Selçuklu´dan Günümüze – Von den Seldschuken bis zu unseren Tagen


Fahri Yiğit

Selçuklu´dan Günümüze – Von den Seldschuken bis zu unseren Tagen 

Eine Zeitreise von und mit Fahri Yiğit

Ich kannte bis vor wenigen Tagen das Buch von Fahri Yiğit nicht – und kenne nach wie vor die türkische Sprache nur in Fragmenten. Es sei mir erlaubt, diese Besprechung seines Buches mit meinem Nichtkennen und Nichtkönnen zu beginnen.

Fahri überreichte mir sein gewidmetes Werk am einen Tag vor Weihnachten 2011. Der Sprachmuffel orientierte sich anhand der Abbildungen und diese vereinnahmten ihn von der ersten bis zur letzten der rund 180 Seiten.

Die Verständnislücken schloss Fahri persönlich in einer privaten Session mit den Fakten, die er über einen Zeitraum von dreißig Jahren recherchiert und zusammengetragen hat.

Mehr als nur die meistens als trockene  Wiedergabe geschichtlicher Fakten beginnt er mit mit uralten und über Generationen mündlich überlieferter unterschiedlicher Gesänge aus den verschiedenen Regionen Alanyas. Fahri ging hin zu den alten Menschen, welche ihm die alten Weisen vorgesungen haben. Über die Generationen veränderten sich Melodien und Texte. Er zeichnete Melodien und Texte auf, um sie zu erhalten. Ein ihm Bekannter aus Pforzheim, dokumentierte die Noten dazu, Proben davon Fahri Yiğits Werk. Nicht zuletzt auch, so betont er, um sie alten und auch den neuen Einwohnern von Alanya zugänglich zu machen  und zu erhalten. Im Jahr 1968 gründete Fahri Yiğit eine Musikgruppe, welche teilweise auch heute noch das alte Liedgut zu Gehör bringt. 1993 besuchte Fahre alte türkische Stämme; die Geschichte war dadurch sehr lebendig.

Zu den Türkstämmen gehören Kirgisen, Uzbeken, Kasachen, Tartaren, Uiguren u. a.

Fahri eilt in sein Büro und präsentiert dem angefixten Neugierigen Bücher von Ethel G. Stewart, einer Kanadierin. Sie hat ebenfalls ermittelt, dass Türken einst über die zugefrorene Beringstraße nach Kanada auswanderten und dass  der Forschung nach 75 % der DNA zwischen Indianern und Türken übereinstimmen. So sei die sogenannte Mittelmeerkrankheit auch bei den Indianern nachweisbar. Auch die Gene Elvis Presleys seien indianisch und gleichermaßen türkisch angelegt gewesen.

Der Rote Turm am Hafen hieß früher Mädchenturm. Mädchentürme gab es und gibt es noch überall im türkischstämmigen Raum. Der Rote Turm/Mädchenturm in Alanya hatte einen direkten Zugang zum Mittelmeer, der sei aber zugemauert. Über diesen wasserseitigen Zugang wurden Waffen, Trinkwasser, Nahrungsmittel für den Sultan und seine Mannen zugeliefert.

Der Name Mädchenturm war ein Symbol für Mädchen und junge Frauen, welche der  eigenen Ehre und selbige ihrer Sippe verlustig gegangen sein sollen.

Bis 1922 lebten auch in Alanya Griechen und Türken, welche der christich-orthodoxen Religion angehörten. Durch den Bevölkerungsaustausch mussten auch christlich orientierte Türken das Land verlassen.

Früher war es noch üblich, dass die Bewohner, der Yaiyalı, der Dörfer um Alanya, ihre Waren mit Kamelen in die Stadt gebracht haben. Erst in der jüngeren Zeit ersetzten Geländefahrzeuge die Wüstenschiffe.

Fahri dehnt die Zeit bis in die Jahre 1040 – 1194, die Zeit der Seldschuken, aus und sieht Alanya als Teil der Seldschukenzeit, mit glänzenden Augen übrigens, in die große Zeit der Turkvölker. Als es noch gegen die Arber, Perser, Mongolen, die Schamanen insgesamt ging.

Er fand durch seine Forschung heraus, dass durch den Schamanismus Indianer und Türken quasi eine völkische Verwandschaft bildeten. Die abgebildeten Kelims aus indianischer und aus türkischer Herkunft weisen dieselben Symbole auf. Auch die jeweiligen Sprachen und Dialekte haben viele Wörter gemeinsam. Ebenso taucht der Kurt, der Wolf in beiden Kulturen gleichermaßen auf. Auf einem Geldschein sind das  Konterfei des Staatsgründers und der Wolf gemeinsam  zu sehen.

Am Krieg der Türken gegen die Bulgaren nahm Fahris Großvater teil. Durch Verrat wurden die Türken vollkommen niedergemetzelt. Eine Schmach, die bis heute im Bewusstsein der Türken wach ist.

Fahri wechselt aus den Zeitläuften vor uns wieder in die Gegenwart, spricht begeistert von der deutschen Stadt Gladbeck und den guten Kontakten dorthin. Wohl schon begründet in seiner Zeit als Bürgermeister der Stadt Alanya von 1989 – 1997. Seit 16 Jahren ist er Vorsitzender des türkisch-deutschen Freundschaftsvereins „Hür Türk“ und trug und trägt nach wie vor aktiv zum friedlichen Nebeneinander der Kulturen bei, in Einzelfällen ist daraus auch ein aktives Miteinander geworden. Ergänzend sei auch erwähnt, dass er sich mit Deutschen in Konstanz nach Kräften gerauft hat –  im Ringerverein in Konstanz/Bodensee. nachgewiesen in Urkunden aus 1990. Der Stolz ist ihm im Gespräch anzumerken. Auch darüber, dass dieser Verein eine große türkische Nationalfahne besitzt, die bei entsprechenden Anlässen auch gehisst wird. Er merkt allerdings auch an, dass das blutrote Symbol der Türkei mehr als einmal geschändet worden sei. Er habe aber immer wieder prompt für Ersatz gesorgt.

In seinem Buch findet er kluge und positive Worte für die vielen Nationen, die in Alanya friedlich zusammen leben, bei den Zuwächsen allerdings haben die Russen die Deutschen zahlenmäßig längst überholt. So zogen im Jahr 2010 = 3.734 Deutsche neu nach Alanya, gegenüber 4.375 Russen.

Lesenswert! Ansehenswert! Sollte man haben! MUSS man haben!!

Fahri Yiğit – Selçuklu´dan Günümüze Alanya

ISBN 978-975-8428-21-2 – TL 20.—in jeder Buchhandlung

Peter Hockenholz am 21. Januar 2012

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