Türkei: brauchst du immer noch Vorurteile – oder informierst du dich schon?


Wir leben hier und erleben immer wieder Menschen wie du und ich. Vorgestern noch das Tohuwabohu in der Bürohölle des 5. Noter gegenüber dem Finanzamt. Es ging um die Überschreibung der Dokumente für meine Rennsemmel. Als nächster Schritt war die Reise nach Antalya zur Behörde angesagt.

„Nicht mit mir!“, so meine Liebste, „ich gehe mal zur Polizei in Alanya und lasse mir erklären, weshalb das nicht vor Ort regelbar ist.“ Der Beamte am ersten freien Schalter lässt sich die Unterlagen geben. „Kommen Sie!“ Zieht gleich eine Nummer und begleitet sie zum Kollegen, übergibt und erklärt. Nach kurzer Wartezeit klingelt ihre Nummer: das Dokument ist fertig – wo ist ihr Ehemann?

Selbiger liegt am pool unterm Sonnenschirm. „Komm sofort, du musst den Erhalt selbst dokumentieren“. Es ist zwar Freitagnachmittag, aber die Polizeidienststelle arbeitet bis siebzehn Uhr! Ich unterschreibe, erhalte die Zulassung,çok tessekür ederim. Eine behaarte Hand mit einem behaarten Arm dran nimmt mir das Dokument energisch aus der Hand, faltet es sorgsam, versorgt es in der Plastikhülle an der richtigen Stelle.

Keine Fahrt nach Antalya – wie man in den Behördenwald hineinruft – so schallt es heraus.

Die Rückfahrt mit Zweinullzweier; der Fahrer und ich kennen uns noch aus Dolmuşzeiten, dreihundert Meter vor der offiziellen Haltestelle ein Blick in den Rückspiegel – frohes Nicken, er hält und lässt mich hier aussteigen. Danke şoför! Spart Schuhsohlen und schont die Füße! Alltag in unserer Wahlheimat Türkei!

 

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