Wind, Sand und Steine . . .


Wind, Sand und Steine hätte St. Exuperi richtig übersetzt werden müssen, wäre er über unsere Wahlheimat Türkei geflogen. Es ist auf dem nicht mehr sehr ungewöhnlichen Weg zum Nemrut dagi mit Gewalt über uns gekommen und heute ist der Tag eines mehr als sehr verdienten Bieres schon zur Mittagszeit. 

Das Kaff so ziemlich schon zu Füßen des Nemrut, zwischen drei und fünftausend Metern hohen Kulturerbes und heißt Karadut, ganz genau so wie die Früchte des Maulbeerbaumes. Die Anreise, wie bei uns gewohnt, wieder etwas anderes als allinclusive.

Nach dieser Ouverture aber der Reihe nach. 

Am gestrigen Tage räumte der Aldi seine vergifteten Eier aus dem Regal.,

 Uns, das sind Andreas, Deniz und Pättärr, rief der Berg Nemrut mit seinen Sonnenauf- und Untergängen und seinen steinernen Großkopfeten; wir riefen zurück und zücktcn die Bustickets von Alanya Otogar nach Adiyaman. Liegt in der richtigen Türkei, kein Tourismus. Außer uns. Ankunft nach neun Stunden im Bus, nur mit Pinkel- und Mercimekcorbasi und guter Betreuung an Bord. 

Umstieg in eine Klapperkiste, welche mit uns in ein Kaff namens Kahta raste. Umstieg in eine Klapperkiste namens Dolmus, Andreas und Deniz hatten Mühe, ihre langen Haxen unterzubringen. Die unendlich wilde Landschaft wechselt mit hoch fruchtbaren Feldern und steigt in die diversen Himmel. Der Kaptan hält mit quietschenden kahlen Puschen mitten in der Walachei – hinaus mit euch, zum Nemrut geht es da unten lang.

Recht hat der grobe Klotz, wir zerren unsere Rollis durch die sommerheiße Landschaft, ein Schild sagt uns, dass es nur noch lächerliche sechs Kikometer seien bis zum Ziel. Das Wandern ist nicht immer des Müllers und der drei von hinter dem wildschäumenden Dimcay kommenden drei Kerle Lust. Die beiden Youngster spötteln: Pättärr, wenn Du es nicht bis zum Gipfel schaffen sollttest, wir hätten da eine Lösung. Deniz macht den Esel, du steigst ihm ins Kreuz und ich, Andreas, gehe mit einer handvoll Bonbons voraus und füttere ihn. Irgend jemand hab e es ihm gesteckt, dass die Alten eben Esel besteigen. Schaut mich grinsend an. Selbiges wird ihm morgen schon vergehen, ich habe mein drittes Bein mit, einen ausgeklappten Stock.

Nun sitze ich bei Hüseyin in der Pension, nie war es wunderbarer, bei wunderbaren Menschen untergekommen zu sein, in Karadut. Ein Garten ganz allein für mich, die Beiden horchen noch an der Matratze. Hüseyin hat mir seinen Netzzugang eingestellt – und mein mittagszeitliches Bier ist längst schon verzischt. Eine wunderbare Erfahrung, diese Reise mit diesen Beiden, der Flachs blüht zwischen uns und es ist eine wunderbare Erfahrung. Tut dem Menschen gut – und dem Blutzucker…

Hier ist gut Bleiben, hier ist gut Sein!

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