4 Danke Nemrut


Dank an alle Beteiligten! – den Göttern da hoch oben, Deniz und Andreas, Hüseyin; er führte uns zu viel Sehenswertem drumherum.  Heute reisen wir weiter nach Malatiya, sind aber noch voll des Nemruts. Hat man ein date mit Göttern, reist man demütig auf des Schusters Rappen. Komfortable Busse fahren in die Höhe und speien Menschenmassen den Göttern vor die Füße.

Wir liefen, erst die neue komfortable Straße, dann den trotz moderner Treppen immer noch beschwerlichen Weg zu ihnen. Da stehen sie immer noch in der schon deutlich dünneren Luft herum Zeus, Kommagene, Apoll und die ganze Sippschaft. Wie immer noch ohne Unterleib aber die üblichen Großkopfeten. Der Zahn der Zeit nagt an uns Iridischen, an den Göttern knabbert er nicht. Nur Zeusens Nase brauchte den Facharzt, vielleicht hat der Göttervater aber seine Nase auch in Angelegenheiten gesteckt, die ihn nichts angehen. Kommagenens Name wird ja weiter verwendet in einer landesweiten Systemgastronomie, ob sie Tantieme bezahlt an die Namensgeberin?

Besonders, wenn man ihn zu forsch antritt, dann wird die Atemluft rationiert. Zwei der Höllenhunde haben den Styx verlassen und sind in die Haut von Andreas und Deniz geschlüpft. Jeder Schritt des Alten unterlag der Überwachung. Wechselnd einer hinten, einer vorne. Pättärr, du fällst, wenn du denn fällst, immer auf einen von uns beiden. So ging es hinauf auf die höchste Höhe, hoch über den Selfieknipsern und Kinderparadestehern für unzählige Fotos.

Die Sonne ließ sich noch Zeit vor dem abendlichen Untergang, bleibt gelassen, habt keine Eile, nehmt euch ein Beispiel an mir, signalisiert sie uns. Für mich eine Erfahrung, wie sie nur sonst nur abgehobenenen Wichtigs und Oberwichtigs erfahren; dieses Gefühl der Putintrampelerdoganmerkelwürselens, immer bestens abgeschirmt zu sein. Meine beiden Hilfsbereiten ließen es auch nicht zu, kleine Bosheiten zu begehen. Die Wasserflasche bleibt natürlich geschlossen und du wirst sie sicher nicht auf das kahle Haupt eines Grillenden entleeren… Das engt die Handlungsmöglichkeitden stark ein.

Keiner dieser Götter und Göttinen redet, kein Augenzwinkern. Verständlich, da hunderte von Menschen ihnen die Kehrseite zudrehen um die Sonne endlich zum Untergang zu bewegen. In diesen Breiten kommt die Finsternis überraschend schnell, der Übergang vom Tag zur Nacht nur kurz. Gerade noch eben gewöhnen sich die Augen an das hinwegdämmernde Licht und lassen die Stufen erkennen. 

Die Hilfsbereiten geben nun das Tempo vor, was den Weg nach unten bestimmt, natürlich auch wieder per pedes. Die abendliche Merçimekçorbasï und ein kühles Bier ließen weiteres nicht mehr zu. Die Frage vorwegnehmend, ob es denn auch Bilder gäbe, sei vorweg beantwortet. Es gibt sie. Ich will erst meine Frau fragen, wie man sie aus dem handy in den Plattfisch hineindiskutiert. 

Schlag nach bei Kögler, Andreas, der hat welche drin. Auch von dem Vollmond, der ihm alsbald seine Rückseite zukehrte, der mag nicht, wenn man ihn ständig ablichtet, muss man verstehen. 

Ein euer Tag – und die Knie benötigten nicht einmal so gelbliche Salbe aus der Apotheke . . .

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