Der Lappen


Bildergebnis für Alter deutscher Führerschein

Gestern oder heute fragt in diesem unserem facebook ein Freund, ob jemand dieses Dokument noch kennt – ich!

Einmal erneuert, weil bis aufs Knochengerippe abgegeriffen. Später, man geht ja mit der Zeit, umgetauscht in dieses kleinrosane Dingsbums, das heute noch existiert. Im Jahre des Herrn Neunzehnhundertachtundfünfzig (1958) gemacht. Es gab noch den Volkswagen, der mit Zwischengas beim Schalten bei Laune gehalten wurde. Aber wehe, man gab ihm zu viel – oder zu wenig davon; das Getriebe grüßte lautstark zurück. Die geteilte Heckscheibe war schon wiedervereinigt, das Land noch lange nicht.

Ich durfte aber schon auf des Volkes Wagen Export lernen, viel Chrom dran – und mit Weißwandreifen auf dem Schulwagen – Luxus anno ´58. Ein wütender Fahrlehrer weigert sich, eine Fahrstunde im Dunkeln und auf der Autobahn zu erteilen.

Wechsel der Fahrschule, eine Dame lehrt, wie man Auto fährt. Verlangt aber noch einmal die volle Fahrstundenzahl. Weigerung von mir, Stunk hält bekanntlich jung! Dann lasse ich dich Sturkopp mit Pauken und Trompeten durchfallen. Traumhafte Voraussetzungen. Nicht mit mir. Stress schon beim Fahren mit dem Lehrbuch, es gab da noch nichts zum Ankreuzen, da wurde noch pädagogisch vorgegangen.

Beim Fahren mit dem Weißwandvolkswagen und beim Rückwärtssetzen Scheuern des Weißwandbelages Scheuern an der Bordsteinkante. Cool wischt der Prüfer ihren lautstarken Einwand, dass dieser Bengel für die autofahrende Menschheit völlig ungeeignet sei, weg: auf einen Fahrschulwagen gehören keine Weißwandwandreifen. Unterschrieb den Führerschein.

Einiges später kassierte mir ein Uniformierter auf der Autobahn zwischen Dortmund und Hagen von meinem mickrigen Lehrlingsgehalt siebzig deutsche Markt wegen überschrittener Geschwindigkeit – mit einem Volkswagen Standard, grau und lahm an einer etwas hügeligen Stelle: außerdem sind sie ziemlich rotzig gefahren, junger Mann. Meine liebe Frau würde das Rotzigfahren auch noch feststellen, selten selbstverständlich.

Man gut, dass ich diese Art zu fahren frühzeitig lernte, denn in unserer türkischen Wahlheimat fahren sie alle „rotzig“ und da muss man mithalten, will man hier nicht als Dauerschläfer erkannt und durch den Straßenbelag püriert werden …

 

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