Nachbarn in der Sarağlar Mahallessı – Ayşe Anne – 1


Stefanie Andersson, deutsche Fotografin in Schweden lebend, Autorin „111 Gründe, Schweden zu lieben“, im Nebenberuf auch noch unsere Tochter, holte sich einige unserer Nachbarn für die Linse. Sie macht keine „schönen“ Bilder, sie sieht den Menschen und lichtet ihn ab, wie er ist.

Lernt ihr sie auch kennen, diese Supernachbarn, heute Ayşe Mama. In unsere Mahallessı gelangt man ganz leicht: unten ist ein großes rundes schwarzes Hotel, da, wo einst ein Berg war. Der wurde des Hotels wegen abgetragen. Von da fährt – oder rast – man bergauf auf einer neuen Rennpiste, vorbei an mehr oder weniger grauenhaftem neuen Beton, so gut wie unbewohnt und nächtens grauslich, tagsüber auch.

Wir wissen von unseren Nachbarn häufig gar nicht deren Nachnamen, hier spricht jeder jeden mit seinem Vornamen an. Wir kennen einander schon viele Jahre. Sehen wir uns, grüßt sie zuerst. Das ist wichtig, denn ein Mann grüßt vor allem Kopftuchträgerinnen nicht. Man schaut beiläufig aneinander vorbei. Grüßt sie, grüßt man freundlich zurück. Die gewachsenen Kulturen treffen aufeinander.

Mehrmals im Jahr hängt ein Beutel mit den feinsten grünen Bohnen am Türknauf. Mindestens zum Opferfest reichen wir einen Karton voller Lebensmittel um die Ecke, meistens mit einem frischen Hühnchen obendrauf. Es sind keine reichen, Menschen, aber überaus reichlich mit Herzenswärme. Eine Freude, hier mit ihnen zu leben!

Ayşe Mama.

 

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