Herbstes Zeit – Pühyamazeit


Unsere Wahlheimat Türkei haben nun auch Herbst und weiter oben der Winter als angenehmen Aufenthalt gewählt, und zwar gleich mit dem Zettel am zuweiundzwanzigssten September. Schuld am Wahlergebnis sind wie immer die deutschen Metereolügen. Diese diskutierten das Wetter aus deutschen Landen listig auch an die Kante, die auf den Wetterkarten ganz am Rande immer orange oder gelb ist.

Reden wir nicht von Fairness, die gibt es weder in der Politik noch im Wetter, wir haben jetzt den Salat. Das bedeutet Änderungen und große Erschwernis im täglichen – vor allem im nächtlichen – Tagesablauf.

Der Sauerteig, das tägliche Brot für den wöchentlichen Gärungsablauf. Die Zeiten, in der er nach wenigen Stunden durch Überquellen anzeigte, dass er jetzt wirklich sauer ist, wo sind sie? Nun braucht er Tage dazu. Sauerteig muss ständig sein, meine liebe Frau ist nun endlich auch umgestiegen vom Fabrikekmek auf meine Spezialität. „Du willst es doch auch!“ suggeriere ich ihr seit Jahren. Nun kaut sie entschlossen an meinen Brotkanten…. Lernerfolg.

Das Mittelmeer leuchtet im frühherbstlichen Abendrot besonders intensiv, wir sind jeden Abend ergriffen von diesem immer anderen, immer bunten Naturereignis – und atmen die intensiven Düfte der Nachtblüher. Das tägliche Frühstück ist nach innen verlegt, man könnte bei den zwanzig Grad Celsius sonst glatt erfrieren. Das Morgenmagazin im Zweiten, im Sommer bleibt es abgeschaltet, informierte uns heute erstmals wieder, zum Beispiel irgend etwas über den FC Gummersbach, ersparte uns aber den  Hörgenuss einer aufstrebenden Gruppe, welche das, was aus der Elektronik schrillt, als Musik bezeichnet. Fernsehen bildet eben.

Noch sind wir nicht umgezogen vom Sommerschlafzimmer aus Nordwest ins Schlafgemach in Südwest. Allerdings nur noch bei einem geöffneten Fenster. Die Hundejacken schützen das alte Fell vor den Unbilden dieser kalten Witterung, unsere Leasingrottweilerhündin verlangt ja ihren Ausgang.

Die Birnen vom Markte sind, obgleich süß und lecker –  nicht die vom Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Wie die ungeheuer aromatischen Äpfel kommen sie aus den höheren Lagen der Yaıyalı,, der Dörfer weiter oben also. Pfirsiche gibt es noch, von einer Größe und Süße, sie machen diesen kalten Herbst schmackhafter.

Der Wind hat sich gedreht, das ist, ausnahmsweise, nicht politisch gemeint. Der Auflandige mit seinem wärmenden Hauch Mittelmeer wich dem Ablandigen. Von hoch vom Taurus kommt er her. Doch unser Hausberg, der Akdağ, runde viertausend Meter hoch, ist bis heute noch sauber.

Überall auf den Akdağspitzen, das ist unser Hausviertausender, sehen wir alsbald weiße Flächen blitzen. Bald können wir da auch hinauf, per Seilbahn und auf Brettern wieder hinunterbrettern. Glaubt man den Medien, so ist er bald an die Zivilisation angeschlossen. Oben Winter, sich dann unten im milden Mittelmeer wieder aufwärmen, hach, haben wir es bald noch luxuriöser – für die Hotellerie und den Tourismus….

Einen weiteren Flughafen sollen wir auch noch kriegen, aber da will ich nun wirklich nicht dem Allmächtigen aus Ankara  vorgreifen, das wäre auch ziemlich ungehörig und würde DEN ziemlich verärgern. Herbst in Alanya und besonders hinter dem wild schäumenden Dimçay. Genug getippt, so ein Stündlein auf der Liege in der warmen Sonne wärmt die alte Schwarte und die Seele….

Peter Hockenholz am 07.10.2013

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