Antrittsbesuch in einem Paradies


Landläufiger Meinung der diversen Verkündigungsindustrien nach gibt es nur ein einziges Paradies. Es existiere irgendwo da ziemlich weit oben irgendwo. Einspruch! Ich war heute Gast in einem sehr sehr bodenständigen Paradies. Es liegt weitab vom Schuss irgendwo in Kestel am Gülden Bach. So wie der wildschäumende Dimçay nur in meinem Kopf wild schäumt, ist der Güldenbach ein Rinnsal christallklaren Wassers, welches das Paradies umfliesst.

Gastgeber Christoph holt mich fürsorglichst an Alis Hauptbahnhof ab. Das Haupt existiert natürlich wieder nur in meinem Hirn, aber Alis Bahnhof gibt es wirklich. Alldienstags trifft sich dort der CdaS, welche Bezeichnung wiederum nur in mir lebt. Es ist der Club der alten Säcke, eine meiner Gemeinheiten. Natürlich sind das alles ehrenwerte Damen und Herren, leicht reiferen Alters.

„Peter komm mit, wir fahren jetzt ins Paradies!“ „Wie, jetzt schon, ich bin doch erst achtzig“ …

Christoph lebt dauerhaft mit seiner Frau Ayşe dort. Die war aber nicht anwesend. Vertreten wurde sie von der Superkangalhündin Akis und sie ersetzte mit viel Zuneigung die Hausherrin, vermutlich zugeneigter als es ihr Frauchen getan haben dürfte.

Ein Riesengelände voller Obstbäume, der fünf Jahre alte Hauserpel hinkt vorüber,  ein Huhn, das im Schlafzimmer oben auf dem Kleiderschrank seine Eier in einen Schuhkarton legt, jeder Baum hat seine Geschichte, alle Obstsorten in Massen, der Eigentümer wird dieses Areal nicht der üblich gewordenen Fruchtfolge in Richtung Beton verfüllen. Inşallah!

So ein Paradies, zumindest eines hienieden auf Erden ist uns normalen Menschen zur auf eine kurze Zeit zugänglich. Christoph und Ayşe bewahren und schützen und genießen es und Akis, diese Traumhündin hilft dabei.

Der selbst angesetzte Magenbitter, Walnüsse, nur reif dürfen sie nicht sein, zwei Jahre alt – es ist, als ob ein Engelein dem Gast auf Zeit auf die Zunge pinkelte. Nur die anderen Zutaten verschweigt der Hüter der Niederlassung des Paradieses auf Erden dem neugierigen Besucher. Es sind ja nicht Geheimnisse auf Abruf verfügbar.

Eine interessante Biografie eines interessanten Lebens im Beruf und nach diesem lässt sich der Saarländer dann doch noch entlocken; der Selbstangesetzte half uns beiden ein wenig, çok tesekkür ederim, grüße  von ayse und dem katholischen moslem im ramazan christoph – hacibaba. grüße auch von akis-kanggal….

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s