Der Fastachtziger – und die sog. Lügenpresse


„Der anarchische Zustand der deutschen politischen und literarischen Zeitungsblätterwelt ward in solcher Beziehung zuweilen mit einem Talente ausgebeutet, das ich schier bewundern mußte. Wahrhaftig, Schufterle ist nicht tot, er lebt noch immer und steht seit Jahren an der Spitze einer wohlorganisierten Bande von literarischen Strauchdieben, die in den böhmischen Wäldern unserer Tagespresse ihr Wesen treiben, hinter jedem Busch, hinter jedem Blatt, versteckt liegen und dem leisesesten Pfiff ihres würdigen Hauptmanns gehorchen.“

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Das ist ein Auszug aus Heinrich Heines „Wintermärchen“, geschrieben in Hamburg am 17. September 1844. Seit alters her beginnen Märchen mit es war einmal. Das Ende: und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute….

Wie komme ich nur darauf, dass es im Jahre des Herrn Zwanzigsechzehn eine Lügenpresse gäbe; es gibt sie nicht! Nur hier und ein kleines Wenig fortgelassen, dort mal etwas ein wenig verdreht, ganz so, wie es eventuell möglichen Drahtziehern zu Gefallen geschieht. Heinrich Heine entleerte in der aufgezwungen Diaspora den Inhalt seiner Tränendrüsen ins Kopfkissen. Wir heutzutage haben es besser, wir können uns Wissenswertes aus dem Müll der Medien außerhalb der Presse heraus kehren, treffen oft genug auf treffliche Analysten. Haben ergo keinen Grund, auf die Armen in den Redaktionsstuben einzuhacken, richtig?
Und schon überhaupt gar keinen Grund auch nur zu diesen Gedanken in der Wahlheimat. Auch richtig?

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