Der erste Tag mit „Phaeton“


Der erste Tag mit „Phaeton“

Er ist wieder da – seine Erholungsphase ist beendet, er klingt wieder gesund. Die drei von der Tankstelle grinsen, freuen sich, uns wieder betanken zu dürfen. Der neue dort schnüffelt innen am Tankdeckel, keine Sucht, Sorgfalt. Ist manchem schon  passiert. Phaeton bekommt erst mal sein Frühstück, ganze acht Liter in den Magen.

Es ist keine Vergnügungstour, es ist eine Frachtlieferung: zwei Kilogramm kara dut,schwarze süße Maulbeeren für unsere Freundin Aynur da unten in Alanya. in drei Rückspiegeln sehe ich noch, wie sich die drei Tankstriefchen das Grinsen aus dem Gesicht wischen, wir kennen uns ja.

Phaeton kann sein ungestümes Temperament wieder bremsen und das beruhigt. Oh, wie süß und anregend der über eine Woche lang vermisste Sound  meine und der Umwelt Ohren wieder erfreut. Der Luftaustausch zwischen in der Passagierzelle und außen funktioniert reibungslos: tausche unnachahmlichen SOUND gegen mit diesem Dioxin angereicherten Abgase. Es geht wieder in den Großstadtverkehr in der Metropole Alanya.

Der kleine Große holt seine bullige Kraft und seine Drehzahlen aus dem Keller und liefert diese an die frisch gefettete Kette.  „Kraft aus dem Keller“ ist natürlich Schwachsinn, aber den schreibt die Fachpresse  – und ich habe den einfach abgeschrieben – System Lügenpresse. Die Straßenlage ist hoch komfortabel, ohne irgend elektronisches Verschleissteil  findet er jedes Loch und jede Unebenheit unterwegs und meldet es an die Wirbelsäule. Das härtet besser als jegliche Muckibude ab.

Eine Mahnung an Schwangere und Rheumatiker: vor dem Einsteigen fragen sie bitte ihren Arzt oder Apotheker. Die mit dem Rheuma haben als Notration hoffentlich diese gelbe Salbe aus der Apotheke neben Lesebrille und Gesangbuch im Pompadour. Gesangbuch als Schutz vor „näher mein Gott zu dir!“ Schließlich leben wir in einer muslimischen Kultur. Und das sogar gerne. Es gäbe mehr dazu, aber die hausintern korrekte Zensur würde mir da gewiss einiges streichen. Mit Recht, Vorsicht sei die Mutter der Porzellankiste, besonders hierzulande …

Aynur hingegen freute sich und sicherte sofort die Rückfracht und davon viel. Hat nicht nur ein Herz für Kinder. Ihrer Meinung nach sah der Strohwitwer allzu verhungert aus. Ceytin, der Köter mit dem Namen Olive. Herrchen Rıza kehrt morgen von seiner Reise zurück, kann er sich seine Finger von dem Olive wieder maniküren lassen.

Das Ende einer Dienstfahrt mit gegenseitigem Austausch leckeren Futters. Phaeton schläft nach seinem ersten Arbeitstag nach der Kur. Soför gleich auch.

Nur noch wenige Tage und Phaeton und die Umwelt sieht uns wieder eng aneinandergekuschelt nonverbale Kommunikation neu einübend zum Beispiel zur Metro rasen, mit ständigem Blick die hier landesüblichen Rechtsüberholer beachtend.

 

 

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