Dieses Möbel kenne ich auch noch – zur Genüge….


Blanka Warzecha zeichnet ein Zeitobjekt Marita Regendhards nach – und fragt auch noch, wer sich daran erinnert. Erinnern? Mir steigt sofort dieser miefige Geruch wieder in die Nase. Über diesem Heizwunder hing ein Haken, befestigt am Ofenrohr, für die zu trocknende Wäsche.

Warm machte dieser sogenannte Tiefbauherd schon die Küche – wenn man kräftig „stochte“, wie das im Westfälischen hieß. Unter dem Backofen war die Grude, mit Grus gefüllt, der stank, wenn man nachstochen musste. Die unterste der vier Schubladen war der Kohlenkasten, gefüllt mit Briketts – deren Krümel war der Grus.

Mit dem Stochhaken hob man auch die Ringe obendrauf ab und legte nach, die Töppe hinterher wurden mit Ata gescheuert. Ein Privileg der Hausfrau war das Scheuern der Herdplatte nach jedem Futter. Stiefmütterlein delegierte diese Aufgabe an Stiefsöhnchen. Das knüllte die Westfälische Rundschau zusammen, feuchtete sie an und tunkte die Putzhilfe in den Aschkasten – und dann eine halbe Stunde lang Armtraining.

Ach wie war diese Zeit so unendlich schön. Sie dauerte von der Flucht 1951 an bis so ca. 1957.

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