Ein gutes Gefühl, so eine volle Hose


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Es ist eine Persönlichkeitsumwandlung, meine neue Hose. Eigentlich die meines Pad. Früher wärmte sie meine Liebste; ich strich ihr hin und wieder die Rundung. Heute änderte sie  Zuschnitt und ihre künftige Aufgabe. Vorhin ratterte die Nähmaschine und gebar eine neue Buchsenpersönlichkeit; platt aber sie schützt und wärmt nach wie vor.

Ist nun der Hosenanzug für meinen Pad. Extra als Unikat in die Welt gesetzt – und ich bin der erste und einzige Besitzer! Ist ein nicht unwichtiges Unterscheidungsmerkmal, welches in zwei Tagen mit uns in den für uns schönsten Teil der Türkei reist: hatay/Antakya, wieder einmal auf den Nemrut, Diyarbakir und und und.

Die Applikationen außen drauf machen sie zum Hingucker. Auf der vollen Tasche, nicht auf . . . Ich durfte beratend bei der Geburt helfen, hier ist das Ergebnis. Ein klitzekleiner frecher Wunsch blieb unerfüllt: eine aufgenähte Kondomtasche. Bei Frauenbeinkleidern eher nicht so üblich. Nachlieferung nicht völlig ausgeschlossen – wenn mir mittels Aufnahme von zu viel Futter mal eine Jeans platzt – zumindest durch andere Einflüsse verschliß. . .

Mein Kampf . . .


Mein Kampf . . . steng genommen ist ist es gar nicht unsere kriegerische Auseinandersetzung. Auch so eine beschönigende Umschreibung für das Aufeinanderlosgehen. Hinter dem wild schäumenden Dimcay herrscht derzeit eine unterschiedliche Interessenlage zwischen den Kombattanten: Leasinghund Zeytin und (Kampf-)Katzekatze.

Diese verteidigt ihr Revier mit aus den Samtpfoten herausgefahrenen Messern und ihren Säbelzähnen. Der arme Leasingköter weiß gar nicht mehr, wie ihm geschieht. Liegt er still auf seinem Lager, kommt ein unverhoffter Luftangriff vom Stuhlsitz aus. Kampfkatzekatze setzt sich ständig hämisch grinsend in eine strategisch vorteilhafte Position und schlägt und beißt aus dieser.

Keine Stellvertreterkriege wie seit Jahrzehnten bei den sogenannten Großmächten, sondern Katz gegen Hund. Sie beißt und kratzt und er hungert sie aus, Katzennapf ständig leer. Revanche gildet nicht, die Hundeknüddel sind unter ihrer Würde.

Meistens gehe ich schamvoll in Deckung, wenn die Fetzen fliegen und berufe, selbstverständlich ohne ein Echo, Konferenzen ein und predige ihnen friedfertig, es doch mit Schwertern zu Pflugscharen, Frieden schaffen ohne Waffen und dass der Frömmste nicht in Frieden zu leben vermag. Vielleicht klingen meine Predigten auch zu hohl in ihren Ohren, da ich zu diesen Frömmsten der Frommen keine Zugang habe.

Beide versuchen, mich einzubeziehen in ihre Kriegshandlungen, die Teigrührschüssel schüttet mir ihren Wasserinhalt über den Latz, weil hienieden auf dem Küchenfußboden um Landgewinne lautstark gekämpft wird.  Landgewinne aus der Luft und auf Erden reichen, es muss nicht auch noch das ohnehin belastete Mittelmeer hinzukommen.

Nehmt es euch zu Herzen, ihr sogenannten Großmächte: so macht man Kriege! Schickt euren Trumpel in den Ring mit dem Herrn des Kreml! So wie ihr seit Jahrzehnten fremdmorden lasst, darf es nicht weiter gehen im kleinen Rest der Welt. Erst beim Tippen fällt mir ein, welcher Tag heute ist: das Datum wurde uns auch mal jungen Menschen ins Hirn tätowiert, wie . . . Vergleiche dazu wird nicht geben! Weil es mir graut, wie spät die Echos den beiden Stinkern und ihren Produzenten nachhaltig auf die Füße klatschen. Business at usual spült nicht immer Reibach in diverse Taschen und Hass in die Herzen der Verbraucher . . .

