Des Morgens um Sieben ist die Welt nochin Ordnung . . .


. . . und ein Jeglicher, welcher diese Ordnung stört, kriegt schon seine Rüge. Es ist erst halb Sieben und es ereilt mich, den nich habe die heilige Ordnung erheblich gestört! Auf dem Wege zur gemeinschaftlichen Dusche in unserer Absteige vom Viersterneservice in Karadut zu einem auch schon leicht verblichenen Viertelstern hier in im Zentrum Karamanmaraş.

(Un-)bekleidet mit einem sittsam schwarzen Külot, denn im Duschbade gibt es keinerlei Haken in den Wänden. Um halb sieben schläft man hier noch. nur ein junger schwarzer Vollbart tritt aus den Spionagespiegeln und weist mich leicht drängelnd zurück: Anziehen du Ferkel! So dusche ich bei angelehnter Tür den Schmutz der Großstadt vom Balge,, denn die hat Hemd und Külot zu tragen und das Handtüchlein. Imerhin ist das Etablissement frei von Wanzen. Dieses leicht zu kontrollieren durch die abgelösten Ritzen in den Tapeten. 

Dafür leisten wir uns heute ein Luxusfrühstück in einem der Madocafés in der Stadt, ehe die Reise weiter geht nach Osmanıye, soll sehr schön sein dort. Leistung soll sich bekanntlich lohnen, richtig? Warum wir nicht im geplanten Ort, mit fällt der Name schon bald wieder ein, landeten, sondern hier? Der Hotelier in Karadut erbot sich, uns in die Metropole namens Kahta zu bringen, so weit so gut. Dort fährt einem fahrbereiten Bus in die Quere, der muß halten – her, nimm die drei Jabancı mit nach Karamanmaş mit, er hörte wohl, dass wir diesen Namen besprachen. 

Andreas ging dieser fliegende Wechsel zu schnell, er hatte doch schon anders geplant, Luise und ich reisen immer so, wie es gerade kommt. Wir schnappten beide hörbar ein, ein Busbahnhof in Adıyaman. Mehrfach saßen wir auf den falschen Plätzen. Überbucht, raus mit euch, ihr fahrt mit einem anderen Bus von Ünal weiter. Aber der fährt erst in zweieinhalb Stunden. Nein, nicht mit uns, als der Kaptan  laut  brüllt und uns  beschimpft, da gab es drei Zauberworte: Müdür, Police, Jandarma –  nein nein, plötzlich war alles wieder Freude und Eierkuchen, da Gepäck wieder zurückgeladen und wir hatten nun garantierte (!) Plätze.

Gut gemeint hingegen immer das Gegenteil von gut gemacht, ich war etwas schmallippig auf dem Trip – und hielt mich fürderhin aus der Reiseplanung heraus.

Selbst der Stadtbus in Maraş machte Zicken und entließ die gute Luft aus einem Reifen. Die beleibten Fahrer ratlos, stiegen aus, sagen auf gut kurdisch, was auf türkisch bock heißt und traten abwechselnd dem bösen Reifen in den Hintern. Ehe sie ihre Taschentelefone zückten. Erst dann fielen ihnen die Dofen ein, die ein solchen Bus als Transportmittel benutzten.  Inzwischen war ein halbes Dutzend Stadtbusse vorbei.

Ein Caycı begrüßt die Angebissenen mit je einem Glase des belebenden Getränks, will kein Geld von seinen lieben Deutschen! Türkei, kurdischer Teil, auch bezichtigen uns viele Menschen der Nähe zu Deutschland, wir seien etwas Besonderes und wenn wir wieder ….

Die delikatesten Leberstücke, heiß vom Spieß, herzhaft gewürzte Lederscheiben versus ekmek darauf, Salat wie frisch aus dem Garten, kühler Ayran aus großen Gläsern, freundliche Gelassenheit durchzieht Verdauungsorgane und Seele. Die Welt war rundum in Ordnung und die von Deniz und Andreas gefundene Bleibe – o.k., aber das Ersparte fließt am heutigen Morgen in die Kassen Mados – vielseitig und teurer, verrät das Internet. Welches die Lira mit Heißhunger schlingt, vermutlich habe ich Bei der Bimliratankstelle in Kestel nicht nachhaltig genug gesagt, dass die Tanke für das internet gedacht ist. Verd…te neumodische Technik. 

Für den Abend verrät das net, das dem Kundigen Auskunft erteilt über einen Dondurmacı. In unsereren Köpfen entsteht ein Eiskafé mit tausend Sorten Karamanmaş Eis, eine winzige Spelunke mit einem feuchten Tischlein und einer Sorte aus dem Kübel. Deniz wie üblich doppelte Portionen! Und anschließend die Suche nach einem sündigen Bier, muss man verstehen, wenn die Zunge vom Eise an den Gaumen geklebt ist. Ein Dutzend Händler mit Nahrhaftem, die so aussehen, als ob, böse Blicke teils ob der sündig aussehenden Drei, einer davon sogar Antialkoholiker. Ein Tekel verweigert die unanständige Anmutung, das Äffässmalt gleich in im Laden zu genießen. Der nächste Hauseingang wird ständig begangen, bleibt die „Lobby“ in unserer Bleibe für diese eine Nacht, köstlich, es war auch nur erst mäßig vorgewärmt . . .

Frühstückskohldampf plagt den Verdauaungstrakt, aber den Herren Andreas und Deniz beliebt es, länger zu ruhen, es ist es acht Uhr und wir sind für Neune verabredet . . . Dann Mado, dann Reise Reise . . .

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