… Keine neue Heimat für Holzwürmer…


Foto aus einem alten Haus in Ormana

Was hatten die Osmanen für eine aufregend schöne Wohnkultur; das Herz öffnet sich und fast hätten wir einen dieser Kostbarkeiten für unsere Hütte erworben. Ein ausgebauter Einbauschrank, schöne Front, stabiler Körper hatte es uns angetan. Drei mal insgesamt erfreuten wir uns an dem Möbel. In seiner Jugend war dieser Schrank offenbar in einem alten Haus zu Hause. Nun wartete er auf uns in einem entsprechenden Etablissement auf der Dreißigmeterstraße.

Alles war abgesprochen, aber das Möbel fiel in sich zusammen… Das Möbel selbst immer noch ganz rüstig, aber unser Wunsch nach selbigem. Es sollte  nicht auf neu getrimmt werden, sondern nur innen ausgefegt und angeliefert werden. Türkische Zusagen erfüllen sich so gut wie immer, nur nicht immer gleich.

Die Bitte meiner Liebsten, die Eingeweide unseres Wunschmöbels wenigstens auszufegen: „Ich bin hier zur zum Aufpassen, nicht zum Arbeiten!“ So der  zumindest jung aussehende, vermutlich aber uralte Typ klärte uns über seinen Status auf.

Der Wunsch nach einem Möbel aus osmanischer Zeit fiel nach dieser Aufklärung in sich zusammen. Nun bleibt er stehen, wo er steht und wenn ihn die Holzwürmer nicht aufgegessen haben, dann steht er und steht er und steht. Schade – und in guter Hoffnung, dass uns wieder mal etwas Schönes aus Osmanien, kein auf alt getrimmtes Möbel, über den Weg läuft.

Irgendwie fällt dabei ein schlimmes Wort ein: Rotzlöffel . . .

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