Schöne Aussichten (Belle vue)


Schöne Aussichten (Belle vue)

Die Berliner Bären sind unter Beifall verteilt, auf ein Neues im nächsten Jahr. Um das Fell des Präsidenten-Bären haben sich die Auguren gerissen – und ein Jeglicher nimmt für sich in Anspruch, die ganze Hetzjagd positiv gelenkt zu haben. Hatte man uns nicht versprochen, dieses Mal alles anders zu machen? Ach so, es geht wohl doch nur um die Persönlichkeit des neuen Bundespräsidenten…

Egal, man hat sich nach üblem Hickhack zwangsweise einigen müssen auf einen honorigen designierten neuen Bundespräsidenten. Der Herr Joachim Gauck scheint die ultima ratio; er wird dem höchsten Staatsamt die Würde zurück erarbeiten. Er hat genügend politische Gegner, die ihn mehr oder weniger hatten akzeptieren müssen. Und die werden ihn im Fokus haben, um ihn auch mal mit dem Finger im Honigtopf zu erwischen. Es scheint ihm, schon auf Grund seiner Biografie, nicht zuzutrauen, mit beiden Händen hineinzugreifen und sie hernach an des Amtes Würde abzuwischen.

Müssen wir nicht der lahmenden FDP nicht Lob und Dank zollen, nachdem sie quasi auf dem Sterbebett noch einmal alle Kräfte mobilisierte und allen, die nach dem Hinterzimmer strebten, um nach bewährter Manier zu kungeln, ein Bein gestellt hat? Danke also für diese einmalige Guttat – gehe nun hin in Frieden, tüchtige überflüssige Klientelpartei.

Den künftigen Präsidenten kenne ich nicht, wohl aber seine damalige Behörde in der Ostberliner Normannenstraße. Die Lektüre dort ging an meine Substanz. Ausgelöst durch die markige Kopierstiftunterschrift eines Herrn Mielke geschah neben vielen vielen vielen vielen anderen Morden aus politischen Gründen der Mord an meinem Vater. Belegt durch die konspirativ getrunkenen Kaffees und Mahlzeiten kostete dieser Mord ca. Deutsche Mark Ost 84,15; die Summe ist mir nur noch fast in Erinnerung. Mehr war ja auch gar nicht nötig, denn der Mord in den Fängen der sogenannten Staatssicherheit war ja auch nach nur vier Wochen erledigt. Ein Mord aus politischen Gründen. Der Pubertierende von damals sieht auch heute noch den verdreckten verbluteten Anzug, der ausgehändigt wurde….

Erst nach der Wende war es möglich, diese widerwärtige Lektüre lesen zu müssen – und den Vater vor dem Kammergericht in Berlin gerichtlich rundum rehabilitieren zu lassen. Dank der Fakten in Gaucks Behörde.

Sehr wohl ist bekannt, dass die berüchtigten Nachvornegucker, die immer wieder neue Nachvornegucker hervorgebracht haben, alles gerne vergeben und vergessen machen wollten. Die Linksgestrickten hatten und haben auch allen Grund, so viel wie möglich unter dem Deckel zu halten und in klebrigen Talgrunden drumherum zu schwafeln…

Viel viel Glück, Herr Bundespräsident in spe!

Peter Hockenholz am 20. Februar 2012

Kestel Alanya-Türkei

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