Welttag des Olivenanstichs. . .


. . . es gibt unzählige Welttage für ungezählte Ereignisse und solche, die es erst noch werden wollen. Ein wichtiger Tag im ereignisreichen Lebens eines Rentners sei hiermit hinzugefügt: am Montag, dem 13. November anno domini 2017 ist der erste Welttag des Olivenanstichs.

Arbeit über Arbeit ging diesem voraus; das Ernten der Oliven, nicht vom Baume der Erkenntnis, sondern vom Olivenstrauch am Rande des unbebauten Nachbargrundstücks. Jede Frucht der rund sechs Kilogramm selbst behämmert, die Bekloppten gewässert, probiert, bitter bitter, weiter gewässert, wieder probiert, das wiederholt man ständig, sonst gammelt die Ernte. So lange probiert, bis der Gaumen verbittert ist.

Aber nun ist es geschafft; selbst geerntete Wacholderbeeren mit dem breiten Messer breit gedrückt, frische Rosmarinzweige aus dem Garten, dto. Blätter vom Lorbeerbusch, Meersalz speziell für Oliven, hineingedrückt und mit Olivenöl verschlossen, harren sie auf dem Nordküchenbalkon des Verzehrs. Am Montag, 13. November wird das erste Großglas geöffnet. Termin ggf. notieren!

Bis dahin, ich bin der alleinige Esser der Grünen, halte ich mich an die schwarzen meiner Frau, mit Sonderdispens natürlich, bis dahin genieße ich die von Nachbarin Sherife eingelegten Oliven, ein großes Glas davon stand vor unserer Haustüre. Danke Sherife!

Die Grünen sind mit Abstand die Besten, was nur bedingt politisch zu verorten ist . . .

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Katzenfelle sind sehr sehr gesund!


Noch in den Sechzigern hielten die Apotheken Katzenfelle feil. Das war dunnemals ganz normal, allerdings ohne Katze drin, nur das Fellchen, sollte gut sein gegen Zipperlein im Kreuz. Tierschutz? Den gab es nicht einmal dem Namen nach, meistens jedenfalls.

Die Zeitläufte änderten sich, ein wenig zumindest. Wenn man von der Politik absieht. Bei diesen Herrschaften geht es häufig noch zu wie im Mittelalter. Zurück zum Thema. Heutzutage solltest du es vermeiden, in die Eczane zu latschen und nach Katzenfellen zu fragen.

Ist die Katze gesund, freut sich der Mensch, denn das Vieh sieht mit seinen klugen Augen, wie der alte Kerl sich krümmt. Hat sich mal wieder mit der großen Gabel im Garten verhoben. Sollte Katzekatze nächtens mal nicht draußen aufm  Katzenzwutsch sein, dann bietet sie Service an.

Dann drückt sie sich zwischen uns, macht sich auf der Besucherritze lang und manchmal auch breit – und drückt sich nachhaltig in das schmerzende Kreuz und rührt und rappelt sich nicht bis in den frühen Morgen. Dann allerdings verlangt sie mauzend ihr Futterhonorar für die Nachtarbeit.

Schließlich braucht sie ihr Personal ja gesund und vital! Katzenfell wärmt und entkrampft eben dann besser, wenn noch Katze in ihrem Fell steckt!

 

Hinunter vom Zorne – oder gar nicht erst hinein?


Ganz im Gegenteil zu meiner lieben Frau hätte ich den Streikroller getreten, hätte er mich zwei Kilometer vor der heimischen Mahallesi im Stich gelassen! Auf dem Rückweg vom Abendseminar hustet der blaue Rennroller mit Luiza drauf vor Migros in Tosmur noch einmal leise und schweigt, die Batterie ist alle.

Dunkel wars, der Mond schien noch nicht helle; die Dämmerung hierzulange dauert höchstens eine Viertelstunde. Drei Halbstarke eilen hinzu, beraten sich und kommen zu demselben Ergebnis, Batterie alle alle. „Warte! Wir rufen unsere Freunde an, die helfen dir! Stellen den Roller sicher unter und bringen dich nachhause!“

Die zwei Freunde treffen fünf Minuten später auf ihrem Roller ein, ein Blick genügt. „Komm, steig auf, halte dich an mir fest! Wir fahren in unsere Werkstatt und beheben den Schaden!“ Der andere besteigt den Leistungsverweigerer. Ab geht die Fahrt mit mindenstens Tempo fünfzig. Angetrieben iund verbunden durch Beinkontakt. Der führende Roller mit Beiroller.

Im Gewerbegebiet öffnen sie ihre Werkstatt, laden die abendmüde Batterie auf und finden und beheben die Ursache. Eine andere Werkstatt hatte tags zuvor die ältlich gewordene Leuchte gegen eine neue ausgetauscht. Die war die falsche und deshalb viel hungriger, als die Batterie zu leisten vermochte.

Schlossen ihre Werkstatt wieder zu: „Iyi yolculuklar!“ Erbaten sich TL 20, in Worten zwanzig türkische Lira. Inzwischen war es so um Neune abends.  Der blaue Rennroller mit seiner jung gebliebenen Fahrerin obendrauf rennt wieder – und wie üblich, fliegt er auch mal tief . . .

So viel einmal wieder zu dieser fiesen miesen Türkei und seinen Menschen!

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Ein Clan fröhlicher Menschen zu unseren Füßen . . .