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Gedeckelte Hilfsbereitschaft


Gedeckelte Hilfsbereitschaft. Nach der Analyse Wohlmeinender gelten wir Beiden immer noch als ganz schön rüstig. Macht Mut. Dividiert man uns auseinander, wird es ungenauer; wer ist fit wie ein Turnschuh, respektive fitter? Einer von uns Beiden sprintet mit Leasingköter an der Leine fröhlich den Berg hinunter, die Ohren voll Musik gestopft, holt zwei Ciabattabrötchen und nach dem Rückweg dokumentiert die Uhr Zeit und runde fünftausend Schritte. Der andere – na jaaaa  – kocht schon mal den Frühstückstee und stellt die frisch gekochte Karaduttmarmelade und auf den Tisch und was sonst noch so verfrühstückt wird

Den Berg hinunter flutscht es noch, doch der wird beim Aufstieg immer steiler und der Atem kürzer. Ein LKW hält gleich unten: steig ein! Erschwerter Einstieg, denn der Fußraum war bis zur Bankmitte voll – Klosettdeckel die Masse. Die Kniegelenke hoch oben in Ohrenhöhe. Sie klapperten  wie eine Fuhre abgelegter Gebisse. Auf der Ladefläche kein Platz mehr, der freundliche Fahrer war von Berufs wegen Klüngelkerl, einer mit Vollbart und Riesengebiss. So kam ich nicht sehr bequem, aber sehr sehr freundlich eskortiert oben an. Dankbar für die Mitnahme!

Nun muss sich wohl über mehr übel als wohl einer von uns beiden als rüstig Apostrophierten von seinem Spruch verabschieden: wenn ich mal alt geworden bin, dann . . . Ich komme einfach nicht darauf, wer von uns Beiden . . .

 

 

Wunderdroge Basilikum


img_20180418_092937.jpgGestern Abend kein Äffässmalt, war schon beim CdaS genossen. Auf dem Tisch eine Karaffe mit Grünzeug drin, kühl, etwas trüb, leicht süß. Meine Frau doziert: Kalt angesetztes Basilikum hier aus unserem Garten. Gesuuuund! Es hilft, den Tag abzuschalten und  eine gute Nacht ist garantiert.

Trifft alles zu. Der Leasingolive Zeytin macht morgens um sechs Uhr seine Tagespremiere, Pfoten auf das Bett und die Morgenhymne hinterdrein. Sein Leasingfrauchen erbarmt sich, ich kann weiter schlummern. Liegt alles an diesem Wunderkraut Basilikum.

Zieht sich der alte Winter in seiner Schwäche nach oben in den Taurus zurück und vergisst, Wichtiges mitzunehmen? Kein Problem! Basilikum lockert Vergessenes im Lungengeflügel und befördert es mit fiesem Geräusch in  Küchenkrepp. Du atmest wieder geräuschlos. Basilikum macht´s  möglich. Eine Wunderdroge? Sollte man das Beet in vorauseilendem Gehorsam vor wachsamen Beamtenaugen verbergen müssen? Etwa so wie das ziemlich heilsame Hashhash auch? Kommt wohl nun häufiger in den abendlichen Schlummertrunk. Gesuuuund!

Probe gefällig? Aber gerne doch, es wächst ja jedes Jahr wieder und bringt in der eisigen Zeit, gerade hier im Winter besonders eisig, gerebelt Geschmack auf den Quark und ins Brot . . . Und der CdaS? Zum letzten Mal erklärt: der Club der alten Säcke. Dienstags ab siebzehn Uhr in Alis Hauptbahnhof . . .

 

 

Weiße Rosen. . .


. . . nicht die alsgelutschten und abgenudelten aus Athen, eher diese frisch erblühten an drei Rosenstämmen hinter dem wild schäumenden Dimcay in unserer Mahalle in der Wahlheimat Türkei. Frisch erblüht in einer Pracht, wie sie es vordem noch nicht gab. Aber das stellen wir in jedem neuen Frühsommer erneut fest.

Bei aller Schönheit, bei allem Duft an einem dieser schönen Vorsommertage hier am Mittelmeer in unserer Wahlheimat Türkei: da war doch noch etwas mit der Weißen Rose. Junge Menschen verloren Kopf und Kragen, weil sie sich einem Verbrecherregime entgegensetzten.

