Der Sonntag des Teleferik

Hervorgehoben


Der Sonntag des Teleferik

Exif_JPEG_420

Exif_JPEG_420

. . . man gönnt sich ja sonst nichts und deshalb teleferikten wir mit unserer neuen Seilbahn auf unseren Burgberg und begaben uns von der Höhe der Mahalesi hinunter in die Niederungen auf der Butterseite Alanyas.

Denn dort ist die üppige Talstatation unserer neuen Seilbahn; alle Welt habe sie vorgeblich schon ausprobiert; wir vom Dorfe wollten nicht länger zurückstehen. Ein Sonntag mit Seilbahn in die höheren Regionen? Ob es überhaupt ein Plätzchen für den „Phaeton“ gibt? Es gab ihn, der Andrang war mehr aus äußerst überschaubar. Sicher wird diese Feststellung den Unmut der lokalen Hochschreiberin der Saison Zwanzigsiebzehn erregen. Fünfzehn türkische Lira kostet der Aufstieg per Kabine und wer noch´n  Taler drauflegt, den transportiert sie auch wieder hinunter.

img_20170910_124251.jpg

Eine entschleunigte Bummeltour über Felsen, kleine Wäldchen und in die Balkone und Wohnzimmer unten Anwohnender macht die Fünfminutenfahrt in die Höhe und an die Füße der Burg zu Alanya zur kleinen Erholung zwischendurch. Gut so, denn mit Tempo wäre das Vergnügen denn auch allzu kurz. Hindurch den Hintereingang, der zum Haupteingang zum Burggelände umgewidmet war, über gepflegte ausgebaute Wegungen wird der Weg in die höheren Gelände lang und heiß, schließlich ist es erst September.

img_20170910_161341.jpg

In einer lauschig-schwummerigen Nischen, deren gibt es einige, das Auge gewöhnt sich an das Dämmerlicht und mittendrin eine schlanke ranke Trägerin einer schwarzen Burka; mensch gewöhnt sich, es gibt deren deutlich mehr, aber in dieser Umgebung schaut man zweimal, um nicht auf einen schwarzen Fuß zu treten. Schön die alten Gemäuer und ihre Wiederauferstehung nach Jahren des Verfalls.  Alanya, nach wie vor unsere Wahlheimat in der Türkei, du bist attraktiver geworden! Noch attraktiver. Adem Murat bey und Mannen in der Belediye, Lob und Dank für euren Mut zu dieser Investion für uns alle.

Ernst Reuter, euer Vorgänger einst in Westberlin, hatte Alanya schon im Urin oder im Kleinhirn, als er den Mikrophonen anvertraute: VÖLkER DER WELT, SCHAUT AUF DIESE STADT!

Bilder wie meistens von meiner lieben Frau! Danke!

img_20170910_124514.jpg

 

 

 

 

 

 

 

Menschen unMenschen


Die Stadtkirche zu Neustadt i.Holst. und die Marktkirche zu Hannover gibt es vollständiger in den Medien. Hier also nicht. Wer sie nicht kennen sollte, einfach nachgucken.

Menschen

Stadtbahn Hannover vor ganz wenigen Tagen, die Neun nach Empelde. Da kurven noch die Grünen. Die modernen Silbergrauen kriegen den Hintern nicht herum. Uns gegenüber eine junge Frau. Wirft verliebte Blicke in ihre Horstmannundsandertragetasche. Meine Liebste spricht sie an.

„In dieser Tragetasche ist meine nagelneue XYZ Tasche! Ich habe schon eine, aber das ist eine Fälschung, man sieht es an der miesen Verarbeitung innen. Seit drei Jahren Schleiche ich um das Original herum, aber die lässt mein Einkommen nicht zu. Ich bin Hilfskraft in der Wäscherei eines Altersheimes.

Bei meinem Schleichgang heute sah ich den niedrigeren Preis, abgesenkt um einen ganzen Hunni; ich habe zugegriffen und es dauert, bis . . . Ich freue mich so sehr, alle sollen davon wissen.“ Ein Üstrawagen der Neun freut sich mit – und lächelt. Ein Mensch, der sich freuen kann!

