Manfred Meyers an Alexander Dobrindt,MdB


sehr geehrter herr dobrindt,
ich bin pensionierter oberst der bundeswehr, insofern im grunde eine person, die bei ihrer partei achtung erfährt.
ich bin außerdem schwul. schwul, nicht schrill. ich lebe unauffällig und in vielen dingen wertekonservativ, gleichzeitig sozial engagiert.
ich möchte ihnen, der sie ganz offensichtlich von einigen tatsachen im leben keinerlei ahnung haben, mitteilen: ich bin nicht schwul, weil ich das so gewollt hätte. hätte ich auch nur den hauch einer wahl gehabt, hätte ich mich dagegen entschieden, denn es ist trotz einiger liberaliserungen der letzten jahre immer noch schwierig, als schwuler mensch in diesem land zu leben. man erfährt diffamierungen und diskriminierungen tag für tag.
ich war in der bundeswehr schon oberst, als der berüchtigte schwulen-erlass dort nur galt. alleine dieser erlass, der von leuten ihrer denkart erfunden und erhalten wurde, hat mir das leben zerstört, weil es mir die suche nach einem liebenden partner unmöglich machte.
das ist alles schon zum glück überwunden. bei dreiviertel der deutschen zumindest. bei ihnen und ihrer partei offenbar nicht.
sie ganz persönlich diffamieren schwule ganz bewusst immer noch, z.b. als „schrill“. schwule sind so schrill wie bayern: die bayern laufen doch auch nicht alle mit lederhose und gamsbart durch die gegend, oder? aber einige tun das.
manche schwule sind auch schrill, das stimmt. vielleicht sogar 10.000 der 4 bis 8 millionen schwulen und lesbischen deutschen.
sie und ihre partei wollen die familie und die ehe von mann und frau schützen. tun sie das, das ist okay.
aber wieso schützen sie die ehe, indem sie partnerschaften die rechte absprechen? sie schützen deutsche staatsbürger auch nicht durch diskrimierung der ausländer. sie schützen frauen nicht durch diskriminierung der männer. sie schützen christen nicht durch diskriminierung der anderen religionen. warum also hier????? (eine frage, die ihnen das bundesverfasungsgericht nun schon in einer reihe von urteilen gestellt hat, die sie aber einfach ignorieren, indem sie das grundgesetz ihren mittelalterlichen vorurteilen nachordnen).
mit freundlichen grüßen,
manfred meyers

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