Was es heute gab: Gemületten


Bei uns in Berlin hießen diese Klopse Bouletten, der Name kam von diesem jungen Nilpferd im Zoo, In Bajuwarien heben sie als Pfleischpflanzerl die Köpfe aus der Pfanne. Meine liebe Frau brachte sie heute mittag als Gemületten frisch auf den Tisch. Fleischplanzerl sind eine dieser Veräppelungen der Nahrungsmittelindustrie; wehe jenen, welche etwa dem Essenden Pflanzerl ins Fleisch hineinduskieren. Der Kini würde sich im Grabe herumdrehen.

Wir Berliner brauchen das Brot in der Boulette, in Kriegs- und Nachkriegszeiten immer einiges mehr als das gelegentlich auf Marken zu beziehende Fleisch – oder etwas, das sich dafür hielt. Außerdem breiten sich im täglich Brot ja Kompanien von Kohlenhydraten auf den Ernstfall vor.

So wurde hinterm wild schäumenden Dimcay die Gemülette erfunden: geraspelte Mohrrüben, geraspelter Weißkohl und – eben Gehacktes, lecker gewürzt und mit Eigenmostrich und Eigentomatendip – tut gut und macht satt. Und macht fröhlich!

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