Die Drei vor der Tankstelle . . . 


Es ist halb fünf Uhr in der Frühe. Dem neuen Tage graut es schon, als drei mehr oder weniger leicht Derangierte den Fernbus hoch oben aus Anatolien vor der PO-Tankstelle in Kestel verlassen. Zwei strecken ihre langen Glieder, einer seine kurzen. Aufatmen. Zuförderst hieß es´, ein Ausstieg außerhalb des regulären Halts zu Alanya sei  nicht möglich, zuviel Aufwand beim Entwirren der Utensilien der Mitreisen koste zuviel Zeit. Ein freundlicher türkischkurdischenglischer Austausch mit dem Kaptan: problem yok, ihr steigt hier aus. 

Der um einiges mühselige Ausstieg wird belohnt mit einem fulminanten Frühstück belohnt und mit einem richtigen Bette, einer richtigen Dusche, einem ruhigen Schlaf in den schönen Tag hinein.  Ein Blick zurück: Karamanmaraş hat uns seine Rückseite gezeigt, wir waren gegenseitig nicht interessiert aneinander. Bis auf den Giğer-Brater mit seinen Superstückchen delikater Leber vom Spieß herunter.

Das für den Morgen geplante Superhyperfrü´hstück bei Mado fiel nicht aus, es war nur furchtbar. Seit Kriegszeiten habe ich keine Graupensuppe mehr genießen müssen und selbst damals war sie, wenn es sie denn gegeben hat, nicht so scheußlich wie bei einer Madofütterungsstation in Karamanmarash, serviert von zwei tief verschlafenen Dienstunwilligen. Da wendet sich der Gast mit Grausen. 

Abreise mit nur leicht knurrendem Magen nach Osmaniye, Zwischenhalt in Adıyaman. Ihr müsst hier raus aus dem Bus, ihr nehmt den nächsten! Euer Gepäck ist schon ausgeladen. Überbucht offenbar so unter der Hand, gar nicht so selten hier. Als der fette Kaptan beginnt, laut herumzubrüllen, war meine Stunde gekommen. Lasst uns den Fall in aller Ruhe klären, bittet euren Müdür, die Jandarma, die Zabita hinzu. Sofortige Ruhe, die berauchen wir doch allesamt nicht. Bitte steigt wieder ein, euer Gepäck wird wieder zurückgeladen und ihr kriegt Sitzplätze mit Garantie. Na bitte, geht doch.

  • Osmanıye empfängt mit schlichten einundvierzig Grad Wärme. Bestens auszuhalten in einem lauschigen schattigen Cafégarten, der beste Türkischcafé der Welt! Einiges mehr als leicht transpirierend schleichen die Drei durch diese urige Stadt, Ruhe in der großen Camii und sind dankbar. 

Unseren am Gaumen klebenden Zungen spiegelt eine Fata Morgana gut gekühlte Melone vor – es dauert, bis dieses Trugbild verschwand. Auf dem großen Basar zu Osmaniye. Ein beherzter Händler sah uns leiden, Andreas bringt ihn zu realem Tun. Ein zerschlissener Stuhl, zwei Gemüsekisten, eine Pappe als Tischtuch, ein scharfes Messer – und eine Riesenmelone. Schlachtfest! Fleisch sei ein Stück Lebenskraft, suggiert die dafür zuständige Lobby! Wie recht sie hat, schließlich betrifft das ja wohl auch Fruchtfleisch. So süß, so wohlschmeckend war noch nie eine Melone! Sie lief in den Bart, sie tropfte in den Hemdkragen, M-e-l-o-n-e  eben. 

Adieu, ihr Götter auf dem Nemrut, adieu ihr freundlichen Gastgeber im Kaff Karadut, und tschüss Karamanmaraş, danke allen Freundlichen, allen Gesprächen, allen, die für uns kochten, für die Dienstleister, Dank auch dem sympathischen Syrer, seit fünf Jahren schon versieht er seinen Dienst an einer Busstation! Wir sind wieder da, wo wir hingehören. In der Mahallesi hinter dem wild schäumenden Dimçay. Und wieder mit der Sehnsucht im Herzen, vielleicht noch ein drittes Mal, denn wir kennen die des Ostseite des Nemrut doch noch gar nicht . . .

Da habeich doch glatt etwas doppelt berichtet, sollt ihr tolerieren, worum ich gar artig bitte – die Waagerechte soll sogleich wieder eingenommen werden – danke!

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