Der Bruch – und seine Folgen


Der Bruch und seine Folgen. Wie weit diese türkische Hilfsbereitschaft geht

Am Abend vor dem Beginn des Kurban bayrami, dem türkischen Opferfest. Die Straßen überfüllt, die Menschen hektisch. In Tosmur kurz vor der Ampelkreuzung, dort, wo es dem fließenden Verkehr richtig weh tut, verweigert sich „Phaeton“ , aus die Maus.

Schieben auf den Bürgersteig vor Migros. Anruf bei Yusuf usta, dem Hilfsbereiten. „Nimm du den Bus zum Ohrmacher, lass dein Ohr reparieren, sonst muss ich dich ständig anbrüllen!“

Meine Frau: „Nach dreißig Minuten war Yusuf usta vor Ort, repariert provisorisch. Vor den Stadttoren Kestels schüttelt sich die Karre, wieder aus. Nur wenige Minuten später kommt der Grüne mit Yusuf drin ein zweites Mal und baut den Vergaser aus, entdeckt den Bruch der Feder, fährt in den Sanaiye und kauft einen neuen Vergaser, japanischer, dierses Mal nicht chinesischer Herkunft.

Baut ihn ein, „Phaeton“ schnurrt vor Behagen, insoweit mein Auto schnurren kann, meist ist es einiges hörbarer.

Wie schon bemerkt, alles im Stress kurz vor dem Opferfest, die Ziegen und Schafe sind noch pünktlich zu schlachten, Opferfest, dem größten Fest im hiesigen Glaubensbereich. Das die Barschaft nicht ausreicht; Problem yok, Luiza. Schick Pättärr nach den Festtagen mit dem Rest zu mir . . . Yusuf usta: danke auf diesem Wege vorab, wir sehen einander  nach Kurban bayrami. Iyi bayrami Dir, Deiner Familie, deinem Partner Hayri, der gerade Geburtstag hatte! Dann bezahle ich meine Schulden und drücke deine ölige Hand, die du gerade aus einem großen LKW-Motor ziehst.

Es ist ein gutes Leben in unserer Wahlheimat Türkei, ein Leben unter wahren Freunden.

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Berlin Alexanderplatz und seine Geschichte


Berlin Alexanderplatz und seine Geschichte

Meist wird sie verbogen dargestellt, je nachdem, was der Chronist dafür hält oder was ihm vom Schulmeister eingebläut wurde. Meistens falsch und/oder den Zeitläuften entsprechend. Zeit, etwas richtigzustellen. Als einst mit Spreewasser Getaufter muss ich es ja wissen und ihr sollt auch Kenntnis erhalten. Endlich!

Der Alexanderplatz, angelegt im 17. Jahrhundert wurde erst bekannt und erhielt seinen Geburtsnamen durch den Bäckermeister und Konditormeister Alexander Piefke. Schon bald konnte er seinem Namen die Bezeichnung königlichkaiserlicher Hoflieferant hinzufügen. Die Berliner und auch die, welche sich dafür hielten, die Rucksackberliner standen Schlange vor der Piefkeschen Haus- und Hofbäckerei. Piefke wurde reich und berühmt für seine riesigen Windbeutel. 

Hofbäcker Piefkes Windbeutel erzeugte Bärte aus Sahne, wo sonst keine gewachsen sind. Es hätte können so schön sein auf dem Alexanderplatz zu Berlin – und so friedlich! Die marschierenden Pickelhauben verloren ihre Pickel, es gab keinen Hof mehr. Seine Majestät der Kaiser räumte seine Bleibe und verduftete mit einem Güterzug mit dem deutschen Volke Gestohlenen nach Holland. Und tschüss . . . Die Windbeutel blieben, nur die Sahne hatten andere abgesahnt.

Es nahmen sich Leute die Macht, die vorgaben, etwas für das darbende Volk zu tun. Es gab Krawall auf dem Alexanderplatz und es floss Blut, nur keine Groschen und Sechser in die Taschen der Arbeitenden. Das Ergebnis ist bekannt. 

Inflation und Armut, immer kürzer wurden die Schlangen vor Piefkes Hofbäckerei außer Diensten, denn der Hof war verwaist. Aber er backte unverdrossen weiter. Brot dieses Mal. Brot, das morgens für fünf Millionen, aber am Nachmittag schon 30 Millionen Mark kostete. 

Es wurde brauner und brauner auf dem Alexanderplatz. Leichen schwammen im Landwehrkanal herum. Von Bäcker- und Konditormeisters Ladenverglasung blieb nichts, der aufgemalte Judenstern ging mit in die Scherben. Des Inhabers Spur verliert sich. Deutschland erwachte. „Psst, sei leise, der Führer spricht!“ Ich höre sie immer noch, die Ermahnung der Nazissen. Es ging der Witz mit der Straßenbahn – vorne steht der Führer und hinterm ihm steht das Volk, wer nicht hinter dem Führer steht, sitzt im Kasten.