.  .  .  wenn man nur den Berg hinunter muss, zu ihnen zu gelangen. Unser Dorf soll bekanntlich schöner werden – und es wird immer schöner! Vor allem unser Köykurfürstendamm, unsere Köykönigsallee.  Bülent Erkol, Güzellik & Kuaför, ließ sich kürzlich mit einem überaus ansprechenden, großzügigen und ansprechenden Salon nieder. Bülent spricht ein eben so akzentfreies Türkisch wie unsere deutsche Sprache.  Er lebt hier in Alanya Alanya-Kestel wie in Bad Homburg. Bülent weist darauf hin, dass er nicht nur Kuaför, sondern auch Güzellik ist!

Ismail usta bearbeitete mein Hirn, oben deutlich weniger wie unterm Kinn. Kein nervives Scherenklappern, wo es wenig genug zu klappern gibt, obwohl es ja zum Handwerk gehören mag.

Die Preise sind so moderat, dass die Fahrt zwecks Verschönerung nach Alanya City diesbezüglich nicht mehr notwendig wird. Der angebotene Türkish Kahve sade verschoben auf ein nächstes Mal. Das Gruppenfoto – in der Türkei obligatorisch und gerne geknipst. Es war mir eine Freude bei diesen fröhlichen Verschönerern.

Gleich gegenüber unserem Stammcafé Citerim Kestel nicht zu übersehen

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Querstreifen machen dick! Aber wer verzehrt schon Querstreifen?


Niemand. Vor allem wohlbeleibtere Kerle, die ihre Wampe mit Querstreifen zu kaschieren suchen, werden diese durch Nahrhafteres ersetzen. Aber es gibt ja auch andere Stolperfallen in Sachen wohl durchdachter Nahrungsaufnahme. Ich weiß doch seit Olims Zeiten meinen Kartoffelbauch mehr oder weniger geschickt zu verstecken. Der ist mehr als siebeneinhalb Jahrzehnten angefuttert durch eben Kartoffeln, meist mit Schalen hinunter geschlungen, wenn es welche gab, die nicht angefault waren. Krieg eben und die Zeit nach ihm.

Da gab es zu Zeiten der Währungsumstellung zehn zu eins in der Ostzone Buttercremetorte – B u t t e r c r e m e t orte ! Und nach der Flucht in den nur golden erscheinenden Westen dass Schnitzel so groß wie Klodeckel, die über den Tellerrand ragten.

Seit einigem wurde alles anders. Erst waren die Lowcarber dran, längst Geschichte, das mit dem Hungermodus und anderer Sülze. Heute nachmittag sündigten wir mit einer großen Portrion Extrasalat mit Olivenöl bei Citerim Kestel, ich noch obendrein zwei leckere Poaga. Schluß mit Lustig; hier wird nicht mehr nachhaltig über Essen, Genuss gar, diskutiert. Sondern vorwiegend über Eiweiß, Kohlehydrate Kalorien, Grundumsatz und Abwägen – mit der kleinen Küchenwaage.

Hach! Im frisch gedünsteten Ciupra, dem Fisch aus dem Mittelmeer, hat sich ganz tief drinnen doch eine vorwitzige Kalorie versteckt und im eiweißhaltigen Getränk schwamm ganz obenauf so ein Kohlenhydrat. Pfui.

Meine Liebste macht das konsequent schon einige Monate – und ich muss den Abfluss in der Dusche verschließen, damit sie nicht mit abfließt. Schlank und rank ist sie und mich frisst der Neid! Wenn dieser einige Kilo mitfrässe, ginge das ja noch.

Ich mache nun mit und tippe jeden Bissen in das schlaue Ding, das früher handy hieß. Eine Hose von  mir fühlt sich von der Erdanziehungskraft schon angezogen, Gürtel also enger! Nur manchmal, seltener inzwischen möchte ich herzhaft in diese Küchenwaage beißen. Die wiegt nicht die Küche, sondern was meinem Grundumsatz frommt, meinem Heißhunger auf was Süsses bremst. Ach ich Armer und schon etwas weniger Dicker!

 

Straßenkatze a. D. jetzt Hausbesitzerin


„Dieser lausige gerupfte Kranich da hinten in Berlin hat sich, mit wohlwollender Zustmmung von ganz oben, die Air Berlin unter die Krallen gerissen!“ Katzekatze schmeißt vermutlich immer den Computer an und liest die Wirtschaftspresse. „Was dieser lahme Vogel kann, das kann ich auch!“ 

Sie hat nach reiflicher Überlegung und strategischer Überlegung über mehrere Probenächte nun unsere Hütte übernommen. Vereinbart war mit ihr, dass sie sich tagsüber drin aufwärmt, frißt, Streicheleinheiten abfordert, abends dahin schleicht, wo sie einst hergekommen ist: nach draußen.

Nun ist sie Hausherrin. Wir durften uns als ihre Bediensteten neu bewerben, selbstverständlich mit deutlich verminderten Rechten. Diese beschränken sich auf Reinigung, Futterbeschaffung und Einrichtung von Schlafstellen dort, wo Madame es wünscht. Derzeit auf dem halbhohen Schrank im Schlafzimmer welches wir bis auf weiteres auch benutzen dürfen. 

In der Frühe, wenn der Muezzin die Gläubigen zum Gebet auffordert, springt sie über uns: „Rutscht mal gefälligst! Einer streichelt, der andere döst weiter lediglich auf der Bettkante, denn das Vieh, Verzeihung bitte Katzekatze, legt sich quer. 

Die Hausschlüssel hat sie uns noch nicht abgenommen, aber wir sind auf alles gefasst. Ach, wir Armen. Aber wer sich so seidig anfühlt, so zart fordernd, aber wehe, es geht nicht so schnell wie von ihr gewünscht, was soll man da tun?