Neustadt in Holstein, die liebsten Freunde, reizend, kultiviert, gastfreundlichst sie und deren Freunde, immer hilfsbereit, eine Freude, bei ihnen sein zu dürfen! In jeweils ihrer häuslichen Umgebung. Der Bauchumfang nimmt zu, weil zu viele Kalorien und Kohlenhydrate auf Teller und in Trinkgläsern sind.

Läufst du den Holsteinern auf der wundervollen Ostseepromenade entgegen, dann erlebte du etwas – oder nichts. Sie sollten ein Schild um den Hals tragen: heute und an den anderen Tagen kostet ein Grußwort einen Euro!

Selbst ihre Hünde schielen zum anderen Ende der Leine, wohin sie diskret zu schauen haben, nur wech, wech, wech, nur nicht zum Fremden! Der sieht mit seiner wärmenden Scheußlichkopfbedeckung ziemlich verdächtig aus. un Menschen, feingekleidet, distinguiert, zumindest gewöhnungsbedürftig, auch nach Jahren noch.

„Ah, Luiza ve Pättärr, hoshgel, nassin, das ist verschrumpelter Alanyadialekt und der reicht natürlich bis hinter den wild schäumenden und derzeit über vollen Dimcay hinauf. Komshular, bald sind wir doch wieder zu Hause! Und denken schon wieder . . . aber vorerst noch nicht wieder! Versprochen, weil wir den Norden erst wieder bei Türkens begrüßen wollen. Inschallah!

Es gibt nicht nur die Welt, es gibt auch noch mich!


 

IMG_20190124_121658.jpg

Gefühlte Äonen ist es her, seit unsere Große, die, man glaubt es nicht, auch mal unsere liebe Kleine war, diese Anklage gegen uns, die Eltern, schleuderte. So zum Beispiel, wie es es hier in unserer Sarağlar Mahallesi nicht nur Katzekatze gibt! Die ist inzwischen über die engen Grenzen hinaus bekannt geworden.

Weil sie uns tagtäglich zeigt, wie sie durch Korruption, durch Können, durch Schmeicheln weiterkommt im ach so tristen Dorfdasein. Hausbesitzerin wurde sie durch schmerzlos erworbenen Hausbesitz; die Eigentümer außer Diensten stehen zur Verfügung als Hilfspersonal. Bianka, eine begnadete Künstlerin und Malerin naturnaher Tierportraits, nahm sich ihrer an, macht sie berühmt.

Katzekatze, du bist abgefeiert, es gibt nicht nur dich, es gibt neben Dir auch noch Hundhund. Hundhund ist ein weißer georgischer Hütehund, mit gekappten Ohren, damit ihm die Wölfe die Wascheln nicht lang ziehen können. Hundhund hütet jetzt den Betrieb unserer Nachbarn, steckt seinen Kopf durchs Gitter und kann niemals genug gestreichelt werden.

Vor Hundhund muss man sich hüten, besucht man seine Leute, legt er sich lang hin, los, streichel mich! Willst Du wieder gehen, geht das nicht. Das Riesenvieh setzt sich vor dich und weicht keinen Zentimeter.

Hörst du nächtens ein Wolfsgeheul, tust du gut daran, in Nachtzeug und Schlappen aufzutauchen und mit ihm philosophische Gespräche zu führen. Er sagt schon, wann genug ist und das ist es nie. Aber Ruhe ist!

Vorsicht beim Essen, ganz vorsichtig nimmt er dann auch schon mal zwei oder drei Finger mit. Es gibt ja so moderne Ersatzteile, alles halb so schlimm. Hundhund ist sein  Alias, wegen Katzekatze. Der Kreis der Ansprechpartner ist noch ausbaufähig. Probieren, hinschauen, wo man hintritt; vielleicht trifft man doch mal auf eine türkische Würgeschlange, welche Gesprächsbedarf anmeldet . Achtung, die redet mit gespaltener Zunge . .

