Einst haben sie auf den Bäumen gehockt, behaart und mit böser Visage….


Einst haben sie auf den Bäumen gehockt, behaart und mit böser Visage,dann hat man sie aus dem Urwald gelockt – und die Welt asphaltiert und aufgestockt bis zur dreißigsten Etage…….

Erich Kästner hat das richtig erkannt – und das war unser Glück für die Tage in Berlin. Andreas und Deniz haben uns die Wohnung hoch über den Hochhäusern der Reichts-, Verzeihung bitte, Bundeshauptstadt Berlin besorgt. Berlin lag uns zu Füßen und das alles mit nur einer einzigen Treppe, denn der Fahrstuhl ging bis Etage 29. Ganz hinten kurz vorm dem Horizont ein dünnes kleines Fernsehtürmchen, etwas näher der Flughafen Berlin-Schönefeld, mit grinsender Aussicht auf die Pleitebaustelle BER, wahrlich eine Empfehlung für die Reichs-, nein Bundeshauptstadt.

Die nicht zu übersehenden Türme des Kraftwerks Rummelsburg, die Aussicht über die ganze Gropiusstadt, ihr Grün, ihre kleinen Menschlein mit ihren meist kleinen runden fetten Rollen, die ihnen schnaufend hinterherrollen.

Wie viele Kilometer S-Bahn, U-Bahn, Bus, Auto haben wir genossen, in den Bussen immer hoch oben und vorne, sight seeing pur. Das von früher so bekannte „ßßzuerückbleim!“ der Rotbemützten nebst Trillerpfeife gehört wohl einer anderen Zeit an. Heute tönt ein „Einstein bitte!“ Bitte? In Berlin??? Hat mit dem Menschen mit Vornamen Albert, dem mit der Zung, nichts zu tun, klingt aber so.

Hach, diese Berliner, die höflichsten Menschen auf dem gesamten Erdenrund: wat se da machen, det jeht aba so nich! Da müssense erst mal,,,,,, Wat wir da wohl machen sollen? Na, weeß ick doch nich, frahren sie mal da hinten bei die Bude! Aber die Rentner auf den Bänken melden sich prompt: wohin wollnse denn – und erklären freundlich und hilfsbereit und wünschen uns denn auch noch ne jute Fahrt!

Sehr hilfsbereit auch die Jugendlichen! Es sind die Neuberliner der dritten Generation: können wir helfen beim Transport unserer Hackenporsches, auffallend, diese Heranwachsenden, uns ja nicht unbekannt aus unserer Wahlheimat Türkei.

Mittags ein Leberknödelsüppchen innet KADEWE, abends unterwegs in Neu-Istanbul am Rathaus Neukölln, da steppt der Bär, wenn in den feinen Vororten längst die Bürgersteige hochgeklappt sind…

Ach, last but noch least, das ist kein Berliner Dialekt, im Museum waren wir doch auch noch: Im Gropiushaus in der Ausstellung der Sammlung Würth. Von Hockney bis Holbein .Bilder kieken, Bilder. Einige Zehntausend hat der Schraubenwürth gesammelt. beeindruckend. Bis eine sehr freundliche Bedienstete eine Belehrung unter sich lässt: det dürfense aber nich, mit die Jacke übern Arm hier rumloofen! Hamse am Einjang nich des Schild jelesen? Da müssense inn Keller jehn, abjeben anne Jarderobe Kost doch nischt!

Jüdisches Museum? Programmänderung. Wenn wir mal wiederkommen, versprochen! Biste wieder hier, denn fehlt dir Berlin. Vor allem unsere Freunde Andreas und Deniz! Die haben uns verwöhnt mit VIP-Service. Danke ihr Beiden! Hos geldiniz in 2016 wieder hier bei uns! Inshallah!

Luiza ve Pättärr Hockenholz

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