Eskişehir, du zauberhaftes Eskişehir


img_20161024_111830.jpgEs gibt nicht mehr zählbare schönste Städte in unserer Wahlheimat Türkei. Gerade sind wir zurück aus Eskişehir. Eingangs lediglich gedacht als mitgenommenes Anhängsel an die Tour mit dem Ausländerbeirat der Stadt Alanya in die Metropole Bursa. Weil wir doch auf dem Hinweg nach dort schon an Eskişehir vorbeifuhren. Amasya, die Stadt mit den leckersten Äpfeln, für uns das Heidelberg der Türkei, am Yeşil Irmak. Kütahya, die Stadt mit den fröhlichsten Studenten der Welt, vor Jahren in kalter Winternacht erlebt. Erzurum, mit den frommsten Menschen, den freundlichsten – und dem dicken Hund, der seine Vollpension aus einer Metzgerei erhält. Bursa, die riesige Metropole mit der am längsten dauernden Seilbahnfahrt hoch hinauf auf den Uludağ; Herbstatmosphäre. Nun das vorerst – vorerst – letzte Ziel.

img_20161024_124139.jpgAbschied von den Mitreisenden, freundlicher Hinauswurf an einer Raststätte, Taksi als Zubringer, Bus zum Otogar in der Stadt, Umstieg in die Tramway, Rucksäcke auf dem Buckel, Rolli nah der Haxen. Gewohntes Reisen, auf sich selbst gestellt. „Hier kriegt ihr auch Thermalwasser in die Wanne, ah! Die Quelle muss weiter entfernt liegen, was aus der Dusche tröpfelt, Thermalwasser? Zweifel. Wichtig? Eher nicht.

img_20161024_124636.jpgDer Ort, von Türken euphorisch gelobt, zeigt uns den Rücken. Bis nach dem Senioren zustehenden Mittagsschlaf. Besuch bei Nasreddin Hoça. Lästerzungen wollen eine Ähnlichkeit zum Schreiber ausgemacht haben. Die Fahrt auf dem Piesel, so taufen wir das traurige Gewässer, fällt in dieses. Fünfzehn Fahrgäste sind in der Nachsaison nicht zu akquirieren.

img_20161025_102129.jpgMehr schauen, als shoppen, es gibt so viele Straßen, Gassen, Gässlein. Freundliche Menschen, dem Yabancı zugewandt. Ein einziger Ausrutscher: „mein“ schickes Oberhemd in einem feinen Geschäft. „Das ist maßgeschneidert und kostet TL 140.–„, ein Ladenschwengel, dem wir nicht adäquat aufgetreten sind mit unserer praktischen, aber für ihn zu wenig feinen Kleidung. Kein Problem, da ich noch mindestens ein Ersatzhemd besitze.

Die beste Mercemek çorbası der Welt, macht satt, macht fröhlich. Anderntags die andere Richtung – die alten Häuser. Als ob ein Regisseur die Wolken beiseite schiebt und das Frühlicht alles verzaubert. Voll das Ensemble mit Andenkenscheußlichkeiten. Das Museum mit den hölzernen Figuren. Wir ganz allein. Die letzte Arbeit schockiert.

img_20161025_105634.jpgAh, jubelt meine Liebste, schräg gegenüber ist ja noch ein Museum, das Daktylo Museum. Im Empfang ein Gutgekleideter, antwortet nicht auf unseren Morgengruß. Kein Stiesel, er sah nur lebendig aus. Genau so, wie eine Etage höher Bülent Ecevit, der mehrfache Ministerpräsident der Türkei. Er sitzt vor der seiner alten Reiseschreibmaschine, aber er tippt nicht mehr.

img_20161025_123604.jpgLanger Fußweg zurück in die Stadtmitte. Fröhliche Pause beim Käsehändler, Lernen über die Unterschiede zwischen Erzurumer, Edirner und viele viele Käsesorten. Learning by doing, viele Griffe in das offene lange Messer, Käse kann man nur über die Zunge erarbeiten. Hier duftet es verführerisch aus dem Kühlschrank – der Erzurumer ist etwas trocken, den müsst ihr mit viel Butter drauf genießen, aaaahhh!

wp-1477392937395.jpegDie Straßen in Eskişehir sind gepflastert, eng, Fahrzeuge können nicht aneinander vorbei. Die Enge ist gewollt und durch unzählige Pflanzkübel von den Bürgersteigen getrennt. Begegnen sich zwei Fahrzeuge, setzt nach nonverbaler Verständigung einer zurück. Hupen? Vogelzeigen? Stinkefinger? Was ist das? Kommt ein LKW nicht um die Ecke, weil diese bis auf den letzten Zentimeter zugeparkt ist, kurzes Warten, einer kommt schon und entfernt das Hindernis. Wir sind fasziniert. Die Straßenbahnen klingeln kurz, der Latscher macht ihr Platz.

Die Wege und die Bänke der durch die Stadt führenden Promenaden sind nicht mehr grün, sondern kalkweiss von den Verdauungsrückständen der Taubenheere. Man kann Futter erstehen und beim weiteren Zu……… helfen. Nicht mehr sicher sind wir, ob es wirklich Taubenfäkalien sind. Vielleicht ist es ein Kleber, die Fremden, die sich diese Stadt per pedes eroberten, nicht wieder gehen zu lassen. Frostig wird im Winter nur das Wetter, die Menschen sind warmherzig.

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