Anatolien – 6 – Midyat ud Hasan Keyf


Anatolien 6 – Midyat ud Hasan Keyf

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Die vier Reisebusse auf dem Trip von Mardin, welches ja ohne mich stattfand, halten an in Midyat, ungefähr eine gute Reisestunde: Midyat, eine Stunde Aufenthalt. Wir zwei Beiden schauen uns an, verstehen uns ohne Worte, absentieren uns und latschen drauf los.

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Eine Kirche mit dem Kreuz obendrauf, bollern an die Stahltür, ein Schwarzgekleideter mit messerscharfer Bügelfalte: kommt einfach herein, hos geldiniz. So jedenfalls klingt es, könnte aber auch ein Gruß in kurdischer Sprache sein. Jedes Wort kostet mindestens zehn TL, wir können fragen, er weicht nicht aus.

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Er ist Pastor einer syrisch-orthodoxen Kirchengemeinde mit 150 Mitgliedern. Früher seien es mehr gewesen, die Yeziden, eine deutlich aufsässigere Gruppierung, die haben noch offensiv für ihren christlichen Glauben gekämpft. Wie viele von ihnen gibt es noch? Keinen einzigen mehr – und wir müssen sehr vorsichtig sein. Im Kircheninneren der Seilzug zur Glocke. Wie viele Glocken  hat das Geläut? Eine. Die dürfen wir drei Mal in der Woche kurz für die Gottesdienste bedienen. In dem großen Innenhof springen Kinder über das Seil, warten auf den Unterricht.

Vorsichtig nimmt er mir das Seil aus der Hand, bitte nicht! Ein falscher Ton zum falschen Zeit könnte Probleme bringen. Viele Fragen, ich weiß nicht mehr alle, die notierten Texte sind auf nimmer Wiedersehen aus dem Computer verschwunden. Hinzugewonnen als neuen Freund in facebook begrüßen wir  Pastor Malfono Ayhan Gürkan.

Es gibt noch mehre syrisch-orthodoxe Kirchen in Midyat, nur in wenigen werden noch Gottesdienste zelebriert. Hier von Verkündigungsindustrie und deren Diktat zu sprechen wäre notwendig, aber nicht angeraten . . .

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Malfono Ayhan Gürkan und wir haben Freundschaft in face book geschlossen und erhalten seine Nachrichten und wir denken an ihn und seine Gemeinde. Obwohl wir gar keine Kirchensteuerzahler sind!

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Das große Keksgeschäft an der Ecke, Proviant für die Weiterfahrt Nebenan ein weiterer Keksbäcker, lecker sieht es darin aus. Dürfen wir probieren? Gerne, kommt herein, er öffnet alle seine Behältnisse, wir wollten nur eins probieren. Greift zu und nehmt, soviel wie in euch hineinpasst. Zwei Kekspakete rollen weiter mit nach Sanli Urfa. Ein letzter Blick in einen Weinladen, die Flaschen syrisch bedruckt. Ja, wir sind Syrer aus Aleppo, der zerschlagenen Stadt. Syrisch sieht wertvoller aus. Die Preise etwas happig – oder wir zu geizig.

Ein kurzer Halt in Hasan Keyf, Das Wasser rauscht, das Wasser schwoll, aber kein Fischer saß daran, zu fischen gibt es noch nichts. Ganze Ortschaften versinken im großen neuen Wasserreservoir. Zwietracht unter den Menschen, deren Eigentum versinken wird oder schon versunken ist und den scheinbar Glücklichen, die oberhalb eine neue Bleibe erhalten, erfahren wir. An einem neuen Sakralgebäude wird eifrig gewerkelt. Künftig werden weitere Besucher noch mehr Wasser sehen . . .

Bilder auch dieses Mal wieder von Luise, DANKE

 

 

 

 

 

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