Gefährliches Alanya


Alanya – ein ganz normaler Tag 

Alanya ist ein verflixt gefährliches Pflaster. An jeder Ecke lauern Gefahren! Zumindest für den, der nicht alles darf. Da geht man seiner Wege, saugt, vom Dorf hinter dem wild schäumenden Dimçay kommend, die Atmosphäre der Metropole ein. Eigentlich will man nur Nachschub für den hungerleidenden Kühlschrank erwerben, gerahmte Bilder abholen, seinen Aveatarif umstellen, Alltägliches tun. Denn auf dem Dorf gibt es viel Gegend, noch mehr Umgegend, die freundlichen Nachbarn – aber außer einem bakal wirklich weiter nichts.

Dann muss man vom Berg hinunter nach Alanya – und da ist die Hölle los! Nicht nur an jeder Ecke, sondern allüberall lauert die Gefahr. Sie gibt sich ein überaus leckeres Aussehen. Ich meine die Hancıs und all die anderen Cafés. Die Türken haben ja ein ganz besonderes faible für exquisit Süßes – Torten in allen Größen und Farben, Gebäck in den schönsten Ausformungen, aber bitte mit Sahne, mit Belag, mit eingebackenen Köstlichkeiten, mit Namen, die einem noch zusätzlich das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen: Frauennabel, bei denen der Sultan in Ohnmacht  fällt, zumindest so ähnlich. Und das nicht nur zum dreitägigen Zuckerfest nach Ende des Fastenmonats. Sondern das ganze Jahr über. Du möchtest schlemmen, futtern, genießen, reinhauen. Doch die Rache dafür ist überhaupt nicht süß. denn das piekende Messgerät für den Blutzucker macht  Völlerei und deren Folgen öffentlich.

Pfoten wech also, leider, Allah sei es geklagt. Also beschränkst du dich auf einen Turkish coffee – sade natürlich. Sade, für den Unwissenden, heißt, völlig ohne den geschmacksverstärkenden Zucker drin und genießt dazu ein Glas kalten und äußerst gesunden Wassers aus der Leitung oder dem Spender. Und schickst gierige Blicke zu den Nebentischen, zählst Jenen, die nicht jedes einzelne Kohlenhydrat zählen, die süßen rosa oder andersfarbigen Bissen nach. Macht man eigentlich nicht, aber was die schlemmen, macht einen selbst nicht fett – oder krank.

Um Mitleid bittet

Peter Hockenholz am Freitag, dem 20. Januar 2012

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