Rolf kommt heute – R-o-l-f !


Rolf Ritschsrds Foto.

So in ca. zwei Stunden, ob türkischer oder europäischer Zeitrechnung muss offen bleiben, dann knattert Rolf auf seinem Quad zu uns herauf. Mit ihm die süßesten Tomaten auf der Welt und die dicksten und aromatischsten Zwiebeln der Welt. Die und noch andere Gemüse baut er auf einem der Nachbarhügeln selbst an – und verweigert ihnen jeglichen Kunstdünger. Auch die Hersteller von Spritzmitteln würden in Konkurs fallen, gäbe es nur solche Rolfs auf der Welt.

Rolf und ich sind Freunde. Erst Freunde im CdaS und seit einigem auch Freunde in facebook. Wenn es zwischen Eiger, Mönch und Jungfrau in seiner Heimat Schweiz donnert, dann hört man unschwer das Grummeln des gök gürültüsü auch hier in Kestel von einem der Nachbarhügel. Rolf ist unverwechselbar, ein Unikat. Seine Statur dürfte die Zweimetermarke nur sehr knapp unterschritten haben. Sein Gardemass besteht aus Sehnen. In sein Gesicht grub das Leben Interessanteres als nur Runzeln, es sind Runen. Aus denen lächelt es ständig oder mehr noch ertönt ein tiefes Grollen leicht als Lachen zu definieren.

Jodeln habe ich meinen Freund Rolf auch schon gehört. Damit könnte er jeden frommen Gesang aus den Lautsprechern übertönen, Rolf mäßigt sich da sehr; er weiss, was sich gehört. Wehe aber jenen Figuren, die ihn einengen wollen, ihm vorschreiben, was zu tun ist. Und selbst nichts tun, ihm das Leben zu erleichtern. „Ich war bei einer Behörde, hatte alle Unterlagen vorbereitet und geordnet mitgenommen. Der Memur war offenbar von keiner Ahnung geplagt, wirft meine Akten hin und her, Ratlosigkeit im Gesicht. Zwischendurch fertigt er andere Bittsteller ab.“

Wie er das schildert, kann ich mir lebhaft vorstellen: mein Freund nimmt das mickerige Männlein am Kragen und hält es aus dem Fenster, lässt es zappeln. Zugegeben, bei mir nicht eben eine wohlmeinende Vorstellung hergebrachten Berufsbeamtentums hier in unserer Wahlheimat Türkei. Rolf bekam sofort das Dienstsiegel nebst hierzulande großartiger Unterschrift.

Leute, die ihn mit guten Ratschlägen überschütten, wie er sein gemietetes Haus ergänzt und wie er seine Tomaten auszurichten hat, die beißen auf Granit und niemals auf Rolfs leckere Tomaten. Am besten ziehen sie den Kopf ein und enteilen.

Wenn Rollis Blauaugen blitzen, Achtung, Schönwetter oder es grollt wie aus den Tiefen eines Sivaskangals. Es gibt noch einiges zu entdecken an dieser Urgewalt und guten, gut gewordenen, Freundes. Und ganz für mich und in der Stille habe ich eine Änderung des dienstags in Alis Bahnhof tagenden Kreises beschlossen: aus dem CdaS, dem nur für mich so bezeichneten Clubs der alten Säcke in CdiO – den Club der interessanten Originale. Wir haben noch mehr solche Rolfs da, die sich die Welt erklären.

 

 

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