Das Kind von damals hört sie noch, die lauten Töne und kann  sie nicht vergessen. Sehnte sich danach, endlich zehn Jahre alt zu werden, um mitzumarschieren hinter den geflammten Trommeln der . . . . . .jugend. War dann aber nichts mehr.Der Alexanderplatz war auf der einen Straßenseite westlich, auf der anderen sowjetisch. Kaputt. Trümmer.

Die Russlandüberwinterer waren da und mästeten sich an den für das Volk dürftig gewordenen Fleischtöpfen. Sonderbedarfsträger hießen die Bonzen der Einheizpartei. Aber sie bauten einen hohen Turm auf dem Alexanderplatz. Von oben war auszumachen, wie viele der Eingesperrten tagtäglich getürmt sind. Meinen Flüchtlingsausweis C als politischer Flüchtling, den habe ich noch irgendwo.

Den Alexanderplatz, den gibt es noch. Bei einem Besuch in Berlin, ziemlich sicher dem letzten, roch ich ihn, den alten und übertüchten neuen Alexanderplatz. Er roch für mich so, wie die ganze Zone viel zu lange gerochen hat: nach Pisse und Chemie. Lebe wohl Platz und denke auch mal an den, der dir deinen Namen verlieh. 

Meine Geschichte weicht sicher um einiges ab von dem, was in den Büchern steht. Aber sie ist erlebt.

Das Stiel-Leben hinter dem Dimcay


In aller Kürze beginnt hier in unserer Wahlheimat das Opferfest – Kurban bayrami. Bei Nachbarns hängen die frisch gewässerten Teppicbe auf den Drähten vor den Fenstern. Bei uns hängt nichts heraus. Außer meinen bunten Unaussprechlichen, diskret verborgen hinter den Handtüchern. Man will in Sachen Großputz ja in nichts nachstehen.

So saugt sich der Schallgedämpfte durch die Geografie innen, gemanagdet by Luiza. Allen, die Kurban bayrami feierlich begehen, frohe und besinnliche Festtage!

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Rächen wärmer kriechen . . .


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. . . Menschen dieser ganz besonderen Sprache hatten es vermutlich im Urin, dass der Himmel sich ausweinen würde. Hat er! Gründlich! Mutter Erde trank sich satt. Die Temperatur stürzte sich von gewöhnten Überdreißiggrad auf mickerige 22 Grad. noch vor dem Frühstück nahm ich ein ausgiebiges Bad in der Menge.

Die Badekülot flog mit einem Schwung ans Festland, der erste Landregen seit dem Frühjahr prasselte auf alles über dem Schwimmwasser. Herrlich, ein lautes Jubeln an ie nassen Wände der umliegenden Hütten.  Der Taurus war weg, schwänzte diesen Montag. Könnte sich ein Gebirge entschuldigen, dann mit Fremdschämen. Immerhin gebrach es einem deutschen Minister an der geschuldeten Demut gegenüber einem erheblich höher Stehenden.

Die neue dicke Tischplatte aus Ladin, Fichte aus dem Speckgürtel Alanyas, scherte sich nicht um die Tropfen, ließ alles an sich abprallen. Das Frühstück war trocken dank des Einsatzes eines Reklameschirms. Lediglich die zum Trocknen ausgestellten Feigen soffen sich voll und wurden im Backofen kaserniert, der ihnen einheizt.

Morgens so zwischen fünf und sechs Uhr kam ein so intensiver Duft nach Erde, nach Laub, nach Pflanzen herein – und nach Regen! Regentropfen klopft weiter an und lasst euch nicht lange bitten. Sonnenurlauber, seht es uns bitte nach  – und klopft auch weiterhin an und lasst euch nicht durch die Unken vom Dienst vergraulen! . . .

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Bilder von meiner liebn Frau, Tee von Bim, Ei von einem hoffentlich glücklichen Huhn, Schinken und Zitronenmarmelade von mir . . .

Camburnu – Müll im Garten Eden


Müll im Garten Eden ARD Alpha, 21:15 Uhr lief heute Abend, 18.08.2017 in der ARD Alpha

Dokumentierte Behördenwillkür, Behördenmacht, menschliche Ohnmacht – das Sterben eines Dorfes am Schwarzen Meer – und den weniger Mutiger, dagegen aktiv anzugehen. Die Gerichte entschieden mehrfach, wen wundert es´´´´´ – gegen die Menschen.

