei schwere Fünfachser voll beladen mit Spenden, Kleidung Nahrungsmittel mehrere Paletten, Betten, Matratzen, Wäsche. Viele Spender aus Alanya erinnern sich wohl noch.

Ziel des Konvois sollte die Stadt Diyabarkir sein. Bis ein mir sehr mysteriös erscheinender Anruf, der Konvoi habe die Grenzstadt Suruc, ca. 40 km von Sanli Urfa anzusteuern. Unherzliches Unwillkommen, die Kleidung flog auf einen Riesenhaufen, die Paletten mit Nahrungsmitteln wurden umgeladen und irgendwo hin gefahren, vermutlich ins Nirvana. „Die Herren“ wünschten fabrikneue Herrenhemden, fabrikneu verpackte Herrenschuhe etc.

„Die Herren“ brachten uns immerhin in Sanli Urfa in einem Luxushotel unter. An anderer Stelle ist ausführlich darüber berichtet hier im blog. Nach drei Tagen flüchtete ich abends, voll der Eindrücke von und  mit den Menschen in einem der vier oder sechs Lager. Fotos waren nicht möglich, es waren doch Menschen und keine Zootiere zur Besichtigung. Roj baj – (rosch basch) heißt wohl guten Tag – und öffnete mir viele der Familien. Es ist das einzige kurdische Wort, das mir bekannt ist. Ich werde das Erlebte niemals mehr vergessen! Nun ein drittes Mal in dieser Stadt, neugierig.

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Die Hunde bellten, aber die Karavane von Alanya Kent Konsey zog erst nach Stunden weiter, wir hatten mehrere Stunden in Sanli Urfa; zu allererst zum Teich der frommen Fische. Nur noch wenige schwammen im gut durchlüfteten Karpfengewässer. Wo sind die vielen Karpfen geblieben? Vermutlich vom irdischen Himmelsmanagement fröhlich aufgefuttert. Es ist zu vermuten, dass niemand von dieser Völlerei sein Augenlicht verlor. Petrus, sitzend zur rechten Hand Gottes und Verwahrer des Schlüssels nach oben, machte mit einem Fisch viele Menschen satt.. . wir wurden es im Bazar bei Giger (sprich giyér = Leber vom Grill und zuckersüßem Eis – Gruß vom Blutzucker.

Der Gewürzhändler mischte ein wohlduftendes Fleischgewürz; wenn ihr Zitronensalz beimischt, geht das auch als Fischgewürz durch, wird probiert. Gerade eben mit dem Sonntagsessen probiert, hui, scharf. Weniger nehmen, die Mischung stammt aus Sanli Urfa!

Die kleinen langen Tische, an denen  jeder seit Urzeiten sein Fleisch selbst würzt, die Zwiebeln dazu und natürlich Salz und Pfeffer, sie waren schon geschlossen. Feierabend im Bazar.

Vorher ein kurzer Höflichkeitsbesuch iln Göbekli Tepe – Ausgrabungen eingestellt wurden, weshalb? Von den frei gelegten Monumenten, si sollen der Überlieferung nach Menschen symbolisch darstellen, noch weitere fünfzig „Menschen“ sollen des Ausgrabens noch zu bergen sein. Offiziell wird verlautbart, dass sie 3500 v. Chr. von Nomaden errichtet sein – und von diesen mit Erdreich wieder zugeschüttet sein sollen.

Eine unserer lieben Freundinnen sei befreundet mit einer Frau, die an den Ausgrabungen teilnahm: Die Stelen seien nicht vor 3500 Jahren, sondern vor 35000 (Fünfunddreißigtausend!) Jahren entstanden. Auf hörere Weisung seien die Ausgrabungen entstanden und man wolle nicht die ganze Geschichte umschreiben müssen. Wahrheit oder Lüge? Wer will das beurteilen?img_20180430_182754.jpg

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Eine geballte Ladung Geschichte auf unserer Reise erlebt und künftige Generationen dürften noch einige Zeit benötigen – und wären immer noch nicht „fertig“ . . .

img_20180430_192830.jpg Bilder von Luise Hockenholz

 

 

 

 

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