. . . und Tschüss? Klar. Aber doch noch nicht jetzt . . .


. . . ud Tschüss? Klar, aber doch noch nicht jetzt . . .

Es war in der letzten Nacht, als alle roten Lampen angingen – und fast die rote Linie zur anderen Welt zu überschreiten war.  Der bekennende Diabetiker war trotz korrekter Selbstbehandlung so unterzuckert, das das letzte Stündlein gekommen schien. In unseren Kreisen geschieht das zuweilen, aber so dichte dran am Limit, das war das erste Mal. Meine liebe Frau: „was´  n los, Alterchen?“

Besorgnis war ihr anzusehen, das war mir noch bewußt, aber sonst wohl nichts mehr. Aua! Der Kontrolltropfen roten Lebensaftes sitzt doch unter der Haut und nicht im knochigen Fingerglied. Dann der erste Löffel Bim-Honig, ein zweiter und ein dritter und die passierten den Schlund nach weiter unten, ein vierter hatte auch noch Platz. Gut eingepackt verschlief ich den Schrecken der nächtlichen Stunde, bis Seytin, der Leasinghund wie gewohnt eine Hand abkaute.

Also, Allah oder wem auch immer sei Dank für den Aufschub des Umziehens in ein letztes Appartement und mit dem Hirn in die Richtung, in der auch die Nachbarn muslimischen Glaubens schlafen. Größten Dank meiner lieben Frau und für ihren zwecks Erkältung leichten Schlaf!

Zeit, geschenkte Zeit für unsere goldige Hochzeit in eineinhalb Jahren, für die Bezahlung der Versicherungsprämie für die Hütte noch in diesem Monat, Zeit für manche gemeinsame Fahrt mit dem „Phaeton“, Zeit für Meinungsverschiedenheiten untereinander, Zeit für die nächste Karaduternte und deren Genießen, Zeit für eine Fahrt auf den Balkan, Zeit für die Seilbahn in Alanya, Zeit für Diabetikereis, natürlich mit Mandeln und Honig bei Mado, Zeit für unsere Kinder im November hier, Zeit, die Verwandten kennenzulernen, sie nach achtzigeinhalb Jahren auch noch persönlich kennenzulernen, Zeit eben. Gute Zeit unter Menschen, die einander wohlgesinnt sind. Zeit miteiander. Vor allem!

Noch mag ich nicht den Regenbogen betreten. Der ist einerseits steil im Anstieg, andererseits voll mit Katzen und Hunden, die hinüberwollen oder müssen. Da will man ja auch nicht noch drauflatschen . . . Auch die vielen Ziegen und Schafe vom Kurban Bayrami, dem Opferfest. Wo man da überall drauftritt – und käme auf der anderen Seite mit Ziegenpeter an, riecht entsprechend, nicht auszudenken . . .

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