Vorwiegend die Frauen sind es, welche die durch die Müllkippe hereingebrochene´ Unwelkatastrophe nicht mehr abwenden können und zu mildern versuchen – und lautstark die Lügner und Betrüger befragen. „Unsere Männer haben ein Recht auf Faulheit“, stellen sie fest und stemmen sich in den Schlamm und sie weichen nicht. 

Wir sahen diese verfilmte Tragödie, verpackt in einen packenden Film. Jahre ist es hier, dass in unserem langjährigen Wohnort Altwarmbüchen bei Hannover die Auseinandersetzungen um die ach so supermoderne Müllverbrennungsanlage gerungen wurde – und auch damals haben die Menschen gerungen – und gegen allmächtige Unternehmer, geschützt durch eine allwissende Bürokratie verloren.  Die Anlage wurde gebaut, Bedenken zerstreut, sie arbeitet. Selbstverständlich ohne jeglichen Umweltschaden. Aus den Kaminen kommt natürlich nur der reine Ozon . . .

Camburnu ist nicht nur irgendwo da hinten am Schwarzen Meer in unserer Wahlheimat Türkei. Respekt vor dem Mut der Dörfer dort und ihrem eloquenten doch machtlosen Bürgermeister! DANKE liebe Bea, für den Hinweis auf diesen aufrüttelnden Film!

Peter ho am 18.08.2017 gegen Mitternacht

Die Zwei mit der Raute; wer war Erster?


„Wir“ natürlich. „Unsere“ Kanzlerin zu Berlin zeigt immer wieder und immer wieder die inzwischen berühmt gewordene Merkelraute. Man sieht sie, ohne sie zu sehen, und weiss sofort: Aha, dass ist doch…. Aber das ist falsch. Die deutsche Bundeskanzlerin schmückt sich mit fremden Federn, äh, Händen.

Der rechtmäßige Eigentümer der Raute ist unser Bürgermeister Adem Murat Yücel. Unser Bürgermeister, weil er jahrelang die Bürger unserer Gemeinde Kestel meisterte. Das machte er so gut und immer so nahe an uns Bürgern, dass wir ihn bei den letzten Wahlen an die Stadt Alanya ausliehen. Wir Bürger lieben ihn mit seinem Dauerstrahlen, auch wir Yabanci, wir Fremden. Zurück beordern können wir ihn nicht mehr, denn flugs hat er Kestel eingemeindet. Schiet.

Nun strahlt er uns wieder einmal großformatig an und zeigt seine Raute vor. Ich zichtige uns` Kanzlerin des Plagiats. Sie muss irgend wann einmal in grauer Vorzeit hier gewesen sein und hat sich diese Raute antrainieren lassen. Wie so Vieles andere auch.

Nota bene: von Türken lernen heißt siegen lernen!

Frau Dr. A. M. verschob ja so einiges mehr oder weniger Wichtige bis nah den Wahlen, was man verstehen muss. Vielleicht findet sie nach deren Ergebnis ja den unverschämten Mut, unserem Adem Murat bey hier an dieser Stelle zu danken für sein Vorturnen in Sache Raute?

 

 

 

. . . iss nicht Fiesch mit Mässärr. . .


. . . iss nicht Fisch mit Messer, wenn du Gabel hast . . .

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kommst du nicht zum Fisch, dann kommt der Fisch zu dir – heute frisch eingerollert durch meine Liebste: “ Schau doch mal, was für superfrische zwei Wolfsbarsche, heute früh gefangen extra für uns vor Alanyas Küste. Seit Jahren gehen wir meist zu unserer molligen Fischfrau hier in der Mahallesi, sie macht sie so überaus lecker, wendet sie in Maismehl und brät sie so überaus lecker.

Da bei uns derzeit Fett im Futter ungern gesehen wird, alles fettfrei oder mindest -arm. Keine mollige Fischfrau – und so einige fischige Restaurants in Alanya, können uns keine Begeisterungsschreie mehr entlocken. Die gebackenen Mittelmeerköstlichkeiten zwar gut zubereitet, dann lieblos mehrere Sorten auf den Teller geschichtet, nicht so unser Ding.

Als Vorspeise gab es die Innreien insoweit essbar, einfach köstlich. Der Händler wollte sie wegwerfen, aber Köpfe und alles Inneres aus den Wolfsbarschen bekommen heute Abend noch die Straßenkatzen.

Ein erstes Mal wurden die Wölfe auf dem Wasser erst zart gedünstet und hernach auf dem Rost über aromtische Mehle aus der großen Sägerei in Oba geräuchert. Ein Genuss rundum. Afiet olsun – und esst doch auch mal wieder Fisch! Ist übrigens noch was da – für Hungrige . . .

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