 

Offener Brief an unsere Unken, Spökenkieker, Wettervorherseher, Wolkenversteher und die anderen mit übersinnlicher Begabung, Unheil zu riechen.


Offener Brief an unsere Unken, Spökenkieker, Wettervorherseher, Wolkenversteher und die anderen mit übersinnlicher Begabung, Unheil zu riechen.

Meistens grinse ich etwas einfältig, kommt ihr mit euren Prognosen rüber. Hiermit und nach diesem Wettergebnis es heutigen Nachmittags tue ich reumütig Abbitte. Nicht auf Knien, so weit geht das denn doch nicht. Weil ich nicht mehr mit dem . . . . . . . hochkomme und die Kiee nass wurden.

Ihr habt es echt drauf und ich giere künftig, meinen meist erfolglosen Blick in die Wetterzukunft zu verlachen, ihr habt ja so was von recht! Woher kommt eure Einsicht in die nasse nahe Zukunft? Bezahlt ihr Kirchensteuer oder füttert sonst irgend eine fromme Behörde und kriegt minutengenau die Zeit gemailt, in welcher euer Wetter losschlägt?

„ Jungs, nun zeigt doch mal, was ihr drauf habt! Macht mal die Wasserhähne und eure Augen auf. Ihr kriegt schon heraus, wo es Löchlein im türkischen Allheilmittel für Abdichtungen gibt.“ „Tamam! Machen wir, usta!“

„Zieh dir sofort die nassen Socken aus, Liebster, ich gehe der Wischundwegnässe schon zu Leibe, schreibe du nur . . .“

Noch vor dem allmorgendlichen Morgenbriefing des Herrn Steingart werde ich künftig eure Verlautbarungen inhalieren, versprochen. Und auch nur, wenn wieder Mal das Licht aus ist.  Aber nur, wenn sie das Sonderwetter in diesem Jahr bis in unsere Mahalle posaunen.

Bild könnte enthalten: Himmel, Wolken, im Freien und Wasser

Almanya sokak haber – übernommen von Klaus Kaumanns

Noodles – köstlich, köstlich köstlich aus Tekirdağ


Noodles – köstlich, köstlich köstlich aus Tekirdağ

IMG_20190122_084336.jpg 

Tekirdağ – eher berühmt für Köstliches aus der goldigen Flasche; ich habe die andere Köstlicheit entdeckt! Bei Metro etwas geschamig unter ferner liefen aufgefunden. Dafür einige Kuruş günstiger als bei Bims. Dort habe ich sie entdeckt, wie ein gefundenes Fressen.

Und nun, da der Genuss dieser leckeren und überaus gesundenden Antibiotika alsbald endet, kommt die nouvelle quisine wieder zu Ehren. Oder wie nennt der Connaisseur eine Dreiminutenpampe mit Fixnudeln?

Meine Liebste doziert: dieses Zeugs enthält mindestens fünfhundert Kalorien – und wie kriegn die diese Dinger, die wie Nudeln ausschauen, so fix weich? Guck doch nur mal, was da zwischen deinen Bartstoppeln baumelt,voll der giftigen Zutaten. Nichts etwas, welches mir den Heißhunger vermiest.

Drei Gläser voll Wasser in den Topf und Feuer frei, höchstens drei volle Minuten! Mit der Faust auf die Verpackung schlagen, die Hälfte aufkehren und rein damit in den Topf, wird ja sterilisiert. Diese Minipackungen entleeren sich automatisch neben die heiße Herdplatte, Vorsicht beim wirtschaftlichen Aufnehmen mit der Zunge. Und macht fröhlich . . . Und satt!

Das Leben wurde mit einem Schlag wieder lebenswert; vorbei – vorerst – der Dauerregen, die Darmflora jubelt ob der ihr zugefügten Dauergenüsse. Die Kultur exquisiten guten Geschmacks floriert, zumindest ziemlich weit innen. Weiter außen erwarten wir die gewohnt ehrlichen Wahlergebnisse im Märzen. Heile Welt in der Wahl zwischen den Ergebnissen; am leckersten sind die mit Körigeschmack. Ählich!

IMG_20190122_092523.jpg