Viele – viel zu schnell vergessen von uns Nachvorneguckern. Sei jede Rose an einen Menschen erinnert . . .

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dieser Freitag, dieser Dreizehnte


dieser Freitag, dieser Dreizehnte, er begann um Nullfünfuhr. Der Morgennebel hatte sich noch nicht vollzogen, aber das störte Olive, den Leasinghund,  gar nicht. Ein kräftiger Kniff in den unbedeckten Zeh,  in m einen linken, eine unterdrückte Explosion höhern Ortes. Nur wenig später eine deutlich stärkere Explosion: Katzekatze explodierte auf dem ihr gehörenden Bettplatz und ging das arme arme Hundchen frontal an.

Die dritte Explosion war nicht das Erdbeben, das uns nächtens heimgesucht haben sollte. Meine Frau explodierte. Rasch den sportlichen Anzug über alles darunter. Mißvergnügte sprechen immer mal wieder von diesen faulen Türken. Nichts davon in unserer Mahalle.

Nachbar Hasan, iyi günler Hasan, er rüstet seinen Lieferwagen, andere Nachbarn und Durchfahrer, alle in Richtung Alanya. Der erste Azweinullzweier eilt, Studenten baggern zwecks des Lernens hier oben an der Uni.

Ich habe einen Stein in der Linken, nur um damit Kötis Hinterlassenschaft zu bedecken und sonst nichts damit zu tun! Aber auf dem langen Weg kam nichts! Der Olive hatte lediglich keinen Bock mehr auf seinem Kissen. Wir strolchten herum, schnüffelten an Steinen und Mauerecken, es roch überall so überaus gut. Nur gemusst haben wir noch nichts.

So beginnt ein schöner Tag. Die reifen Karadut am Baum der Nachbarin schmeckten so sehr gut. Nur unsere eigenen waren mickerig. Zu spät beschnitten. Dabei ist an jeder Bushaltestelle groß plakatiert: wer sich nicht beschneiden lässt, wird unfruchtbar, oder so ähnlich. Die Nachbarfrüchte hatten diese Erkenntnis nur noch nicht verinnerlicht – oder sie hatten sie noch nicht in der Obstbaumschule.

Ein schöner Tag, dieser Freitagderdreizehnte ist länger als der normale Tag eines Rentners. Es duftet der frisch aufgebrühte Tee in der gläsernen Kanne, Frauchen hat sich beruhigt, der Köter wurde beruhigt und auf später vertröstet, Katzekatze hat bis so ungefähr mittags die Ehebetten für sich alleine, Belohnung für den Schrecken.

Schön´ Freitag, dem dreizehnten . . .

 

Nächtlicher Verlust eines Territoriums


„Wer kämpft, kann verlieren! Wer nicht kämpft, hat schon verloren, textet Hanna Barbara Müller heute früh in fb Bert Brecht. Ich habe in der vergangenen Nacht wesentliche Teile meines Territoriums verloren; ich habe nicht gekämpft gegen den Annexionswillen von Katzekatze!

Ein wehes Kreuz ist die gerechte Strafe, der Siegeswillen von Katzekatze war eben stärker als die Territoriumsverteidigung. Schon vor Wochen besetzte das Vieh die eheliche Schlafstatt. Sie gestattete aber immerhin die Benutzung durch die ursprünglichen Besitzer. Gegen Überlassung der Besucherritze.

Gibst du so einem Fellvieh den kleinen Finger, gehört ihm sogleich die ganze Hand. Schließlich kann man eine Besucherritze anstandshalber längs beschlafen und sich der Wärme der Menschen versichern.  Katzekatze hingegen legte sich quer und machte sich hart. Mir gestattete sie immerhin, die Breite eines Brettes, also ca. fünfundzwanzig Zentimeter zu nutzen. Die reichen nicht zur Regeneration, siehe wehes Kreuz weiter oben.

Wenn dich der verdiente Nachtschlaf in seinen Klauen hält, dann  keilst du nicht zurück, wenn das Vieh sein unredlich erworbenes Territorium mit Tatzenhieben gegen den Fiesling verteidigt.  Längst ist es zu spät – und überlegst die Anschaffung einer doppelt großen Luftmatratze. Aber auch die wird Katzekatze uns enteignen. Schließlich muss sie nach ihrer OP die Wärme ihres Personals fühlen, richtig?

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